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EZB: Zwei Zinserhöhungen in diesem Jahr wahrscheinlich
19.04.22 08:45
Hamburg Commercial Bank
Hamburg (www.anleihencheck.de) - Die EZB hat auf ihrer Sitzung am 14. April keine neuen Beschlüsse gefasst, sondern im Wesentlichen einige Aussagen verstärkt, die bei der Sitzung im März bereits angedeutet worden waren, so Dr. Cyrus de la Rubia, Chefvolkswirt bei der Hamburg Commercial Bank.
Die Analysten der Hamburg Commercial Bank würden daraus schließen, dass zwei Zinserhöhungen noch in diesem Jahr wahrscheinlicher geworden seien.
Notenbankchefin Christine Lagarde habe deutlich gemacht, dass der bereits angekündigte Stopp der Netto-Anleiheankäufe im dritten Quartal 2022 nun viel sicherer sei als bei der letzten Sitzung. Indirekt (angesichts der Forward Guidance, wonach eine Zinserhöhung erst nach dem Ende der Ankäufe von Vermögenswerten erfolgen solle) deute dies auf eine höhere Wahrscheinlichkeit von zwei Zinserhöhungen in diesem Jahr hin, auch wenn Lagarde auf den Leitlinien des Handelns der EZB beharrt habe, die "Optionalität, Gradualismus und Flexibilität" lauten würden.
Vorzeitige Zinserhöhungen, die auf die Forward Guidance keine Rücksicht nähmen, werde es nicht geben. Die EZB werde vielmehr an ihrer Zusage festhalten, Zinserhöhungen erst "einige Zeit nach" dem Ende des APP durchzuführen. Dieses "einige Zeit danach" könnte "Wochen und bis zu mehrere Monate" sein. Die Analysten der Hamburg Commercial Bank würden ein Ende der Netto-Anleiheankäufe im August, einen ersten Zinsschritt im September und einen zweiten im Dezember 2022 erwarten.
Lagarde stütze Peripherieanleihen: Das Gerücht, dass die EZB im Begriff sei, ein neues Instrument zur Kontrolle destabilisierender Spread-Bewegungen von Peripherie-Anleihen zu entwickeln, sei von Lagarde nicht bestätigt worden. Stattdessen habe Lagarde jedoch erneut betont, dass das PEPP-Reinvestitionsprogramm wegen seiner Flexibilität genau dafür eingesetzt werden könne.
Auch wenn sich die Verwendung der PEPP-Reinvestitionsflexibilität auf "pandemiebedingten" Marktstress beziehe, hätte die EZB - so Lagarde - keine Schwierigkeiten, ein neues Instrument einzuführen, das sich auf andere Schocks (Anmerkung: Wie etwa den Krieg in der Ukraine) beziehen könnte.
Neue Prognosen der EZB würden erneut angepasst werden: Auf der nächsten EZB-Sitzung am 9. Juni würden neue Projektionen vorgestellt. Da die Risiken für das Wachstum bei dieser Sitzung als abwärts gerichtet und die Inflationsrisiken als aufwärts gerichtet beschrieben worden seien, werde das BIP des Euroraums (März-Projektion 2022: 3,7%) höchstwahrscheinlich nach unten und die Inflation (Durchschnitt 2022: 5,1%) nach oben korrigiert. (Ausgabe vom 14.04.2022) (19.04.2022/alc/a/a)
Die Analysten der Hamburg Commercial Bank würden daraus schließen, dass zwei Zinserhöhungen noch in diesem Jahr wahrscheinlicher geworden seien.
Notenbankchefin Christine Lagarde habe deutlich gemacht, dass der bereits angekündigte Stopp der Netto-Anleiheankäufe im dritten Quartal 2022 nun viel sicherer sei als bei der letzten Sitzung. Indirekt (angesichts der Forward Guidance, wonach eine Zinserhöhung erst nach dem Ende der Ankäufe von Vermögenswerten erfolgen solle) deute dies auf eine höhere Wahrscheinlichkeit von zwei Zinserhöhungen in diesem Jahr hin, auch wenn Lagarde auf den Leitlinien des Handelns der EZB beharrt habe, die "Optionalität, Gradualismus und Flexibilität" lauten würden.
Lagarde stütze Peripherieanleihen: Das Gerücht, dass die EZB im Begriff sei, ein neues Instrument zur Kontrolle destabilisierender Spread-Bewegungen von Peripherie-Anleihen zu entwickeln, sei von Lagarde nicht bestätigt worden. Stattdessen habe Lagarde jedoch erneut betont, dass das PEPP-Reinvestitionsprogramm wegen seiner Flexibilität genau dafür eingesetzt werden könne.
Auch wenn sich die Verwendung der PEPP-Reinvestitionsflexibilität auf "pandemiebedingten" Marktstress beziehe, hätte die EZB - so Lagarde - keine Schwierigkeiten, ein neues Instrument einzuführen, das sich auf andere Schocks (Anmerkung: Wie etwa den Krieg in der Ukraine) beziehen könnte.
Neue Prognosen der EZB würden erneut angepasst werden: Auf der nächsten EZB-Sitzung am 9. Juni würden neue Projektionen vorgestellt. Da die Risiken für das Wachstum bei dieser Sitzung als abwärts gerichtet und die Inflationsrisiken als aufwärts gerichtet beschrieben worden seien, werde das BIP des Euroraums (März-Projektion 2022: 3,7%) höchstwahrscheinlich nach unten und die Inflation (Durchschnitt 2022: 5,1%) nach oben korrigiert. (Ausgabe vom 14.04.2022) (19.04.2022/alc/a/a)


