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EZB noch nicht am Ende - Weitere Leitzinserhöhungen bis auf 3,75% wahrscheinlich
02.02.23 15:32
Merck Finck
München (www.anleihencheck.de) - Wir haben heute sicher noch nicht die letzte Leitzinserhöhung der EZB gesehen, so Robert Greil, Chefstratege bei Merck Finck a Quintet Private Bank.
Auch in der nächsten Sitzung am 16. März rechne Merck Finck unverändert mit einer Anhebung um 50 Basispunkte (wie sie die EZB heute auch explizit in Aussicht gestellt habe) und danach (am 4. Mai) noch einmal um 25 Basispunkte. Mit dem dann erreichten Leitzinssatz von 3,75 Prozent sehe Merck Finck aus heutiger Sicht das Ende dieses Zyklus erreicht.
Anders als viele Marktbeobachter erwarte Merck Finck jedoch nicht, dass die EZB schon in der zweiten Jahreshälfte damit beginnen werde, wieder in die entgegengesetzte Richtung zu steuern. Vielmehr werde sie aus Sicht von Merck Finck erst einmal den behutsamen Abbau ihrer Bilanz (monatlicher Abbau des Anleihenbestandes um 15 Mrd. Euro von März bis Juni) fortsetzen und die Auswirkungen ihrer restriktiven Geldpolitik bewerten.
Für einen Schwenk hin zu einer expansiven Geldpolitik wäre es nach Ansicht von Merck Finck zu früh. Denn in der Eurozone wirke die Geldpolitik schon aufgrund der erst später eingeleiteten Leitzinsanhebungen noch lange nicht so restriktiv wie bereits in den USA.
Zudem entspanne sich der Inflationstrend in den USA bereits seit Mitte letzten Jahres, in der Eurozone aber erst seit kurzem. Während sich dabei die Kerninflation (ohne Energie und Nahrungsmittel) hartnäckig hoch halte, würden aus Sicht von Merck Finck erst die März- und Aprilzahlen zur Gesamtinflation im Euroraum eine deutliche Entspannung zeigen, was der EZB im zweiten Quartal den Weg zum Abschluss des gegenwärtigen Zinserhöhungszyklus ermöglichen sollte.
Nachdem sich allerdings dank der gesunkenen Energiepreise, der Entspannung bei den Lieferketten und auch wieder besserer Exportaussichten nach China die Konjunkturperspektiven für den Euroraum wieder aufgehellt hätten, rechne Merck Finck mit einer weiterhin eher restriktiven EZB-Politik - im weiteren Verlauf dann allerdings nicht mehr hinsichtlich der Zinspolitik, sondern hinsichtlich eines beschleunigten Bilanzabbaus über "Quantitative Tightening".
Geldpolitik und Geopolitik würden in diesem Jahr bestimmende Faktoren für die Entwicklung der Finanzmärkte bleiben. So schwer insbesondere die geopolitischen Entwicklungen vorherzusagen seien, so wichtig sei es für Anleger, flexibel zu agieren, wenn sich eine Veränderung der Gemengelage ankündige. Merck Finck sehe für das Jahr 2023 drei Top-Risikokomplexe: 1. die Energiethematik vor dem Hintergrund des Russland/Ukraine-Konflikts, 2. die Notenbankpolitik in Zusammenhang mit dem Inflations- und Konjunkturtrend und 3. China hinsichtlich seiner schnellen Wiederöffnung und des Taiwan-Konflikts. (02.02.2023/alc/a/a)
Auch in der nächsten Sitzung am 16. März rechne Merck Finck unverändert mit einer Anhebung um 50 Basispunkte (wie sie die EZB heute auch explizit in Aussicht gestellt habe) und danach (am 4. Mai) noch einmal um 25 Basispunkte. Mit dem dann erreichten Leitzinssatz von 3,75 Prozent sehe Merck Finck aus heutiger Sicht das Ende dieses Zyklus erreicht.
Anders als viele Marktbeobachter erwarte Merck Finck jedoch nicht, dass die EZB schon in der zweiten Jahreshälfte damit beginnen werde, wieder in die entgegengesetzte Richtung zu steuern. Vielmehr werde sie aus Sicht von Merck Finck erst einmal den behutsamen Abbau ihrer Bilanz (monatlicher Abbau des Anleihenbestandes um 15 Mrd. Euro von März bis Juni) fortsetzen und die Auswirkungen ihrer restriktiven Geldpolitik bewerten.
Zudem entspanne sich der Inflationstrend in den USA bereits seit Mitte letzten Jahres, in der Eurozone aber erst seit kurzem. Während sich dabei die Kerninflation (ohne Energie und Nahrungsmittel) hartnäckig hoch halte, würden aus Sicht von Merck Finck erst die März- und Aprilzahlen zur Gesamtinflation im Euroraum eine deutliche Entspannung zeigen, was der EZB im zweiten Quartal den Weg zum Abschluss des gegenwärtigen Zinserhöhungszyklus ermöglichen sollte.
Nachdem sich allerdings dank der gesunkenen Energiepreise, der Entspannung bei den Lieferketten und auch wieder besserer Exportaussichten nach China die Konjunkturperspektiven für den Euroraum wieder aufgehellt hätten, rechne Merck Finck mit einer weiterhin eher restriktiven EZB-Politik - im weiteren Verlauf dann allerdings nicht mehr hinsichtlich der Zinspolitik, sondern hinsichtlich eines beschleunigten Bilanzabbaus über "Quantitative Tightening".
Geldpolitik und Geopolitik würden in diesem Jahr bestimmende Faktoren für die Entwicklung der Finanzmärkte bleiben. So schwer insbesondere die geopolitischen Entwicklungen vorherzusagen seien, so wichtig sei es für Anleger, flexibel zu agieren, wenn sich eine Veränderung der Gemengelage ankündige. Merck Finck sehe für das Jahr 2023 drei Top-Risikokomplexe: 1. die Energiethematik vor dem Hintergrund des Russland/Ukraine-Konflikts, 2. die Notenbankpolitik in Zusammenhang mit dem Inflations- und Konjunkturtrend und 3. China hinsichtlich seiner schnellen Wiederöffnung und des Taiwan-Konflikts. (02.02.2023/alc/a/a)
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