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EZB dürfte an ihrer lockeren Geldpolitik festhalten
06.12.16 12:30
Allianz Global Investors
Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Auf ihrer nächsten Sitzung wird die Europäische Zentralbank (EZB) ihr Asset Purchase Programm (APP) voraussichtlich um sechs bis neun Monate verlängern, so Franck Dixmier, Globaler Anleihenchef von Allianz Global Investors.
Die Analysten würden darüber hinaus erwarten, dass Mario Draghi einige technische Anpassungen bekannt geben werde, um das Angebot an programmfähigen Anleihen zu verbessern: Ein Beispiel wäre die Änderung des 50%-Limits für einzelne Emittenten und Emissionen. Dadurch könne die EZB auf ein breiteres Anleiheangebot zugreifen und ihr durchschnittliches monatliches Kaufvolumen von 80 Mio. Euro beibehalten.
Aus zwei Gründen dürfte die EZB an ihrer lockeren Geldpolitik festhalten. Erstens hätten die offiziellen Verlautbarungen der Bank in den vergangenen zwei bis drei Wochen auf enttäuschende Inflationszahlen abgestellt. Dies gelte insbesondere für die Kerninflation, die im November bei 0,8% gegenüber Vorjahr gelegen habe. Aus EZB-Sicht sei dies zu niedrig und auch zu weit von dem erklärten 2%-igen Inflationsziel entfernt. Zweitens gebe es kein Anzeichen einer Beruhigung des aktuell volatilen politischen Umfelds. Auch wenn sich Österreichs Wähler nicht für den Kandidaten der FPÖ als Bundespräsidenten entschieden hätten, sorge das "Nein" im italienischen Referendum für weitere Instabilität in der Eurozone. Im ersten Halbjahr 2017 würden sowohl in den Niederlanden als auch in Frankreich Wahlen stattfinden, wobei in beiden Ländern die selbsternannten Kandidaten des "Anti-Establishment" ein hohes Maß an Popularität genießen würden.
Was die Angebotsseite betreffe, sei schwer einschätzbar, ob der aktuelle, von Trump inspirierte Anstieg der Renditen nachhaltig sein werde. Sollte seine Wirtschaftspolitik enttäuschen, dürften die US-Renditen in der Folge sinken und einen Abwärtsdruck auf die Renditen in der Eurozone ausüben. Derzeit könne die EZB nur Anleihen erwerben, die über dem offiziellen Einlagenzins von -0,4% rentieren würden. Gleichzeitig könne die Bank nicht das Risiko eines schrumpfenden Pools programmfähiger Wertpapiere eingehen.
Eine Zinssenkung stehe jedoch nicht an. Den Einlagenzinssatz noch tiefer in negatives Terrain zu drücken, wäre ein hochsensibler Schritt. Dies nicht zuletzt deshalb, weil die EZB keinesfalls in den Ruch kommen möchte, sie würde indirekt die Währung manipulieren. (06.12.2016/alc/a/a)
Die Analysten würden darüber hinaus erwarten, dass Mario Draghi einige technische Anpassungen bekannt geben werde, um das Angebot an programmfähigen Anleihen zu verbessern: Ein Beispiel wäre die Änderung des 50%-Limits für einzelne Emittenten und Emissionen. Dadurch könne die EZB auf ein breiteres Anleiheangebot zugreifen und ihr durchschnittliches monatliches Kaufvolumen von 80 Mio. Euro beibehalten.
Was die Angebotsseite betreffe, sei schwer einschätzbar, ob der aktuelle, von Trump inspirierte Anstieg der Renditen nachhaltig sein werde. Sollte seine Wirtschaftspolitik enttäuschen, dürften die US-Renditen in der Folge sinken und einen Abwärtsdruck auf die Renditen in der Eurozone ausüben. Derzeit könne die EZB nur Anleihen erwerben, die über dem offiziellen Einlagenzins von -0,4% rentieren würden. Gleichzeitig könne die Bank nicht das Risiko eines schrumpfenden Pools programmfähiger Wertpapiere eingehen.
Eine Zinssenkung stehe jedoch nicht an. Den Einlagenzinssatz noch tiefer in negatives Terrain zu drücken, wäre ein hochsensibler Schritt. Dies nicht zuletzt deshalb, weil die EZB keinesfalls in den Ruch kommen möchte, sie würde indirekt die Währung manipulieren. (06.12.2016/alc/a/a)


