EZB kommt Inflationsrückgang gelegen


21.04.17 12:30
HSBC Trinkaus & Burkhardt

Düsseldorf (www.anleihencheck.de) - Seitens der Notenbanken steht wohl vor allem die Sitzung der EZB am Donnerstag im Fokus, so die Analysten von HSBC Trinkaus & Burkhardt.

Zwischenzeitlich seien zwar Spekulationen hochgekocht, wonach die europäischen Währungshüter früher als bisher erwartet an der Zinsschraube drehen könnten. EZB-Präsident Mario Draghi und EZB-Chefvolkswirt Peter Praet sei es zuletzt aber gelungen, entsprechende Erwartungen wieder einzufangen, indem sie auf das mangelnde Lohnwachstum und den fehlenden Preisdruck hingewiesen hätten. Und während die Vorlaufindikatoren für die Eurozone weiterhin optimistisch stimmen würden, würden es die "harten" Konjunkturdaten bisher nicht schaffen, den rosigen Eindruck zu bestätigen. Obendrein dürfte auch der Rückgang der Inflation auf 1,5% gg. Vj. im März Gedankenspiele einer weniger expansiven Geldpolitik in der Eurozone eingefangen haben.

Einen Tag nach der EZB-Sitzung, am Freitag, dürften die neuen Inflationsdaten für den Monat April u. a. aufgrund der späten Osterfeiertage zwar einen Wiederanstieg der Teuerung auf 2,0% in der Jahresrate belegen, der Zenit des Preisanstiegs in der Eurozone sollte aber überschritten sein. Vor diesem Hintergrund halten die Analysten von HSBC Trinkaus & Burkhardt den April nicht als den richtigen Zeitpunkt für eine Diskussion um eine Neuausrichtung der hiesigen Geldpolitik. Stattdessen dürften die Währungshüter am Donnerstag die Hände ruhig halten und erneut die Notwendigkeit betonen, vorsichtig zu bleiben. (21.04.2017/alc/a/a)