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EZB stemmt sich gegen fallende Inflation
12.11.13 13:47
Union Investment
Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Am vergangenen Donnerstag hat die Europäische Zentralbank (EZB) den Leitzins in der Eurozone um 25 Basispunkte auf 0,25 Prozent gesenkt, so die Experten von Union Investment.
Damit liege der Wert so niedrig wie noch nie seit Einführung des Euros. Gleichzeitig sei die Spitzenrefinanzierungsfazilität um ebenfalls 25 Basispunkte gesunken. Die Geschäftsbanken könnten sich somit künftig für 0,75 Prozent über Nacht Kredite bei der EZB besorgen. Das Gegenstück, also der Satz für das eintägige "Parken" von Mitteln bei der Notenbank (Einlagefazilität), sei unverändert bei null Prozent geblieben.
Vor allem der Zeitpunkt des Schrittes sei für viele Marktteilnehmer unvermittelt gekommen. Zwar sei mit einer weiteren Lockerung der Geldpolitik vielerorts durchaus gerechnet worden. Dass die EZB jedoch bereits auf ihrer November-Sitzung den Leitzins verringere, dürfe als faustdicke Überraschung gelten.
Als Begründung für die Maßnahme habe der Chef der EZB, Mario Draghi, auf den geringen und weiter nachlassenden Preisdruck in der Währungsunion verwiesen. Bereits in der vergangenen Woche hätten die Oktober-Inflationszahlen für Aufsehen gesorgt. Gegenüber dem Vorjahr sei die Teuerung um lediglich 0,7 Prozent angestiegen. Der Zielwert der EZB liege bei etwas weniger als 2,0 Prozent.
In einer Pressekonferenz im Anschluss an die Sitzung des EZB-Direktoriums habe Draghi gesagt, die mittelfristigen Inflationserwartungen entsprächen zwar diesem Ziel. Gleichwohl erwarte die EZB eine "absehbar lange Phase niedriger Inflation". Dies hätte die Notenbanker "alarmiert" und zur Leitzinssenkung erwogen, vor allem auch angesichts der weiter vorhandenen Risiken für das Wirtschaftswachstum. Der Zinsschritt solle also gleichermaßen die Konjunktur stützen und den rückläufigen Teuerungsraten entgegen wirken.
Der Hintergrund: Verfestige sich bei Unternehmen und Konsumenten erst einmal die Erwartung, dass die Preise für Güter und Dienstleistungen immer weiter fallen würden (Deflation), so würden viele Anschaffungen in die Zukunft verschoben. Das Resultat sei eine Beeinträchtigung des Wachstums. Bereits eine weitverbreitete Annahme künftiger Deflation könne also als Konjunkturbremse wirken - ein Problem, mit dem beispielsweise Japan seit vielen Jahren zu kämpfen habe.
Allerdings habe Draghi betont, dass in der Eurozone keine Deflation herrsche. Zudem habe man - falls es notwendig werde sollte - noch eine Reihe von Instrumenten zur Bekämpfung rückläufiger Preise zur Hand. Ein erneuter Zinsschritt sei eine dieser Möglichkeiten zur weiteren Lockerung der Geldpolitik.
Darüber hinaus hätten die Währungshüter vorzeitig alle bestehenden Liquiditätsmaßnahmen bis Mitte 2015 verlängert. Dies habe neben den einwöchigen Tendergeschäften - hier könnten sich die Geschäftsbanken bei garantierter Vollzuteilung für eine Woche Geld zum Leitzins bei der EZB besorgen - auch die Ein- und Dreimonatstender betroffen. Damit überbrücke die Zentralbank schon weit vor Endfälligkeit der beiden 3-Jahrestender Anfang 2015 mögliche Liquiditätsengpässe. Zudem sei das Versprechen niedriger Leitzinsen für einen "längeren Zeitraum" (die sog. "forward guidance") erneut bekräftigt worden. (Ausgabe vom 08.11.2013) (12.11.2013/alc/a/a)
Damit liege der Wert so niedrig wie noch nie seit Einführung des Euros. Gleichzeitig sei die Spitzenrefinanzierungsfazilität um ebenfalls 25 Basispunkte gesunken. Die Geschäftsbanken könnten sich somit künftig für 0,75 Prozent über Nacht Kredite bei der EZB besorgen. Das Gegenstück, also der Satz für das eintägige "Parken" von Mitteln bei der Notenbank (Einlagefazilität), sei unverändert bei null Prozent geblieben.
Vor allem der Zeitpunkt des Schrittes sei für viele Marktteilnehmer unvermittelt gekommen. Zwar sei mit einer weiteren Lockerung der Geldpolitik vielerorts durchaus gerechnet worden. Dass die EZB jedoch bereits auf ihrer November-Sitzung den Leitzins verringere, dürfe als faustdicke Überraschung gelten.
In einer Pressekonferenz im Anschluss an die Sitzung des EZB-Direktoriums habe Draghi gesagt, die mittelfristigen Inflationserwartungen entsprächen zwar diesem Ziel. Gleichwohl erwarte die EZB eine "absehbar lange Phase niedriger Inflation". Dies hätte die Notenbanker "alarmiert" und zur Leitzinssenkung erwogen, vor allem auch angesichts der weiter vorhandenen Risiken für das Wirtschaftswachstum. Der Zinsschritt solle also gleichermaßen die Konjunktur stützen und den rückläufigen Teuerungsraten entgegen wirken.
Der Hintergrund: Verfestige sich bei Unternehmen und Konsumenten erst einmal die Erwartung, dass die Preise für Güter und Dienstleistungen immer weiter fallen würden (Deflation), so würden viele Anschaffungen in die Zukunft verschoben. Das Resultat sei eine Beeinträchtigung des Wachstums. Bereits eine weitverbreitete Annahme künftiger Deflation könne also als Konjunkturbremse wirken - ein Problem, mit dem beispielsweise Japan seit vielen Jahren zu kämpfen habe.
Allerdings habe Draghi betont, dass in der Eurozone keine Deflation herrsche. Zudem habe man - falls es notwendig werde sollte - noch eine Reihe von Instrumenten zur Bekämpfung rückläufiger Preise zur Hand. Ein erneuter Zinsschritt sei eine dieser Möglichkeiten zur weiteren Lockerung der Geldpolitik.
Darüber hinaus hätten die Währungshüter vorzeitig alle bestehenden Liquiditätsmaßnahmen bis Mitte 2015 verlängert. Dies habe neben den einwöchigen Tendergeschäften - hier könnten sich die Geschäftsbanken bei garantierter Vollzuteilung für eine Woche Geld zum Leitzins bei der EZB besorgen - auch die Ein- und Dreimonatstender betroffen. Damit überbrücke die Zentralbank schon weit vor Endfälligkeit der beiden 3-Jahrestender Anfang 2015 mögliche Liquiditätsengpässe. Zudem sei das Versprechen niedriger Leitzinsen für einen "längeren Zeitraum" (die sog. "forward guidance") erneut bekräftigt worden. (Ausgabe vom 08.11.2013) (12.11.2013/alc/a/a)
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