Erweiterte Funktionen
Die EZB muss sich alle Optionen offen halten
26.04.18 14:00
TARGOBANK
Düsseldorf (www.anleihencheck.de) - Es war absehbar, dass die EZB heute keine klare geldpolitische Linie für die Zukunft vorgibt, so Dr. Otmar Lang, Chefvolkswirt der TARGOBANK.
Daran werde sich bis zum nächsten Sitzungstermin im Juni wahrscheinlich auch nichts ändern. Die EZB müsse sich alle Optionen offen halten, und das möglichst für einen langen Zeitraum. Die jüngste Reihe schwächerer Konjunkturdaten und Stimmungsindikatoren im Euroraum würden den Konjunkturausblick seit einigen Wochen eingetrübter erscheinen lassen.
Zudem würden der Handelskonflikt zwischen den USA und China sowie die weiterhin völlig ungeklärte geopolitische Konstellation in Syrien schwelen. Einerseits drohe in beiden Fällen jederzeit eine Eskalation, andererseits würden solche Krisenszenarien die Märkte oft nur kurzfristig tangieren - wie etwa beim Luftangriff durch die USA auf Syrien. Die Medien hätten einen drohenden neuen Weltkrieg ausgerufen, aber die Börsen hätten sich schnell wieder beruhigt.
Auch die Auseinandersetzung der USA mit dem Rest der Welt um neue Zollbarrieren scheine sich aktuell wieder zu entspannen. Aber selbst wenn politische Börsen kurze Beine hätten und die EZB lediglich eine "Wetterberuhigung" abwarten müsse: Der sich anbahnende Konjunkturabschwung in der Eurozone könne der Zentralbank Schwierigkeiten bereiten.
Noch würden sich solche Bedenken kaschieren lassen: Das Niveau der Stimmungsindikatoren sei immer noch vergleichsweise hoch. Einige negative konjunkturelle Sondereffekte der letzten Wochen seien ausgestanden - so hätten die Grippe- und Kältewelle in Deutschland etwa für Einbrüche bei der deutschen Produktion gesorgt. Das Gesamtbild erscheine wieder aufgehellt.
Sollten die Stimmungsindikatoren bis zum Frühsommer allerdings weiter nachgeben, müsste Mario Draghi seine bisherige Rhetorik überdenken. Zwischen dem Auslaufen des Anleiheankaufprogramms und der ersten Zinsanhebung könnte dann ein sehr langer Zeitraum liegen. (26.04.2018/alc/a/a)
Daran werde sich bis zum nächsten Sitzungstermin im Juni wahrscheinlich auch nichts ändern. Die EZB müsse sich alle Optionen offen halten, und das möglichst für einen langen Zeitraum. Die jüngste Reihe schwächerer Konjunkturdaten und Stimmungsindikatoren im Euroraum würden den Konjunkturausblick seit einigen Wochen eingetrübter erscheinen lassen.
Auch die Auseinandersetzung der USA mit dem Rest der Welt um neue Zollbarrieren scheine sich aktuell wieder zu entspannen. Aber selbst wenn politische Börsen kurze Beine hätten und die EZB lediglich eine "Wetterberuhigung" abwarten müsse: Der sich anbahnende Konjunkturabschwung in der Eurozone könne der Zentralbank Schwierigkeiten bereiten.
Noch würden sich solche Bedenken kaschieren lassen: Das Niveau der Stimmungsindikatoren sei immer noch vergleichsweise hoch. Einige negative konjunkturelle Sondereffekte der letzten Wochen seien ausgestanden - so hätten die Grippe- und Kältewelle in Deutschland etwa für Einbrüche bei der deutschen Produktion gesorgt. Das Gesamtbild erscheine wieder aufgehellt.
Sollten die Stimmungsindikatoren bis zum Frühsommer allerdings weiter nachgeben, müsste Mario Draghi seine bisherige Rhetorik überdenken. Zwischen dem Auslaufen des Anleiheankaufprogramms und der ersten Zinsanhebung könnte dann ein sehr langer Zeitraum liegen. (26.04.2018/alc/a/a)


