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EZB: Verheißungsvolle Sitzung am kommenden Donnerstag


31.05.24 10:01
Nord LB

Hannover (www.anleihencheck.de) - Vor der erwarteten Zinswende im Euroraum hat sich das Geschäftsklima leicht gebessert, berichten die Analysten der NORD/LB.

Das Stimmungsbarometer sei im Mai auf 96,0 Punkte von 95,6 Punkten im Monat zuvor gestiegen.

Die Arbeitslosenquote im Euroraum sei im April auf ein Rekordtief gefallen. Sie sei nach Angaben des EU-Statistikamts Eurostat auf 6,4% gesunken, nachdem sie seit Jahresbeginn bei 6,5% gelegen habe. Demnach seien 10,998 Mio. Menschen im Währungsraum erwerbslos gewesen. Im Vergleich zum März sei die Zahl um 100.000 gesunken. Am höchsten sei die Arbeitslosenquote im April in Spanien mit 11,7% geblieben, gefolgt von Griechenland mit 10,8%. Den niedrigsten Wert weise Malta mit 3,1% aus. In Deutschland sei die Arbeitslosenquote mit 3,2 Prozent nur geringfügig höher.

Die Wirtschaft in den USA sei laut der Notenbank Federal Reserve zuletzt zwar weitergewachsen. Doch die US-Firmen schauten wegen der steigenden Inflation pessimistischer in die Zukunft, habe die FED in ihrem Konjunkturbericht "Beige Book" mitgeteilt. Die Unsicherheiten nähmen zu.

Gebremst von der Hochzinspolitik der Notenbank, verliere die US-Wirtschaft deutlich an Fahrt. Das Bruttoinlandsprodukt habe im ersten Quartal auf das Jahr hochgerechnet nur noch um 1,3% zugelegt. Zunächst sei für das erste Quartal ein Plus von 1,6% gemeldet worden. Ende 2023 habe es noch einen Zuwachs von annualisiert 3,4% gegeben.

Der Wochenschluss stehe am heutigen Freitag ganz im Zeichen von brandaktuell neuralgischen Datenpunkten zur Preisentwicklung dies- und jenseits des Atlantiks. Mit der verheißungsvollen EZB-Sitzung am kommenden Donnerstag dürften die Märkte nach bereits in dieser Woche gemeldeten - und überwiegend wie erwartet ausgefallenen - Indikationen auf Länderebene die Mai-Daten zur Preisentwicklung im gesamten Euroraum auf das letzte bisschen Störfeuerpotenzial für die eigentlich ausgemachte erste Leitzinssenkung genauestens untersuchen.

In den USA stehe eine Aktualisierung des von der FED mit einer gewissen Vorliebe zur Beurteilung des Preisauftriebs genutzten PCE-Deflators an. Sollten die Daten, wie von Analysten und Volkswirten erwartet, erneut eher nicht auf eine Entspannung hindeuten, geschweige denn wieder mehr Aufwärtsdynamik zeigen, spräche dies für einen noch weiter abnehmenden Handlungsdruck für die Währungshüter in Washington als derzeit ohnehin schon - zumindest verglichen mit den retrospektiv nun aggressiv erscheinenden marktseitigen Zinssenkungserwartungen für 2024 noch vor wenigen Monaten.

US-Staatsanleihen hätten gestern Kursgewinne verzeichnet. Der Grund: Konjunkturdaten hätten zum Auftakt die Erwartungen enttäuscht und damit für Zinsdruck gesorgt. US-Wachstumszahlen für das erste Quartal seien schwächer ausgefallen als bisher bekannt. (31.05.2024/alc/a/a)