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EZB: Zweistellige Inflationsrate spricht für erneute Zinsanhebung um 75 BP
10.10.22 09:53
Hamburg Commercial Bank
Hamburg (www.anleihencheck.de) - Die Eurozone wird in diesem Jahr ihre Wirtschaftsleistung um 2,9% ausweiten können, im kommenden Jahr jedoch mit 0,3% nahezu stagnieren, womit wir unsere bisherige Wachstumsprognose für 2023 (1,4%) deutlich heruntergeschraubt haben, so die Analysten der Hamburg Commercial Bank.
Das liege vor allem daran, dass die Energiekrise sich weiter zugespitzt und die geopolitische Lage noch mehr Unsicherheit generiert habe. Einen noch gravierenderen Abschwung würden die Analysten aus drei Gründen für etwas weniger wahrscheinlich halten: Erstens seien die Auftragsbestände der Industrie insbesondere in Deutschland auf einem rekordhohen Niveau, sodass dieser Sektor im Abschwung in die Lage versetzt werde, seine vollen Auftragsbücher abzuarbeiten.
Zweitens würden die Arbeitsmärkte angespannt bleiben - die Arbeitslosenrate sei in der Eurozone auf das Rekordtief von 6,6% gefallen -, sodass viele Arbeitgeber sich scheuen dürften, massenweise Personal zu entlasten, würden sie doch aus Erfahrung wissen, wie schwer es sei, im nächsten Aufschwung dann wieder Arbeitskräfte zu finden. Und drittens würden viele Staaten viel Geld in die Hand nehmen - zuletzt habe Deutschland ein 200 Mrd. Euro starkes Entlastungspaket angekündigt -, um privaten Haushalten und Unternehmen durch Preisbremsen und Unterstützungszahlungen temporär zu helfen.
Die Einführung von Energiepreisbremsen könnte bedeuten, dass die mittlerweile zweistellige Inflationsrate (September: 10,0% YoY) bereits zum Jahreswechsel ihren Höhepunkt erreiche (möglicherweise im Dezember/Januar). Von einem scharfen Rückgang der Teuerungsrate würden die Analysten allerdings nicht ausgehen, unter anderem weil der schwache Wechselkurs für teurere Importe sorge und die Löhne vermutlich mit einer historisch gesehen relativ hohen Rate steigen würden.
Die Europäische Zentralbank habe angekündigt, weitere kräftige Zinserhöhungen durchzuführen, um die Inflation unter Kontrolle zu bekommen. Die Analysten würden es für wahrscheinlich halten, dass die EZB am 27.10. erneut den Leitzins um 75 BP anheben und dass das Niveau des Hauptrefinanzierungssatzes bis zum März 2023 3,0% erreicht haben werde. Dies sollte etwas höher sein als das neutrale Zinsniveau (dies sei das Leitzinsniveau, das die Wirtschaft weder bremse noch stimuliere), sodass die EZB dann vermutlich längere Zeit pausieren werde. (Finanzmarkttrends Oktober 2022) (10.10.2022/alc/a/a)
Das liege vor allem daran, dass die Energiekrise sich weiter zugespitzt und die geopolitische Lage noch mehr Unsicherheit generiert habe. Einen noch gravierenderen Abschwung würden die Analysten aus drei Gründen für etwas weniger wahrscheinlich halten: Erstens seien die Auftragsbestände der Industrie insbesondere in Deutschland auf einem rekordhohen Niveau, sodass dieser Sektor im Abschwung in die Lage versetzt werde, seine vollen Auftragsbücher abzuarbeiten.
Die Einführung von Energiepreisbremsen könnte bedeuten, dass die mittlerweile zweistellige Inflationsrate (September: 10,0% YoY) bereits zum Jahreswechsel ihren Höhepunkt erreiche (möglicherweise im Dezember/Januar). Von einem scharfen Rückgang der Teuerungsrate würden die Analysten allerdings nicht ausgehen, unter anderem weil der schwache Wechselkurs für teurere Importe sorge und die Löhne vermutlich mit einer historisch gesehen relativ hohen Rate steigen würden.
Die Europäische Zentralbank habe angekündigt, weitere kräftige Zinserhöhungen durchzuführen, um die Inflation unter Kontrolle zu bekommen. Die Analysten würden es für wahrscheinlich halten, dass die EZB am 27.10. erneut den Leitzins um 75 BP anheben und dass das Niveau des Hauptrefinanzierungssatzes bis zum März 2023 3,0% erreicht haben werde. Dies sollte etwas höher sein als das neutrale Zinsniveau (dies sei das Leitzinsniveau, das die Wirtschaft weder bremse noch stimuliere), sodass die EZB dann vermutlich längere Zeit pausieren werde. (Finanzmarkttrends Oktober 2022) (10.10.2022/alc/a/a)
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