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EZB senkt Leitzins zum fünften Mal in Folge
31.01.25 11:15
AllianceBernstein
London (www.anleihencheck.de) - Die EZB senkt den Leitzins angesichts der Konjunkturflaute und nachlassender Inflationssorgen zu Beginn des Jahres weiter, so die Experten von AllianceBernstein.
Der EZB-Rat habe am Donnerstag beschlossen, den am Finanzmarkt maßgeblichen Einlagensatz von 3,0 auf 2,75 Prozent zu drücken. Es sei bereits die fünfte Zinssenkung, seitdem die Währungshüter um Notenbankchefin Christine Lagarde im Juni die Zinswende eingeleitet hätten. Und das dürfte längst nicht die letzte gewesen sein. Die Notenbanker hätten ihr geldpolitisches Statement im Vergleich zur Sitzung im Dezember nicht wesentlich verändert, kommentiere Sandra Rhouma, European Economist - Fixed Income bei AllianceBernstein.
Datenabhängiger Ansatz bleibe bestehen
Der EZB-Rat habe seine Leitzinsen wie allgemein erwartet um 25 Basispunkte auf 2,75%, 3,15% und 2,9% gesenkt. "Der Disinflationsprozess ist auf einem guten Weg", laute die bevorzugte Aussage des EZB-Rats. Obwohl die EZB weiterhin datenabhängig und nicht an einen bestimmten politischen Kurs gebunden sei, offenbare dieser Satz ihre Absicht, die restriktive Geldpolitik zu beenden. Dies sei in ihrer Erklärung vom Dezember 2024 bestätigt und seitdem von verschiedenen EZB-Vertretern bekräftigt worden.
Vertrauensindikatoren leicht verbessert
Die EZB gehe weiterhin von einer Erholung aus. Obwohl das reale BIP-Wachstum im letzten Quartal 2024 enttäuschend ausgefallen sei, gebe es in der Tat positive Signale. Vorläufige Ergebnisse hätten gezeigt, dass die private Nachfrage zwar wahrscheinlich immer noch schwach sei, aber die Wirtschaft nicht mehr bremse. Einige Vertrauensindikatoren hätten sich zu Beginn dieses Jahres leicht verbessert, während die Kreditvergabe an Haushalte und Unternehmen anziehe. Die Kreditvergabestandards seien nach wie vor streng, dürften aber mit fortschreitender Lockerung der Geldpolitik leichter werden. Darüber hinaus bleibe der Arbeitsmarkt mit einer historisch niedrigen Arbeitslosenquote für die Region unterstützend und die Realeinkommen dürften sich weiter verbessern.
Kein signifikanter Wachstumsschub erwartet
Um es klar zu sagen: Sandra Rhouma, European Economist - Fixed Income bei AllianceBernstein, erwarte keinen signifikanten Wachstumsschub, sondern ein leicht besseres Aktivitätsniveau angesichts eines niedrigeren Inflationsumfelds und einer sich normalisierenden Geldpolitik. Angesichts der schwerwiegenden Abwärtsrisiken sei es zum jetzigen Zeitpunkt schwer, etwas Ehrgeizigeres zu erwarten. Die innenpolitische Instabilität, insbesondere in Frankreich, könnte das Wachstum belasten, die Stimmung der Verbraucher sei weiterhin gedrückt und die Gefahr von Zöllen schwebe wie ein Damoklesschwert über der Region.
Was die Inflation betreffe, bestehe kein Zweifel mehr daran, dass das Ziel in diesem Jahr nachhaltig erreicht werde. Die meisten Messgrößen der zugrunde liegenden Inflation entsprächen derzeit dem Ziel. In der Erklärung sei auch hervorgehoben worden, dass die Aussichten für das Lohnwachstum in diesem Jahr eine starke Abschwächung erwarten lassen würden. Die meisten Indikatoren würden auf ein Lohnwachstum im Bereich von 3% bis 3,5% hindeuten, etwa 100 Basispunkte niedriger als im Jahr 2024.
Zinssenkungen würden in zweiter Jahreshälfte langsamer erfolgen
"Unsere Basisannahme bleibt unverändert, ein Zinssatz von unter 2 Prozent bis Ende 2025", so Sandra Rhouma, European Economist - Fixed Income bei AllianceBernstein. Die EZB dürfte bei jeder Sitzung eine Senkung vornehmen, um im Juni 2 Prozent zu erreichen, was nach Einschätzung des EZB-Rates der neutrale Zinssatz oder R* sei. Sandra Rhouma habe bereits dargelegt, dass es aus struktureller Sicht keinen Grund gebe, einen höheren R* im Vergleich zu den Werten vor der Pandemie zu erwarten. Aber das Endergebnis für 2025 werde auch davon abhängen, wo die Wirtschaft in diesem Jahr stehe. Folglich würden Zinssenkungen unter 2 Prozent vorsichtiger vorgenommen, um das neutrale Niveau zu erreichen.
Sandra Rhouma, European Economist - Fixed Income bei AllianceBernstein, gehe davon aus, dass die Zinssenkungen in der zweiten Jahreshälfte langsamer erfolgen würden, mit einer zusätzlichen Senkung um 25 Basispunkte bis Ende 2025. Das Risiko niedrigerer Leitzinsen Ende 2025 bleibe hoch, solange der Gegenwind für das Wachstum stark bleibe. (31.01.2025/alc/a/a)
Der EZB-Rat habe am Donnerstag beschlossen, den am Finanzmarkt maßgeblichen Einlagensatz von 3,0 auf 2,75 Prozent zu drücken. Es sei bereits die fünfte Zinssenkung, seitdem die Währungshüter um Notenbankchefin Christine Lagarde im Juni die Zinswende eingeleitet hätten. Und das dürfte längst nicht die letzte gewesen sein. Die Notenbanker hätten ihr geldpolitisches Statement im Vergleich zur Sitzung im Dezember nicht wesentlich verändert, kommentiere Sandra Rhouma, European Economist - Fixed Income bei AllianceBernstein.
Datenabhängiger Ansatz bleibe bestehen
Der EZB-Rat habe seine Leitzinsen wie allgemein erwartet um 25 Basispunkte auf 2,75%, 3,15% und 2,9% gesenkt. "Der Disinflationsprozess ist auf einem guten Weg", laute die bevorzugte Aussage des EZB-Rats. Obwohl die EZB weiterhin datenabhängig und nicht an einen bestimmten politischen Kurs gebunden sei, offenbare dieser Satz ihre Absicht, die restriktive Geldpolitik zu beenden. Dies sei in ihrer Erklärung vom Dezember 2024 bestätigt und seitdem von verschiedenen EZB-Vertretern bekräftigt worden.
Vertrauensindikatoren leicht verbessert
Kein signifikanter Wachstumsschub erwartet
Um es klar zu sagen: Sandra Rhouma, European Economist - Fixed Income bei AllianceBernstein, erwarte keinen signifikanten Wachstumsschub, sondern ein leicht besseres Aktivitätsniveau angesichts eines niedrigeren Inflationsumfelds und einer sich normalisierenden Geldpolitik. Angesichts der schwerwiegenden Abwärtsrisiken sei es zum jetzigen Zeitpunkt schwer, etwas Ehrgeizigeres zu erwarten. Die innenpolitische Instabilität, insbesondere in Frankreich, könnte das Wachstum belasten, die Stimmung der Verbraucher sei weiterhin gedrückt und die Gefahr von Zöllen schwebe wie ein Damoklesschwert über der Region.
Was die Inflation betreffe, bestehe kein Zweifel mehr daran, dass das Ziel in diesem Jahr nachhaltig erreicht werde. Die meisten Messgrößen der zugrunde liegenden Inflation entsprächen derzeit dem Ziel. In der Erklärung sei auch hervorgehoben worden, dass die Aussichten für das Lohnwachstum in diesem Jahr eine starke Abschwächung erwarten lassen würden. Die meisten Indikatoren würden auf ein Lohnwachstum im Bereich von 3% bis 3,5% hindeuten, etwa 100 Basispunkte niedriger als im Jahr 2024.
Zinssenkungen würden in zweiter Jahreshälfte langsamer erfolgen
"Unsere Basisannahme bleibt unverändert, ein Zinssatz von unter 2 Prozent bis Ende 2025", so Sandra Rhouma, European Economist - Fixed Income bei AllianceBernstein. Die EZB dürfte bei jeder Sitzung eine Senkung vornehmen, um im Juni 2 Prozent zu erreichen, was nach Einschätzung des EZB-Rates der neutrale Zinssatz oder R* sei. Sandra Rhouma habe bereits dargelegt, dass es aus struktureller Sicht keinen Grund gebe, einen höheren R* im Vergleich zu den Werten vor der Pandemie zu erwarten. Aber das Endergebnis für 2025 werde auch davon abhängen, wo die Wirtschaft in diesem Jahr stehe. Folglich würden Zinssenkungen unter 2 Prozent vorsichtiger vorgenommen, um das neutrale Niveau zu erreichen.
Sandra Rhouma, European Economist - Fixed Income bei AllianceBernstein, gehe davon aus, dass die Zinssenkungen in der zweiten Jahreshälfte langsamer erfolgen würden, mit einer zusätzlichen Senkung um 25 Basispunkte bis Ende 2025. Das Risiko niedrigerer Leitzinsen Ende 2025 bleibe hoch, solange der Gegenwind für das Wachstum stark bleibe. (31.01.2025/alc/a/a)
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| Kurs | Vortag | Veränderung | Datum/Zeit | |
| 2,15 % | 2,15 % | - % | 0,00% | 31.05./17:30 |
| ISIN | WKN | Jahreshoch | Jahrestief | |
| XFARIV001614 | 2,65 % | 2,15 % | ||


