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EZB stützt Banken, FED zaudert, BoJ plant weitere Maßnahmen
11.04.16 08:45
Weberbank
Berlin (www.anleihencheck.de) - Die Notenbanken dieser Welt bleiben die aktuell bedeutendsten Kräfte, die auf die Kapitalmärkte wirken, so die Analysten der Weberbank.
Deshalb wollten die Analysten gleich zu Beginn auf ihre Maßnahmen eingehen: Die Analysten hätten in der letzten Anlagestrategie über die extrem expansiven Maßnahmen der Europäischen Zentralbank berichtet. Inzwischen seien weitere Details zu diesem Maßnahmenpaket bekannt: Neben 0% Leitzins, und 0,4% Strafzinsen für Einlagen, die Banken bei der EZB halten würden, werde es die Möglichkeit geben, dass Banken, die Ihre Kreditvergabe ausweiten bzw. nicht mehr senken würden, sogar Zinsen für ihre Refinanzierungskredite von der EZB erhalten könnten. Im optimalen Fall seien das 0,4% Zinsen.
Schaue man sich einmal die Renditen von öffentlichen Anleihen an, so finde man solche Renditen nur noch bei einer Laufzeit von über 15 Jahren. Da es ansonsten keine Nachteile gegenüber aktuellen Refinanzierungsmöglichkeiten bei der EZB gebe, würden die Banken wohl ihre bisherigen Refinanzierungen bei der EZB zurückgeben und in neue umwandeln. Das sollte stützend auf den europäischen Bankensektor wirken.
In den USA würden die jüngsten Ausführungen von Notenbankchefin Janet Yellen darauf hindeuten, dass die beabsichtigten Leitzinserhöhungen noch langsamer umgesetzt würden als zuletzt bereits erwartet. Es sei schon erstaunlich, dass sie vor dem Hintergrund der erreichten Ziele bei Inflation und Arbeitsmarkt nun neue Punkte nenne, die sie von einem weiteren Zinsschritt abhalten würden. Dazu würden das schwache globale Wachstum, ein starker US-Dollar, ein eher schwaches Produktivitätswachstum und eine langsame Haushaltsbildung gehören (gemeint sei, wie viele Familien einen neuen Haushalt gründen würden).
Insgesamt wirke die Notenbankpolitik dadurch unvorhersehbar und kurzfristig orientiert. Es müsste auch Janet Yellen klar sein, dass nie alle Bedingungen optimal erreicht werden könnten. Einen weiteren Zinsschritt somit immer weiter aufzuschieben, mute willkürlich an. Deutlich klarer habe sich zuletzt die japanische Notenbank geäußert: Ihr Präsident habe vor dem Parlament seine grundsätzliche Bereitschaft erklärt, weitere expansive Maßnahmen vorzunehmen, die im Wesentlichen denen der EZB entsprechen würden: Weitere Wertpapierkaufprogramme und höhere Strafzinsen.
Abseits der Notenbanken sei erfreulicherweise festzustellen, dass sich die Gewinnschätzungen für US-Unternehmen stabilisiert hätten. Für die folgenden Quartale sollten die international tätigen US-Unternehmen Unterstützung durch die zuletzt schwächere Entwicklung des US-Dollars erhalten. Seien die Gewinnausweise im ersten Quartal 2015 im Vergleich mit denen des ersten Quartals 2014 noch durch eine Dollaraufwertung von über 20% belastet gewesen, so kehre sich dieser Effekt nun um und sollte im ersten Quartal 2016 positiv wirken.
Ausländische Gewinne könnten jetzt mit einem günstigeren Wechselkurs als vor einem Jahr in der heimischen US-Dollar-basierten Bilanz verbucht werden. In Europa seien hingegen nur in einzelnen Indices Gewinnschätzungsstabilisierungen zu verzeichnen. Die großen europäischen Aktienindices würden immer noch unter den Belastungen der Energieunternehmen und Banken leiden. Mithin erscheine es den Analysten angebracht, den US-Aktienmarkt im Portfolio wieder stärker zu gewichten, zumal er sich in Stressphasen historisch häufig besser entwickelt habe als seine europäischen Pendants - im Angesicht einer zunehmenden Debatte um einen Ausstieg Großbritanniens aus der EU (BREXIT) eine attraktive Eigenschaft.
In den Schwellenländern sei keine nachhaltige Verbesserung bei den Gewinnschätzungen der Unternehmen festzustellen. Zwar hätten sich die Schätzungen für osteuropäische und lateinamerikanische Indices gebessert. Dies sei jedoch primär der jüngsten Erholung einiger Rohstoffpreise geschuldet gewesen. Nachhaltig sei eine solche Erholung noch nicht, und in Asien sei eine solche mithin gar nicht erst zu beobachten gewesen. Die jüngste Aktienmarkterholung in einigen Schwellenländern stehe damit noch auf recht wackeligen Beinen. Die Analysten würden empfehlen, hier weiter vorsichtig positioniert zu bleiben. Insgesamt würden die Analysten davon überzeugt bleiben, dass für Investoren kaum ein Weg um eine Aktienbeimischung im Portfolio führe.
Rentenseitig werde die EZB durch ihre Käufe für immer neue Renditetiefs im Staatsanleihen-, Pfandbrief- und nun auch im Unternehmensanleihenbereich sorgen. Positiv für Renteninvestoren würden zunächst einmal die Kursgewinne ihrer Papiere durch die starke Nachfrage der EZB wirken. Im Anschluss würden dann jedoch interessante Kaufmöglichkeiten fehlen.
Attraktive Chancen würden die Analysten noch in den Schwellenländern und bei Unternehmen niedrigerer Bonität sehen. Hier seien die Risikoaufschläge im Verhältnis zum übernommenen Risiko immer noch attraktiv. Jedoch würden die Analysten dabei empfehlen, Anleihen mit kürzeren Laufzeiten zu wählen, da die Zahlungsfähigkeit solcher Unternehmen naturgemäß über die nächsten fünf Jahre besser zu prognostizieren sei als längerfristig. Hier gebe es auch einige interessante Fondslösungen, die zusätzlich das Zinsänderungsrisiko der Papiere absichern würden. (Ausgabe vom 08.04.2016) (11.04.2016/alc/a/a)
Deshalb wollten die Analysten gleich zu Beginn auf ihre Maßnahmen eingehen: Die Analysten hätten in der letzten Anlagestrategie über die extrem expansiven Maßnahmen der Europäischen Zentralbank berichtet. Inzwischen seien weitere Details zu diesem Maßnahmenpaket bekannt: Neben 0% Leitzins, und 0,4% Strafzinsen für Einlagen, die Banken bei der EZB halten würden, werde es die Möglichkeit geben, dass Banken, die Ihre Kreditvergabe ausweiten bzw. nicht mehr senken würden, sogar Zinsen für ihre Refinanzierungskredite von der EZB erhalten könnten. Im optimalen Fall seien das 0,4% Zinsen.
Schaue man sich einmal die Renditen von öffentlichen Anleihen an, so finde man solche Renditen nur noch bei einer Laufzeit von über 15 Jahren. Da es ansonsten keine Nachteile gegenüber aktuellen Refinanzierungsmöglichkeiten bei der EZB gebe, würden die Banken wohl ihre bisherigen Refinanzierungen bei der EZB zurückgeben und in neue umwandeln. Das sollte stützend auf den europäischen Bankensektor wirken.
In den USA würden die jüngsten Ausführungen von Notenbankchefin Janet Yellen darauf hindeuten, dass die beabsichtigten Leitzinserhöhungen noch langsamer umgesetzt würden als zuletzt bereits erwartet. Es sei schon erstaunlich, dass sie vor dem Hintergrund der erreichten Ziele bei Inflation und Arbeitsmarkt nun neue Punkte nenne, die sie von einem weiteren Zinsschritt abhalten würden. Dazu würden das schwache globale Wachstum, ein starker US-Dollar, ein eher schwaches Produktivitätswachstum und eine langsame Haushaltsbildung gehören (gemeint sei, wie viele Familien einen neuen Haushalt gründen würden).
Abseits der Notenbanken sei erfreulicherweise festzustellen, dass sich die Gewinnschätzungen für US-Unternehmen stabilisiert hätten. Für die folgenden Quartale sollten die international tätigen US-Unternehmen Unterstützung durch die zuletzt schwächere Entwicklung des US-Dollars erhalten. Seien die Gewinnausweise im ersten Quartal 2015 im Vergleich mit denen des ersten Quartals 2014 noch durch eine Dollaraufwertung von über 20% belastet gewesen, so kehre sich dieser Effekt nun um und sollte im ersten Quartal 2016 positiv wirken.
Ausländische Gewinne könnten jetzt mit einem günstigeren Wechselkurs als vor einem Jahr in der heimischen US-Dollar-basierten Bilanz verbucht werden. In Europa seien hingegen nur in einzelnen Indices Gewinnschätzungsstabilisierungen zu verzeichnen. Die großen europäischen Aktienindices würden immer noch unter den Belastungen der Energieunternehmen und Banken leiden. Mithin erscheine es den Analysten angebracht, den US-Aktienmarkt im Portfolio wieder stärker zu gewichten, zumal er sich in Stressphasen historisch häufig besser entwickelt habe als seine europäischen Pendants - im Angesicht einer zunehmenden Debatte um einen Ausstieg Großbritanniens aus der EU (BREXIT) eine attraktive Eigenschaft.
In den Schwellenländern sei keine nachhaltige Verbesserung bei den Gewinnschätzungen der Unternehmen festzustellen. Zwar hätten sich die Schätzungen für osteuropäische und lateinamerikanische Indices gebessert. Dies sei jedoch primär der jüngsten Erholung einiger Rohstoffpreise geschuldet gewesen. Nachhaltig sei eine solche Erholung noch nicht, und in Asien sei eine solche mithin gar nicht erst zu beobachten gewesen. Die jüngste Aktienmarkterholung in einigen Schwellenländern stehe damit noch auf recht wackeligen Beinen. Die Analysten würden empfehlen, hier weiter vorsichtig positioniert zu bleiben. Insgesamt würden die Analysten davon überzeugt bleiben, dass für Investoren kaum ein Weg um eine Aktienbeimischung im Portfolio führe.
Rentenseitig werde die EZB durch ihre Käufe für immer neue Renditetiefs im Staatsanleihen-, Pfandbrief- und nun auch im Unternehmensanleihenbereich sorgen. Positiv für Renteninvestoren würden zunächst einmal die Kursgewinne ihrer Papiere durch die starke Nachfrage der EZB wirken. Im Anschluss würden dann jedoch interessante Kaufmöglichkeiten fehlen.
Attraktive Chancen würden die Analysten noch in den Schwellenländern und bei Unternehmen niedrigerer Bonität sehen. Hier seien die Risikoaufschläge im Verhältnis zum übernommenen Risiko immer noch attraktiv. Jedoch würden die Analysten dabei empfehlen, Anleihen mit kürzeren Laufzeiten zu wählen, da die Zahlungsfähigkeit solcher Unternehmen naturgemäß über die nächsten fünf Jahre besser zu prognostizieren sei als längerfristig. Hier gebe es auch einige interessante Fondslösungen, die zusätzlich das Zinsänderungsrisiko der Papiere absichern würden. (Ausgabe vom 08.04.2016) (11.04.2016/alc/a/a)


