EZB-Worte auf der Goldwaage


06.06.19 09:15
Deutsche Bank

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Wurde vor rund einem halben Jahr noch über mögliche Zinsanhebungen durch die EZB geredet, hat sich die Diskussion in den letzten Monaten radikal verändert, so die Deutsche Bank AG in einer aktuellen Ausgabe "MÄRKTE am Morgen".

In ihrer heutigen geldpolitischen Sitzung dürften die Notenbanker eher wieder über eine geldpolitische Lockerung diskutieren, auch wenn nicht alles darüber nach außen dringen werde. Konkret dürften heute einzig die Details zu den im März bereits angekündigten Langfristtendern - den sogenannten TLTRO3 - bekannt werden. Diese sollten die ab September auslaufenden TLTRO2 ersetzen. Am wichtigsten für die Märkte könnte nicht das sein, was die EZB tatsächlich mache, sondern das, was sie über mögliche künftige Maßnahmen sage. Jegliche Kommentare im Hinblick auf eine Staffelung oder Absenkung des Einlagenzinssatzes dürften daher auf der Goldwaage landen. In ihrer letzten Sitzung habe die Bank noch gesagt, dass der Zins bis mindestens Ende 2019 auf dem jetzigen Niveau bleiben werde. Diese Formulierung dürfte zu "auf dem jetzigen Niveau oder niedriger" geändert werden. (06.06.2019/alc/a/a)