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EZB bereit für unkonventionelle Maßnahmen
22.04.14 11:31
Bank J. Safra Sarasin AG
Basel (www.anleihencheck.de) - Die Europäische Zentralbank (EZB) hat unter dem Druck überraschend niedriger Inflationszahlen angekündigt, bereit für unkonventionelle Maßnahmen zur Unterstützung der Konjunktur zu sein, so die Analysten der Bank J. Safra Sarasin AG.
Dies habe die Erwartung angeheizt, die EZB könnte ähnlich der amerikanischen und britischen Notenbanken maßiv Staatsanleihen zu kaufen. Entsprechend euphorisch gewesen sei die Reaktion der Obligationenmärkte. Tatsächlich würden die positiven Erfahrungen in den USA und UK für diese Art einer quantitativen Lockerung der Geldpolitik sprechen.
Im Euroland gebe es aber fünf gewichtige Gründe dagegen: Zunächst fehle ein politischer Konsens, dass der Kauf von Staatsanleihen innerhalb des Mandates der EZB liege. Zudem würden diese Käufe die Finanzierungsbedingungen der Unternehmen eher in Wirtschaftsräumen verbessern, in denen sich Unternehmen am Kapitalmarkt anstatt wie im Euroland bei Banken finanzieren würden.
Bei einer regionalen Aufteilung der Ankäufe gemäß Kapitalanteilen an der EZB, die politisch am ehesten auf Akzeptanz stoßen würde, würden vor allem Länder wie Deutschland profitieren, die einen zusätzlichen Stimulus nicht notwendig hätten. Bei einer regionalen Aufteilung gemäß ökonomischer Notwendigkeit würden die bislang strengen Auflagen für diesen Fall obsolet. Politisch und ökonomisch wäre es schwer zu erklären, warum die EZB zu einem Zeitpunkt beginne, Anleihen zu kaufen, zu dem sich die Zinsen bereits auf mehrjährigen Tiefständen befänden.
Angesichts dieser Nachteile halten die Analysten der Bank J. Safra Sarasin AG es für deutlich wahrscheinlicher, dass die EZB andere unkonventionelle Maßnahmen anwendet. Positive Erfahrungen habe sie bereits beim Ankauf von Pfandbriefen in den Jahren 2009 und 2011 gemacht. Auch würde der Ankauf von Pfandbriefen Bonds und Unternehmensanleihen die Realwirtschaft viel direkter unterstützen. Allerdings sei dieser Markt derzeit ausreichend liquide und bedürfe keiner Unterstützung.
Ein Markt, der seit der Finanzmarktkrise jedoch nicht funktioniere, sei der Markt für verbriefte Kreditforderungen - die so genannten Asset Backed Securities (ABS). Durch den Ankauf dieser Papiere würde die EZB die Freisetzung von Bankkapital ermöglichen. Damit könnte die EZB sowohl den ABS-Markt als auch die Kreditvergabe wiederbeleben.
Zusätzlich würden die Analysten aber auch eine herkömmliche Leitzinssenkung erwarten, selbst wenn die EZB bei einem aktuellen Zinssatz von 0,25% dabei nur noch wenig Spielraum habe. Diesen sollte sie aber so schnell wie möglich ausnutzen, bevor sie weitere unkonventionelle Maßnahmen wie negative Einlagenzinsen, eine zusätzliche langfristige Liquiditätszufuhr oder spezielle Kreditfinanzierungen ins Auge fasse. Eines bleibe jedoch klar: Die niedrige Inflation, das schwache Kreditwachstum und der starke Euro würden eine unkonventionelle Geldpolitik notwendig machen. (22.04.2014/alc/a/a)
Dies habe die Erwartung angeheizt, die EZB könnte ähnlich der amerikanischen und britischen Notenbanken maßiv Staatsanleihen zu kaufen. Entsprechend euphorisch gewesen sei die Reaktion der Obligationenmärkte. Tatsächlich würden die positiven Erfahrungen in den USA und UK für diese Art einer quantitativen Lockerung der Geldpolitik sprechen.
Im Euroland gebe es aber fünf gewichtige Gründe dagegen: Zunächst fehle ein politischer Konsens, dass der Kauf von Staatsanleihen innerhalb des Mandates der EZB liege. Zudem würden diese Käufe die Finanzierungsbedingungen der Unternehmen eher in Wirtschaftsräumen verbessern, in denen sich Unternehmen am Kapitalmarkt anstatt wie im Euroland bei Banken finanzieren würden.
Angesichts dieser Nachteile halten die Analysten der Bank J. Safra Sarasin AG es für deutlich wahrscheinlicher, dass die EZB andere unkonventionelle Maßnahmen anwendet. Positive Erfahrungen habe sie bereits beim Ankauf von Pfandbriefen in den Jahren 2009 und 2011 gemacht. Auch würde der Ankauf von Pfandbriefen Bonds und Unternehmensanleihen die Realwirtschaft viel direkter unterstützen. Allerdings sei dieser Markt derzeit ausreichend liquide und bedürfe keiner Unterstützung.
Ein Markt, der seit der Finanzmarktkrise jedoch nicht funktioniere, sei der Markt für verbriefte Kreditforderungen - die so genannten Asset Backed Securities (ABS). Durch den Ankauf dieser Papiere würde die EZB die Freisetzung von Bankkapital ermöglichen. Damit könnte die EZB sowohl den ABS-Markt als auch die Kreditvergabe wiederbeleben.
Zusätzlich würden die Analysten aber auch eine herkömmliche Leitzinssenkung erwarten, selbst wenn die EZB bei einem aktuellen Zinssatz von 0,25% dabei nur noch wenig Spielraum habe. Diesen sollte sie aber so schnell wie möglich ausnutzen, bevor sie weitere unkonventionelle Maßnahmen wie negative Einlagenzinsen, eine zusätzliche langfristige Liquiditätszufuhr oder spezielle Kreditfinanzierungen ins Auge fasse. Eines bleibe jedoch klar: Die niedrige Inflation, das schwache Kreditwachstum und der starke Euro würden eine unkonventionelle Geldpolitik notwendig machen. (22.04.2014/alc/a/a)


