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EZB senkt die Zinsen weiter: So kommentieren Experten die Entscheidung - Anleihenews


07.03.25 10:00
FONDS professionell

Wien (www.anleihencheck.de) - Die Europäische Zentralbank kappt die Leitzinsen erneut, so die Experten von "FONDS professionell".

Allerdings hätten nicht alle Vertreter im EZB-Rat dafür gestimmt - der Österreicher Robert Holzmann habe sich enthalten. Wie würden Finanzprofis die Zinssitzung einordnen? "FONDS professionell ONLINE" habe die wichtigsten Stimmen zusammengestellt.

Die Europäische Zentralbank habe am Donnerstag (06.03.) zum sechsten Mal seit Juni des vergangenen Jahres die Zinsen herabgesetzt und angedeutet, dass sich die Phase der geldpolitischen Lockerung dem Ende zuneige. Der im EZB-Rat als Falke bekannte österreichische Notenbankchef Robert Holzmann habe sich bei der Zinsentscheidung enthalten. Mit der Senkung des Einlagensatzes um einen Viertelprozentpunkt auf nun 2,50 Prozent hätten die Währungshüter die nahezu einhellige Erwartung der von "Bloomberg" im Vorfeld befragten Ökonomen bestätigt.

"Die Geldpolitik wird spürbar weniger restriktiv, da die Zinssenkungen die Aufnahme neuer Kredite für Unternehmen und private Haushalte günstiger machen und das Kreditwachstum anzieht", habe die EZB wissen lassen. "Zugleich wird die Lockerung der Finanzierungsbedingungen dadurch gebremst, dass sich frühere Zinserhöhungen nach wie vor auf den Kreditbestand auswirken." Die Kreditvergabe bleibe "insgesamt gedämpft". Die Wortwahl der EZB dürfte Spekulationen nähren, dass die Entscheidungsträger im April eine Pause im Lockerungszyklus in Betracht ziehen würden.

Wachstumsprojektionen erneut gesenkt

Bei der Aktualisierung der EZB-Stabsprojektionen seien die Schätzungen zur Preisentwicklung weitgehend bestätigt worden, während jene für das Wirtschaftswachstum in diesem und dem nächsten Jahr gesenkt worden seien. Die Fachleute der EZB würden nun eine Gesamtinflation von durchschnittlich 2,3 Prozent für 2025, von 1,9 Prozent für 2026 und von 2,0 Prozent für 2027 erwarten. Bei der Inflation ohne Energie und Nahrungsmittel gehe der EZB-Stab von durchschnittlich 2,2 Prozent für 2025 aus, von 2,0 Prozent für 2026 und von 1,9 Prozent für 2027. Der Disinflationsprozess komme "gut voran".

Die Wirtschaft sei derweil "mit anhaltenden Herausforderungen konfrontiert", habe es weiter geheißen. Die EZB-Ökonomen hätten angesichts dessen ihre Wachstumsprojektionen erneut gesenkt - auf 0,9 Prozent für 2025, auf 1,2 Prozent für 2026 und auf 1,3 Prozent für 2027. Mit Blick auf 2025 und 2026 werde dabei auf niedrigere Exporte und anhaltend schwache Investitionen verwiesen.

In Bezug auf die Rüstungspläne in Deutschland und der Europäischen Union habe EZB-Präsidentin Christine Lagarde bei der Pressekonferenz gesagt, "eine Erhöhung der Verteidigungs- und Infrastrukturausgaben könnte zum Wachstum beitragen". Die diesbezüglichen Pläne seien jedoch "erst im Entstehen". (Bloomberg/fp) (News vom 06.03.2025) (07.03.2025/alc/a/a)