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EZB bleibt auf Lockerungskurs
28.02.25 14:00
Helaba
Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Ein Blick auf die Terminmärkte zeigt, dass sich die Zinserwartungen im Euroraum seit Herbst letzten Jahres nicht wesentlich verändert haben, so die Analysten der Helaba.
Der Zielbereich liege seit September 2024 bei rund 2%. Offenbar hätten auch viele Mitglieder des EZB-Rats diese Marke im Blick, sodass es aus ihrer Sicht schon starker Argumente bedürfte, um den Rhythmus von 25 Basispunkten pro Sitzung zu unterbrechen. Ein Argument wäre - wie aus dem letzten Sitzungsprotokoll des EZB-Rats hervorgehe - dass das Inflationsrisiko zuletzt wieder zugenommen habe.
Aber auch die Risiken für die Euro-Konjunktur seien gestiegen. Der US-Präsident scheine ernst zu machen mit Zollerhöhungen für Produkte aus dem Euroraum. Insgesamt nehme die Gefahr eines Handelskriegs zu, der hierzulande zu deutlichen Wachstumseinbußen führen könnte. Der EZB-Rat dürfte dieses bedrohliche Umfeld bei seiner Entscheidung berücksichtigen und eine weitere Entlastung von Unternehmen und privaten Haushalten kaum verweigern.
Neben den turnusmäßig veröffentlichten Projektionen der EZB zu Wachstum und Inflation, bei denen keine wesentlichen Änderungen zu erwarten seien, könnte ein anderes Thema eine Signalfunktion haben. Dabei handele es sich um den bisher in den Pressemitteilungen zu den EZB-Beschlüssen enthaltenen Passus, dass die Geldpolitik vom Rat als restriktiv eingestuft werde. Wenn der Leitzins bei einem Einlagensatz von dann 2,5% als neutral bezeichnet werde, also die Konjunktur im Euroraum weder bremse noch beschleunige, dürfte dies ein Hinweis darauf sein, dass die Notwendigkeit weiterer Senkungen nicht mehr ganz so groß eingeschätzt werde. Zumindest für EZB-Direktorin Schnabel scheine der geldpolitische Kurs nicht mehr so klar zu sein.
Hätte der alte Passus aber Bestand, wäre dies als Erfolg der Tauben im EZB-Rat zu werten, die den Bereich der geldpolitischen Neutralität tendenziell tiefer sehen als die Falken. Im Sommer stehe der Rat jedoch vor der nächsten größeren Diskussion: Ab welchem Leitzins wirke die Geldpolitik expansiv? Auch hier dürften die Meinungen auseinandergehen. Zudem stelle sich dann die Frage, ob ein expansiver Kurs konjunkturell notwendig sei und ob die Inflation dafür überhaupt Raum lasse. Derzeit sei die Wahrscheinlichkeit eines Einlagensatzes von unter 2% überschaubar. (28.02.2025/alc/a/a)
Der Zielbereich liege seit September 2024 bei rund 2%. Offenbar hätten auch viele Mitglieder des EZB-Rats diese Marke im Blick, sodass es aus ihrer Sicht schon starker Argumente bedürfte, um den Rhythmus von 25 Basispunkten pro Sitzung zu unterbrechen. Ein Argument wäre - wie aus dem letzten Sitzungsprotokoll des EZB-Rats hervorgehe - dass das Inflationsrisiko zuletzt wieder zugenommen habe.
Neben den turnusmäßig veröffentlichten Projektionen der EZB zu Wachstum und Inflation, bei denen keine wesentlichen Änderungen zu erwarten seien, könnte ein anderes Thema eine Signalfunktion haben. Dabei handele es sich um den bisher in den Pressemitteilungen zu den EZB-Beschlüssen enthaltenen Passus, dass die Geldpolitik vom Rat als restriktiv eingestuft werde. Wenn der Leitzins bei einem Einlagensatz von dann 2,5% als neutral bezeichnet werde, also die Konjunktur im Euroraum weder bremse noch beschleunige, dürfte dies ein Hinweis darauf sein, dass die Notwendigkeit weiterer Senkungen nicht mehr ganz so groß eingeschätzt werde. Zumindest für EZB-Direktorin Schnabel scheine der geldpolitische Kurs nicht mehr so klar zu sein.
Hätte der alte Passus aber Bestand, wäre dies als Erfolg der Tauben im EZB-Rat zu werten, die den Bereich der geldpolitischen Neutralität tendenziell tiefer sehen als die Falken. Im Sommer stehe der Rat jedoch vor der nächsten größeren Diskussion: Ab welchem Leitzins wirke die Geldpolitik expansiv? Auch hier dürften die Meinungen auseinandergehen. Zudem stelle sich dann die Frage, ob ein expansiver Kurs konjunkturell notwendig sei und ob die Inflation dafür überhaupt Raum lasse. Derzeit sei die Wahrscheinlichkeit eines Einlagensatzes von unter 2% überschaubar. (28.02.2025/alc/a/a)


