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EZB bleibt expansiv, geht aber leicht vom Gaspedal zurück


28.12.17 10:45
Berenberg Bank

Hamburg (www.anleihencheck.de) - Die Geldpolitik der EZB bleibt weiterhin sehr expansiv, auch wenn die Währungshüter für 2018 einen graduellen Ausstieg aus dem laufenden Sonderprogramm beschlossen haben, so Cornelia Koller von der Privatbank Berenberg.

So werde der Ankauf von Vermögenswerten zwar noch einmal um neun Monate bis September 2018 verlängert, das Volumen der monatlichen Käufe aber ab Januar 2018 auf 30 Mrd. Euro halbiert. Das Ende des Anleiheankaufprogramms bleibe vorerst weiter offen und die EZB behalte sich die Option vor, die Ankäufe gegebenenfalls erneut verlängern oder sogar wieder anheben zu können. Die Analysten würden mit Blick auf die gute Konjunktur aber erwarten, dass das Ankaufprogramm tatsächlich im September 2018 auslaufen und EZB-Präsident Draghi die Märkte darauf im Sommer einstimmen werde. Nach Ende des Sonderprogramms werde sich der geldpolitische Fokus auf die Wiederanlagepolitik fälliger Anleihen konzentrieren. Die Analysten würden erwarten, dass die EZB fällige Anleihen noch für einige Jahre durch den Kauf neuer Titel ersetzen und somit ihren Bestand konstant halten werde.

Mit der ersten Leitzinserhöhung werde sich die EZB wohl noch bis 2019 Zeit lassen. Die Analysten würden den ersten Zinsschritt auf 0,25% beim Refinanzierungssatz im Juni 2019 erwarten, gefolgt von einem weiteren Trippelschritt Ende 2019. Den Einlagensatz könnte die EZB bereits im März 2019 von -0,4 % auf -0,25% anheben. (Ausblick 2018) (28.12.2017/alc/a/a)