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EZB: Zinssenkung um 50 BP nicht ausgeschlossen
21.10.24 10:00
Raiffeisen Bank International AG
Wien (www.anleihencheck.de) - Bevor nächste Woche in den USA und in der Eurozone erste Schätzungen zum BIP-Wachstum im dritten Quartal erscheinen werden, steht diese Woche ganz im Zeichen von Vorlaufindikatoren für den Monat Oktober, und somit den Beginn des vierten Quartals, so die Analysten der Raiffeisen Bank International AG (RBI).
Den Auftakt mache dabei das Konsumentenvertrauen der Eurozone. Dieses habe mit -12,9 Punkten zuletzt weiterhin auf einem klar pessimistischen Niveau gelegen. Basierend auf nationalen Umfragen gingen die Analysten davon aus, dass sich dieser Umstand nicht maßgeblich geändert habe, und prognostizieren einen Rückgang auf -13,6 Punkte. Das Highlight dieser Woche würden die PMI-Schnellschätzungen für Oktober darstellen. Im Eurozonen-Aggregat würden die PMIs seit geraumer Zeit eine klar schlechtere Stimmungslage im verarbeitenden Sektor (45 Punkte) als im Dienstleistungssektor (51,4 Punkte) aufweisen. Für die kommende Veröffentlichung setzten die Analysten eine weitere leichte Eintrübung in beiden Sektoren an (verarbeitendes Gewerbe: 44,9; Dienstleistungen: 51).
Auch in den USA sei zuletzt ein Auseinanderklaffen der beiden genannten Wirtschaftssektoren erkennbar gewesen, allerdings auf einem höheren Niveau (verarbeitendes Gewerbe: 47,3; Dienstleistungssektor: 55,2). Beim deutschen Ifo-Index erwarteten die Analysten einen Rückgang beim Index für die aktuelle Lage (von 84,4 auf 84,2 Punkte) und einen Anstieg beim Index für die Zukunftserwartungen (von 86,3 auf 86,9 Punkte). Dies würde einen Anstieg des Geschäftsklimaindex von 85,4 auf 85,5 Punkte bedeuten. Insgesamt bleibe die Stimmungslage in der Eurozone also weiterhin verhalten. Zwar würden sich die erscheinenden realwirtschaftlichen Daten weiterhin solide präsentieren, allerdings zeichne sich dennoch keine unmittelbare Beschleunigung der Konjunkturdynamik ab.
Vergangene Woche habe auch einige ermutigende Daten gebracht. Die EZB habe eine Aktualisierung ihrer vierteljährlichen Bank Lending Survey (BLS) veröffentlicht. Darin sei zu sehen, dass die Kreditnachfrage wieder etwas angezogen habe. Die Nachfrage nach Wohnbaudarlehen sei sogar stark angestiegen, während die Nachfrage nach Unternehmenskrediten im dritten Quartal moderat zugenommen habe. Sinkende Zinsen seien der Hauptgrund für diese Entwicklung gewesen, und auch die Aussichten auf dem Wohnungsmarkt hätten sich positiv ausgewirkt.
Auf der Angebotsseite seien die Kreditstandards für Wohnbaudarlehen angesichts des verstärkten Wettbewerbs gelockert worden, während sie für Unternehmenskredite unverändert geblieben seien. Bei Letzteren habe man berichtet, dass die Risikoeinschätzung der Banken in Bezug auf die Wirtschaftsaussichten und die unternehmensspezifische Situation immer noch als nachteilig angesehen werde. Insgesamt scheine der Kreditzyklus im Jahr 2024 die Talsohle erreicht zu haben und sich für den Wohnungsmarkt des Euroraums zum Besseren zu wenden, während der Markt für Unternehmenskredite immer noch mit den gedämpften Wirtschaftsaussichten zu kämpfen habe.
Im September zwar noch nicht in Aussicht gestellt, aber dennoch keine Überraschung: die EZB habe im Oktober die Leitzinsen um 25 Basispunkte gesenkt, und zwar einstimmig. Die Zuversicht in den Disinflationstrend habe seit der letzten Zinssitzung zugenommen, und Konjunktur-Risiken dämpften zusätzlich den Inflationsausblick. Dennoch erwarte die EZB keine Rezession. Finanzierungsbedingungen würden als restriktiv eingestuft, womit indirekt weitere Zinssenkungen in Aussicht gestellt würden, auch wenn man sich über das weitere Vorgehen bewusst bedeckt halte. Am Finanzmarkt werde fest mit einer nächsten Zinssenkung im Dezember gerechnet, und manche schlösse auch eine Zinssenkung um 50 Basispunkte nicht aus.
Bei gleichzeitig soliden US-Konjunkturdaten habe sich die Risikoeinschätzung gegenüber der Fed in die andere Richtung entwickelt. Dies habe zur Folge gehabt, dass US-Treasury-Renditen stabil bis leicht höher notierten, während die Bund-Renditen zuletzt rückläufig gewesen seien. Ein Faktor, welcher auch die Dynamik bei EUR/USD weiter nach unten befeuert habe. (Ausgabe vom 18.10.2024) (21.10.2024/alc/a/a)
Den Auftakt mache dabei das Konsumentenvertrauen der Eurozone. Dieses habe mit -12,9 Punkten zuletzt weiterhin auf einem klar pessimistischen Niveau gelegen. Basierend auf nationalen Umfragen gingen die Analysten davon aus, dass sich dieser Umstand nicht maßgeblich geändert habe, und prognostizieren einen Rückgang auf -13,6 Punkte. Das Highlight dieser Woche würden die PMI-Schnellschätzungen für Oktober darstellen. Im Eurozonen-Aggregat würden die PMIs seit geraumer Zeit eine klar schlechtere Stimmungslage im verarbeitenden Sektor (45 Punkte) als im Dienstleistungssektor (51,4 Punkte) aufweisen. Für die kommende Veröffentlichung setzten die Analysten eine weitere leichte Eintrübung in beiden Sektoren an (verarbeitendes Gewerbe: 44,9; Dienstleistungen: 51).
Auch in den USA sei zuletzt ein Auseinanderklaffen der beiden genannten Wirtschaftssektoren erkennbar gewesen, allerdings auf einem höheren Niveau (verarbeitendes Gewerbe: 47,3; Dienstleistungssektor: 55,2). Beim deutschen Ifo-Index erwarteten die Analysten einen Rückgang beim Index für die aktuelle Lage (von 84,4 auf 84,2 Punkte) und einen Anstieg beim Index für die Zukunftserwartungen (von 86,3 auf 86,9 Punkte). Dies würde einen Anstieg des Geschäftsklimaindex von 85,4 auf 85,5 Punkte bedeuten. Insgesamt bleibe die Stimmungslage in der Eurozone also weiterhin verhalten. Zwar würden sich die erscheinenden realwirtschaftlichen Daten weiterhin solide präsentieren, allerdings zeichne sich dennoch keine unmittelbare Beschleunigung der Konjunkturdynamik ab.
Auf der Angebotsseite seien die Kreditstandards für Wohnbaudarlehen angesichts des verstärkten Wettbewerbs gelockert worden, während sie für Unternehmenskredite unverändert geblieben seien. Bei Letzteren habe man berichtet, dass die Risikoeinschätzung der Banken in Bezug auf die Wirtschaftsaussichten und die unternehmensspezifische Situation immer noch als nachteilig angesehen werde. Insgesamt scheine der Kreditzyklus im Jahr 2024 die Talsohle erreicht zu haben und sich für den Wohnungsmarkt des Euroraums zum Besseren zu wenden, während der Markt für Unternehmenskredite immer noch mit den gedämpften Wirtschaftsaussichten zu kämpfen habe.
Im September zwar noch nicht in Aussicht gestellt, aber dennoch keine Überraschung: die EZB habe im Oktober die Leitzinsen um 25 Basispunkte gesenkt, und zwar einstimmig. Die Zuversicht in den Disinflationstrend habe seit der letzten Zinssitzung zugenommen, und Konjunktur-Risiken dämpften zusätzlich den Inflationsausblick. Dennoch erwarte die EZB keine Rezession. Finanzierungsbedingungen würden als restriktiv eingestuft, womit indirekt weitere Zinssenkungen in Aussicht gestellt würden, auch wenn man sich über das weitere Vorgehen bewusst bedeckt halte. Am Finanzmarkt werde fest mit einer nächsten Zinssenkung im Dezember gerechnet, und manche schlösse auch eine Zinssenkung um 50 Basispunkte nicht aus.
Bei gleichzeitig soliden US-Konjunkturdaten habe sich die Risikoeinschätzung gegenüber der Fed in die andere Richtung entwickelt. Dies habe zur Folge gehabt, dass US-Treasury-Renditen stabil bis leicht höher notierten, während die Bund-Renditen zuletzt rückläufig gewesen seien. Ein Faktor, welcher auch die Dynamik bei EUR/USD weiter nach unten befeuert habe. (Ausgabe vom 18.10.2024) (21.10.2024/alc/a/a)


