EZB hält an ultraexpansiver Geldpolitik fest - FED steht vor weiteren Leitzinserhöhungen


01.02.18 08:45
Postbank Research

Bonn (www.anleihencheck.de) - Die EZB-Ratssitzung Ende Januar brachte aus Marktsicht keine substanziell neuen Erkenntnisse über den künftigen Kurs der Notenbank, so die Analysten von Postbank Research.

In der darauffolgenden Pressekonferenz sei EZB-Präsident Draghi bemüht gewesen, jegliche Festlegung in Bezug auf Änderungen am Anleiheankaufprogramm oder an den Leitzinsen zu vermeiden. Bemerkenswert sei auch das Festhalten an der Aussage gewesen, dass die Anleiheankäufe in Hinblick auf Dauer wie auch Umfang bei Bedarf noch einmal ausgeweitet werden könnten. Auch an der Erwartung der Notenbanker eines für längere Zeit unveränderten Leitzinsniveaus habe sich gegenüber den vorangegangenen Sitzungen nichts geändert. Für 2018 habe Draghi eine Leitzinserhöhung praktisch ausgeschlossen.

Über die jüngste Stärke des Euro habe sich die EZB nur mäßig besorgt geteigt. Sie habe diesbezüglich auf ein gestiegenes Abwärtsrisiko für den Inflationsausblick verwiesen, sehe aber offensichtlich noch keinen Handlungsbedarf.

Das "offizielle" Festhalten der EZB an der ultraexpansiven Ausrichtung ihrer Geldpolitik stehe in Kontrast zu jüngsten Äußerungen einiger ihrer Ratsmitglieder. Diese hätten sich für ein baldiges Ende der Anleiheankäufe ausgesprochen und eine stärkere Fokussierung auf die Zinspolitik befürwortet. Nach Erachten der Analysten von Postbank Research müsste die Notenbank spätestens auf ihrer Sitzung im Juni eine Entscheidung zum Fortgang des Anleiheankaufprogramms treffen, wenn sie das Risiko einer erhöhten Unsicherheit an den
Märkten gering halten möchte. Sehr wahrscheinlich dürfte sie eine solche Entscheidung auf einer ihrer beiden kommenden Sitzungen, also im März oder April, verbal vorbereiten. Die Analysten würden eine schrittweise Reduzierung des Ankaufvolumens ab Oktober 2018 und eine vollständige Beendigung der Nettoankäufe Anfang 2019 nach wie vor für die wahrscheinlichste Variante halten. Mit der ersten EZB-Leitzinserhöhung würden sie weiterhin um die Jahresmitte 2019 rechnen.

Hinsichtlich der US-Notenbank gebe es seit unserer letzten Ausgabe von "Zinsen und Währungen" wenig Neues zu berichten. Die FED habe ihren Leitzins auf ihrer letzten Sitzung im Jahr 2017 um 25 Basispunkte auf 1,25-1,50% angehoben. Das begleitende Statement habe gezeigt, dass die FOMC-Mitglieder zwar die Konjunktur- und Arbeitsmarktentwicklung nochmals etwas besser als zuvor beurteilt hätten. Gleichwohl hätten sie für das kommende Jahr unverändert drei weitere Zinsschritte erwartet, was auf mangelnde Fortschritte bei der Erreichung des Inflationsziels zurückzuführen gewesen sei. Die Analysten von Postbank Research würden davon ausgehen, dass sich die Einschätzung der FED zu Jahresbeginn 2018 nicht wesentlich verändert habe. Sie würden weiterhin mit der nächsten Zinserhöhung im März rechnen. Bis Ende 2018 dürfte die Fed Funds Target Rate auf 2,00-2,25% steigen. (Zinsen und Währungen Februar 2018) (01.02.2018/alc/a/a)






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