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EZB schlägt sich auf die Seite der Entschlossenheit
28.11.22 12:00
Barings
Boston (www.anleihencheck.de) - Die Geldpolitik ist umstritten. Die Zentralbanken müssen ihr Engagement bekräftigen, die Inflation wieder auf das Zielniveau zu bringen, und gleichzeitig versuchen, der Wirtschaft nicht unnötig zu schaden, so Agnès Belaisch, Chefstrategin für Europa vom Barings Investment Institute.
Die VPI-Daten für die Eurozone am Mittwoch würden zeigen, wie schwierig die Herausforderung für die EZB sein werde. Für das Ende dieses und den Beginn des nächsten Jahres sei mit starken Inflationsschwankungen zu rechnen, da die Energiepreise zwar sinken würden, aber viele Regierungen die vergangenen Erhöhungen weitergeben würden. Die statistischen Ämter würden auch den Warenkorb des Verbraucherpreisindex aktualisieren, um den hohen Anteil der Energie am Verbrauch zu berücksichtigen.
Die schwindelerregenden disinflationären Basiseffekte würden jedoch erst ab März einsetzen. Die Inflation werde bis Juni jeden Monat ein Viertel ihres Niveaus verlieren. Die EZB wisse, dass dieser starke Sog die Inflation bis Mitte des Jahres mehr als halbieren könne, auch wenn dies noch zu weit entfernt sei, um ihren Ton bereits zu mäßigen.
Nichts sei unmöglich. Wenn die Wirtschaftstätigkeit in den nächsten sechs Monaten nicht einbreche, dann würden die Entscheidungsträger des Euroraums eine unerwartete weiche Landung geschafft haben. Die Rationierung sei der ausschlaggebende Faktor für 2023 und die gute Nachricht sei, dass sie durchaus vermieden werden könnte. Die Gasnachfrage habe sich selbst ausreichend gebremst und sei in diesem Jahr in allen Ländern um 15 bis 20 Prozent zurückgegangen. Das Defizit auf dem Gasmarkt sei praktisch verschwunden und 2023 seien keine weiteren Anstrengungen erforderlich, wenn der Winter so kalt werde wie gewohnt.
Der neueste EZB-Sprech sage alles: Sie werde sich auf die Seite der Entschlossenheit schlagen. Die Zentralbanken würden keine Luftschlösser bauen. Die Marktteilnehmer müssten sich daran erinnern, dass der vorübergehende Schmerz eines guten Impfstoffs besser sei, als die Ausbreitung der Krankheit zuzulassen. (28.11.2022/alc/a/a)
Die VPI-Daten für die Eurozone am Mittwoch würden zeigen, wie schwierig die Herausforderung für die EZB sein werde. Für das Ende dieses und den Beginn des nächsten Jahres sei mit starken Inflationsschwankungen zu rechnen, da die Energiepreise zwar sinken würden, aber viele Regierungen die vergangenen Erhöhungen weitergeben würden. Die statistischen Ämter würden auch den Warenkorb des Verbraucherpreisindex aktualisieren, um den hohen Anteil der Energie am Verbrauch zu berücksichtigen.
Nichts sei unmöglich. Wenn die Wirtschaftstätigkeit in den nächsten sechs Monaten nicht einbreche, dann würden die Entscheidungsträger des Euroraums eine unerwartete weiche Landung geschafft haben. Die Rationierung sei der ausschlaggebende Faktor für 2023 und die gute Nachricht sei, dass sie durchaus vermieden werden könnte. Die Gasnachfrage habe sich selbst ausreichend gebremst und sei in diesem Jahr in allen Ländern um 15 bis 20 Prozent zurückgegangen. Das Defizit auf dem Gasmarkt sei praktisch verschwunden und 2023 seien keine weiteren Anstrengungen erforderlich, wenn der Winter so kalt werde wie gewohnt.
Der neueste EZB-Sprech sage alles: Sie werde sich auf die Seite der Entschlossenheit schlagen. Die Zentralbanken würden keine Luftschlösser bauen. Die Marktteilnehmer müssten sich daran erinnern, dass der vorübergehende Schmerz eines guten Impfstoffs besser sei, als die Ausbreitung der Krankheit zuzulassen. (28.11.2022/alc/a/a)


