EZB lässt Leitzinsen unverändert


20.01.17 11:15
Postbank Research

Bonn (www.anleihencheck.de) - Die EZB hat auf ihrer gestrigen Ratssitzung die Leitzinsen für die Eurozone wie erwartet unverändert belassen, so die Analysten von Postbank Research.

Die Aussagen von EZB-Präsident Mario Draghi auf der anschließenden Pressekonferenz seien aber in der Summe eher "dovish" ausgefallen. So habe er den jüngsten, kräftigen Anstieg der EWU-Inflationsrate auf 1,1% mit Verweis auf den gestiegenen Ölpreis als Haupttreiber dieser Entwicklung sowie auf die weiterhin verhaltene Dynamik bei den Kernverbraucherpreisen relativiert. Eine veränderte Einschätzung der Inflation könne sich nach seiner Aussage nur dann ergeben, wenn der Inflationsanstieg im Durchschnitt des Euroraums mittelfristig und nachhaltig sei sowie sich auch ohne eine ultraexpansive Geldpolitik selbst trage. Vor diesem Hintergrund habe er abermals darauf verwiesen, dass die Zinsen noch lange über das aktuelle Anleiheankaufprogramm hinaus sehr niedrig bleiben würden.

Die Entscheidung, welche Assetklassen von der Reduktion des Ankaufvolumens ab April in welchem Ausmaß betroffen sein würden, werde erst auf der kommenden Sitzung fallen. Heute sei lediglich beschlossen worden, dass der im Dezember avisierte Kauf von Papieren mit einer Rendite unterhalb des Einlagensatzes sich ausschließlich auf Staatsanleihen, nicht aber auf Unternehmensanleihen, Pfandbriefe oder Asset Backed Securities erstrecken werde.

Die US-Baubeginne und -genehmigungen seien im Dezember 2016 auf 1.226 Tsd. beziehungsweise 1.210 Tsd. in annualisierter Rechnung gestiegen. Gleichzeitig seien die jeweiligen November-Werte moderat aufwärts revidiert worden. Damit bewege sich die Bautätigkeit weiter in etwa auf ihrem Niveau der vergangenen beiden Jahre, ohne dass sich ein klarer Trend herausbilde.

Die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe seien in der vergangenen Woche von (revidiert) 249 Tsd. auf 234 Tsd. gefallen. Sie hätten damit ihr niedrigstes Niveau seit 43 Jahren erreicht und würden auch weiterhin nicht für eine nachlassende Dynamik am US-Arbeitsmarkt sprechen.

China habe in der vergangenen Nacht neue Daten zum BIP-Wachstum bekannt gegeben. Demnach sei die Wirtschaftsleistung im 4. Quartal 2016 im Vergleich zum entsprechenden Vorjahresquartal um 6,8% gestiegen. Im Gesamtjahr 2016 habe das BIP um 6,7% zugelegt nach 6,9% im Jahr 2015.

Zum Abschluss der Woche stünden heute keine weiteren Konjunkturdaten zur Veröffentlichung an. (20.01.2017/alc/a/a)





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