EZB trotz hoher Inflation ohne Eile


09.03.17 08:45
HSBC Trinkaus & Burkhardt

Düsseldorf (www.anleihencheck.de) - Seit der letzten EZB-Ratssitzung am 19. Januar wurden die Inflationsdaten für Januar und Februar veröffentlicht, so die Analysten von HSBC Trinkaus & Burkhardt.

Demnach habe sich die Teuerung von 1,1% (Dezember) auf zuletzt 2,0% gg. Vj. (Februar) spürbar beschleunigt. Auch wenn dieser Anstieg im Wesentlichen auf die höheren Energie- und Nahrungsmittelpreise zurückzuführen gewesen sei, hätten die Diskussionen darüber begonnen, wie expansiv der Grad der Geldpolitik perspektivisch noch sein müsse. Kurzfristig würden die Analysten jedoch davon ausgehen, dass sich an der Ausrichtung der Notenbank nichts ändern werde.

Der Präsident der Österreichischen Nationalbank, Ewald Nowotny, habe zuletzt betont, dass man frühestens im Juni 2017 den Expansionsgrad der Geldpolitik zur Disposition stellen werde. Zudem sehe EZB-Präsident Draghi noch keine ausreichenden Hinweise für einen nachhaltig anziehenden Preisdruck im gemeinsamen Währungsraum. Diese Einschätzung werde durch die Kernrate der Konsumentenpreise (ohne Energie, Nahrungsmittel, Alkohol und Tabak) bestätigt, die im Februar unverändert bei niedrigen 0,9% verharrt habe.

Die aktualisierten Prognosen der EZB-Experten dürften zwar für das laufende Jahr eine Aufwärtsrevision bezüglich der durchschnittlichen Teuerung von bisher 1,3% auf 1,7% mit sich bringen. Für die Folgejahre würden die Projektionen indes wohl kaum verändert werden (2018: 1,5%, 2019: 1,6%). Das nehme der EZB den Druck, zeitnah ein kontinuierliches "Tapering" der Anleihekäufe in Erwägung zu ziehen. (09.03.2017/alc/a/a)