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EZB macht zufrieden Pause - abwarten und Tee trinken


25.07.25 08:33
Nord LB

Hannover (www.anleihencheck.de) - Die EZB hat auf ihrer Sommersitzung einstimmig beschlossen, ihre Leitzinsen unverändert zu lassen, so die Analysten der Nord LB.

Nach sieben Senkungen in Folge sei dies von der Mehrheit der Beobachter erwartet worden. Die Mittelung im Monetary Policy Statement der Währungshüter sei nicht länger als ein Absatz gewesen. Die Währungshüter seien sichtlich zufrieden mit ihrer Arbeit, würden aber nachdrücklich vor den schlummernden Risiken warnen.

Die jüngsten Inflationsdaten hätten keinen Anlass gegeben, am Zinsniveau zu schrauben. Zwar sei die Preisentwicklung bei Dienstleistungen noch nicht ganz zielkompatibel, die aktuelle und absehbare Lohnentwicklung, insbesondere unter Berücksichtigung von Produktivitätssteigerungen, würden jedoch ein weiteres Abflachen erwarten lassen. Andererseits werde aktuell Disinflation über den gestiegenen Euro-Wechselkurs importiert. Präsidentin Lagarde habe aber bekräftigt, dass der Außenwert der Währung keine Zielgröße für die EZB sei und "nur" über die Inflation gesteuert werde.

Die Wirtschaft in der Eurozone habe sich bisher relativ widerstandsfähig gegenüber den Risiken aus Geopolitik und Handelskrieg gezeigt. Die Abwärtsrisiken würden eher Anlass für eine lockerere Geldpolitik geben, nur eben noch nicht jetzt. Die Stärke im ersten Quartal sei vor allem auf Vorzieheffekte im Zusammenhang mit der US-Zollpolitik gebaut gewesen, entsprechend sollten darauf im Jahresverlauf bremsende Effekte folgen. Glaube man den Stimmungsindikatoren aus der Wirtschaft, sei derzeit aber völlig offen, wie stark sich die Konjunktur abkühlen werde. Die Akteure würden seit April eher eine Zunahme der Dynamik signalisieren, obwohl sich die Ökonomen einig seien, dass eine Erhöhung der Zollschranken negativ auf das Wachstum wirke. Zudem sei eine Eskalation nach wie vor nicht ausgeschlossen.

Perspektivisch müsse damit gerechnet werden, dass die Inflation wieder etwas Auftrieb bekomme. Das folge sowohl aus den fiskalpolitischen Maßnahmen (Infrastrukturpaket in Deutschland; Aufrüstung) als auch den mittelfristigen Wirkungen erhöhter Zölle. Die Ökonomen seien sich einig, dass letzteres im Gleichgewicht ceteris paribus die Produktivität reduziere und das sei inflationstreibend. Das müsse natürlich nicht so sein und hänge von weiteren Gegebenheiten ab, insbesondere wie die Politik auf Umlenkungseffekte reagiere.

Die EZB habe sich zurücklehnen und abwarten können. Die Inflation sei im Zielbereich, die mittelfristigen Inflationserwartungen seien stabil bei 2% verankert. Die Wirtschaft in der Eurozone erweise sich als einigermaßen widerstandsfähig, um die am kurzen Ende überwiegenden Abwärtsrisiken aus dem Zollkonflikt abzufedern. Was sich darüber hinaus für die Geldpolitik ergebe, darüber tappe die EZB (wie wir alle) im Dunklen, was von Präsidentin Lagarde in der Pressekonferenz explizit so beschrieben worden sei. Es bleibe beim datengetriebenen Ansatz, der von Sitzung zu Sitzung entscheide. Die Analysten würden nach wie vor davon ausgehen, dass Inflation und Wirtschaftswachstum noch eine weitere Zinssenkung in diesem Jahr erfordern würden, wahrscheinlich im September. Dann gebe es auch neue EZB-Projektionen.

Die EZB habe auf ihrer Sommersitzung einstimmig beschlossen, ihre Leitzinsen unverändert zu lassen. Nach sieben Senkungen in Folge sei dies von der Mehrheit der Beobachter erwartet worden. Die Währungshüter hätten sich zurücklehnen und abwarten können. Die Inflation sei im Zielbereich und die mittelfristigen Inflationserwartungen seien stabil bei 2% verankert. Die Wirtschaft in der Eurozone erweise sich als einigermaßen widerstandsfähig, um die am kurzen Ende überwiegenden Abwärtsrisiken aus dem Zollkonflikt abzufedern. Was sich darüber hinaus für die Geldpolitik ergebe, darüber tappe die EZB (wie wir alle) im Dunklen. Es bleibe beim datengetriebenen Ansatz, der von Sitzung zu Sitzung entscheide. Die Analysten der Nord LB gehen nach wie vor davon aus, dass es in diesem Jahr eine weitere Zinssenkung geben wird, wahrscheinlich im September. Dann gebe es auch neue EZB-Projektionen. (Ausgabe vom 24.07.2025) (25.07.2025/alc/a/a)