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EZB dürfte bei ihrer nächsten Sitzung die Reduzierung ihrer Wertpapierkäufe nach 2017 bekannt geben


23.10.17 12:50
Allianz Global Investors

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Bei ihrer nächsten geldpolitischen Sitzung dürfte die EZB die Reduzierung ihrer Wertpapierkäufe nach 2017 bekannt geben, so Franck Dixmier, Global Head of Fixed Income von Allianz Global Investors, im Vorfeld der EZB-Sitzung am 26. Oktober 2017.

Das wirtschaftliche und finanzielle Umfeld ermögliche der Zentralbank, ihre Präsenz auf den Rentenmärkten zu verringern: Das Wachstum in der Eurozone sei solide, gleichlaufend und ausgewogen von Konsum und Investitionen getragen; die Frühindikatoren seien gut verankert, und die Vertrauensindikatoren würden sich auf Höchstständen befinden. Die EZB habe den wichtigsten Teil ihres Auftrags erfüllt, indem sie die Deflation effektiv bekämpft habe, und die Kerninflation schon länger über 1% liege. Die Erholung des Kreditzyklus in der Eurozone scheine ebenfalls nachhaltig zu sein.

Die Märkte seien gut auf eine Reduzierung der Wertpapierkäufe vorbereitet, die angesichts der auf dem Spiel stehenden Beträge nicht ohne Folgen sein dürfte. Ein Vergleich zwischen dem Einfluss des Quantitative Easing der FED und dem Wertpapierkaufprogramm der EZB zeige, dass die EZB aktuell mehr als das Siebenfache der Netto-Emissionen in Staatsanleihen der Eurozone erwerbe, während die Käufe der FED nie das Volumen der Netto-Emission von US-Treasuries überschritten hätten. Das Thema des Ausstiegs sei also äußerst sensibel. Daher dürfte das Kommuniqué der EZB moderate Töne anschlagen und betonen, dass die Reduzierung der Wertpapierkäufe keinem Automatismus folge, um größtmögliche Flexibilität für den Ausstieg aus der unkonventionellen Geldpolitik zu behalten.

Die EZB profitiere derzeit von einer sehr seltenen Konstellation: Die entwickelten Länder hätten ihre Wachstumsrate kürzlich nach oben korrigiert, während die FED schrittweise die Normalisierung der Leitzinsen fortsetze. Vor diesem Hintergrund sei zu erwarten, dass sich der Aufwertungsdruck des Euro gegenüber allen anderen Währungen stark abschwäche, was der EZB zusätzlichen Handlungsspielraum bei der Durchführung ihres Ausstiegsprogramms verschaffe. (23.10.2017/alc/a/a)