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EZB sollte mehr Anleihen kaufen


28.02.20 12:00
BlueBay Asset Management

London (www.anleihencheck.de) - Die Angst vor dem Corona-Virus hat die Gier an den Märkten abgelöst, so Mark Dowding, Chief Investment Officer von BlueBay Asset Management.

Sollte dieser Zustand in den nächsten Wochen anhalten, sei schwer einzuschätzen, ob sich kurzfristig eine Verbesserung einstelle - selbst wenn die wirtschaftliche Aktivität in China wieder anziehen sollte. Daher schauen wir verstärkt, wie die Geld- oder Fiskalpolitik die Märkte unterstützen könnte, die Experten von BlueBay Asset Management.

Leider würden die Experten von BlueBay Asset Management in diesem Punkt keine großen Hoffnungen auf die politischen Entscheidungsträger in Europa setzen - vor allem in Deutschland. Finanzminister Olaf Scholz habe diese Woche für eine fiskalische Lockerung plädiert, aber die Dinosaurier um Kanzlerin Angela Merkel hätten die Diskussion schnell wieder beendet. Deutschland scheine immer noch paranoid zu sein, dass hohe Staatsausgaben der südeuropäischen Länder dem Euro schaden könnten. In den Augen der Experten von BlueBay Asset Management sei aber der exzessive Konservativismus Deutschlands das größte Risiko für die Währungsunion heute und in Zukunft.

Mit Blick auf die EZB würden die Experten von BlueBay Asset Management eine Steigerung der Anleihekäufe empfehlen, vor allem mit Fokus auf die Euro-Peripheriestaaten und Unternehmensanleihen. Das würde verhindern, dass sich die Finanzierungsbedingungen in Europa verschlechtern würden. Es sei aber unwahrscheinlich, dass EZB-Präsidentin Christine Lagarde diesem Vorschlag folge. Pläne für ein neues Quantitative Easing (QE)-Programm würden in Deutschland für Diskussionen sorgen und wieder Zinssenkungen auf die Tagesordnung bringen - mit negativen Folgen für Banken, Versicherer und Sparer.

Die Experten von BlueBay Asset Management stellen sich die Frage, was uns an den Märkten bevorstehe. Man habe es gleichzeitig mit einem Nachfrage- und Angebotsschock zu tun. Die Experten wären aber vorsichtig, von einer rückläufigen Inflation auszugehen. Die Knappheit bestimmter Güter könnte die Preise sogar steigen lassen. An den Börsen könnten Panik-Verkäufe von Anlegern zu Fehlbewertungen und Anomalien führen, die nach Meinung der Experten zu Alpha-Möglichkeiten führen würden, wenn sich der Staub gelegt habe.

Es sei verlockend anzunehmen, dass mit dem wärmeren Wetter und der abnehmenden Virus-Angst die Märkte zur Normalität zurückkehren würden. Die Panik könne noch für einige Zeit anhalten, aber das Comeback der Wirtschaft könnte stark ausfallen, wenn genau mit dem Frühling auch die unterstützenden Maßnahmen der Politik greifen würden. (28.02.2020/alc/a/a)