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EZB steuert den Schweizer Franken
06.05.14 11:10
Bank J. Safra Sarasin AG
Basel (www.anleihencheck.de) - Diesen Donnerstag trifft sich die Europäische Zentralbank (EZB) zu ihrer monatlichen Sitzung, so die Analysten der Bank J. Safra Sarasin AG.
Im Zentrum werde die Frage stehen, wie die EZB auf die sich anbahnenden Deflationsgefahren reagieren solle. Diese Frage sei nicht nur für die Finanzmärkte im Euroland von Bedeutung, sondern auch für die Entwicklung des CHF gegenüber dem USD entscheidend, denn die EZB bestimme zu einem großen Teil den Außenwert des CHF.
Die Deflationsdiskussionen würden die EZB zwingen, ihre Geldpolitik in den nächsten Quartalen weiter zu lockern. Ganz im Gegensatz zur US-Zentralbank FED, welche dabei sei, ihre Anleihenankäufe zu reduzieren. Man gehe davon aus, dass die expansivere Geldpolitik im Euroland zu einer signifikanten Schwächung des EUR/USD-Wechselkurses führe - von 1,38 heute auf 1,30 zu Beginn des nächsten Jahres. Der EUR seinerseits könne gegenüber dem CHF kaum mehr abwerten, da er mit einem Wechselkurs von 1,22 bereits heute nahe an der von der schweizerischen Nationalbank (SNB) bestimmten Untergrenze von 1,20 liege. Diese Konstellation dürfte zu einer namhaften Abwertung gegenüber dem USD führen.
Der EUR/USD-Wechselkurs werde nicht nur durch die Geldpolitik der EZB beeinflusst, sondern könne umgekehrt auch als Auslöser für eine Intervention dienen. EZB-Chef Mario Draghi habe bei verschiedenen Gelegenheiten betont, dass ein Anstieg des EUR deflationäre Risiken berge. Werte sich der EUR weiter auf, könne die EZB dazu übergehen, ihre Währung aktiv zu schwächen. Eine nahe liegende Marke für eine Intervention wäre 1,40. Das wahrscheinlichste Instrument hierfür stelle ein negativer Zinssatz auf Einlagen bei der EZB dar - der heutige Zins betrage 0%. Resultieren dürfte daraus ein Abfluss von kurzfristigen Anlagen in andere Währungsräume.
Für den CHF hätte das zwei wichtige Auswirkungen. Zum einen bestehe die Gefahr, dass Devisen aus dem Euroraum nicht alleine in den USD-Raum abfließen würden, sondern auch ihren Weg in den CHF fänden, was mit einer Aufwertung des CHF verbunden wäre. Das würde im Gegenzug eine erneute Intervention der SNB fordern, damit die Untergrenze von 1,20 halte. Um eine Abwehrschlacht um die EUR/CHF-Untergrenze zu verhindern, dürfte die SNB in einem solchen Fall mit der EZB mitziehen und die Schweizer Zinsen am kurzen Ende ebenfalls in den negativen Bereich senken.
Zum anderen schaffe die EZB mit ihrer Geldpolitik indirekt auch eine Untergrenze des CHF gegen den USD. Gehe man davon aus, dass die EZB bei einem EUR/USD von 1,40 reagiere und der EUR/CHF im schlimmsten Fall auf 1,20 falle, so resultiere daraus eine Untergrenze USD/CHF von 0,86 - nahe am aktuellen Kurs von 0,88. Für den Wechselkurs zwischen CHF und USD bedeute dies wenig Aufwärtspotenzial - dafür umso mehr Abwärtspotenzial. (06.05.2014/alc/a/a)
Im Zentrum werde die Frage stehen, wie die EZB auf die sich anbahnenden Deflationsgefahren reagieren solle. Diese Frage sei nicht nur für die Finanzmärkte im Euroland von Bedeutung, sondern auch für die Entwicklung des CHF gegenüber dem USD entscheidend, denn die EZB bestimme zu einem großen Teil den Außenwert des CHF.
Der EUR/USD-Wechselkurs werde nicht nur durch die Geldpolitik der EZB beeinflusst, sondern könne umgekehrt auch als Auslöser für eine Intervention dienen. EZB-Chef Mario Draghi habe bei verschiedenen Gelegenheiten betont, dass ein Anstieg des EUR deflationäre Risiken berge. Werte sich der EUR weiter auf, könne die EZB dazu übergehen, ihre Währung aktiv zu schwächen. Eine nahe liegende Marke für eine Intervention wäre 1,40. Das wahrscheinlichste Instrument hierfür stelle ein negativer Zinssatz auf Einlagen bei der EZB dar - der heutige Zins betrage 0%. Resultieren dürfte daraus ein Abfluss von kurzfristigen Anlagen in andere Währungsräume.
Für den CHF hätte das zwei wichtige Auswirkungen. Zum einen bestehe die Gefahr, dass Devisen aus dem Euroraum nicht alleine in den USD-Raum abfließen würden, sondern auch ihren Weg in den CHF fänden, was mit einer Aufwertung des CHF verbunden wäre. Das würde im Gegenzug eine erneute Intervention der SNB fordern, damit die Untergrenze von 1,20 halte. Um eine Abwehrschlacht um die EUR/CHF-Untergrenze zu verhindern, dürfte die SNB in einem solchen Fall mit der EZB mitziehen und die Schweizer Zinsen am kurzen Ende ebenfalls in den negativen Bereich senken.
Zum anderen schaffe die EZB mit ihrer Geldpolitik indirekt auch eine Untergrenze des CHF gegen den USD. Gehe man davon aus, dass die EZB bei einem EUR/USD von 1,40 reagiere und der EUR/CHF im schlimmsten Fall auf 1,20 falle, so resultiere daraus eine Untergrenze USD/CHF von 0,86 - nahe am aktuellen Kurs von 0,88. Für den Wechselkurs zwischen CHF und USD bedeute dies wenig Aufwärtspotenzial - dafür umso mehr Abwärtspotenzial. (06.05.2014/alc/a/a)


