EZB-Sitzung: Wie kommentiert Draghi den Anstieg der Inflationsrate?


06.03.17 13:30
Nord LB

Hannover (www.anleihencheck.de) - Zwei Ereignisse stehen in dieser Woche im Fokus: Am Donnerstag entscheidet die EZB über die weitere Ausrichtung der europäischen Geldpolitik und am Freitag wird der US-Arbeitsmarktbericht veröffentlicht, so die Analysten der Nord LB.

Nach den Anstiegen der Inflationsrate in Euroland werde es spannend sein zu erfahren, wie EZB-Chef Mario Draghi auf der Pressekonferenz die Lage und die Aussichten einschätze. Für die Beschäftigungszahlen aus den USA werde es alleine darauf ankommen, ob sie weiterhin solide oder unerwartet ganz schwach ausfallen würden: Nur im Falle einer äußert stark verdüsterten Situation auf dem Arbeitsmarkt bestehe wohl noch eine winzige Möglichkeit, dass die mittlerweile erwartete Zinsanhebung der Federal Reserve auf der kommenden FOMC-Sitzung am 15. März doch noch verschoben werde. Ansonsten sei im Verlauf der Woche noch auf deutsche Zahlen zu den Auftragseingängen und der Industrieproduktion, auf chinesische Außenhandels- und Preisdaten sowie die US-Importpreise zu achten. Nach der Fülle an Vorträgen von US-Notenbankern in der vergangenen Woche würden sich die Währungshüter ab jetzt bis zur FOMC-Sitzung mit weiteren Kommentaren zurückhalten.

Nachdem in den USA die Aktienindices quasi wöchentlich neue Allzeithochs erreicht hätten, scheine der DAX zu Wochenbeginn aber zunächst einmal einen Gang zurückzuschalten auf dem Weg zu einem neuen Höchststand. Zu einem erneuten Versuch, die Marke von 12.390 Punkten (Hoch vom April 2015) zu überbieten, würde es aber datenseitig noch einiger Impulse bedürfen - und diese könnte nach den starken letzten Wochen doch wohl eher ausbleiben.

Nach den Auftritten verschiedener US-Notenbanker und der Chefin Janet Yellen zeichne sich aktuell ab, dass eine Mehrheit der Währungshüter für einen Zinsschritt im März plädieren dürfte. Allein äußerst schwache Beschäftigungszahlen für den Monat Februar am kommenden Freitag um 14:30 Uhr dürften die angepeilte Normalisierung der US-Geldpolitik wohl noch einmal etwas verzögern können. Den Analystenprognosen zufolge sollte sich aber die Aufhellung auf dem Arbeitsmarkt fortsetzen: Der Beschäftigungsaufbau dürfte nur leicht unterhalb der Marke von 200.000 liegen, und die Arbeitslosenquote könnte wieder leicht auf 4,7% zurückgehen. Darauf würden die sehr niedrigen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe hindeuten, die wöchentlich erscheinen würden. Zusammen mit einem Anstieg der Stundenlöhne um 0,2% M/M könnten die Falken im FOMC weiter Oberwasser gewinnen.

Die Erfahrung der vergangenen Jahre lehrt zwar, dass sich die Damen und Herren um Frau Yellen traditionell mit Zinsanhebungen immer schwer tun und auf keinen Fall die Wirtschaft unnötig abbremsen wollen - doch vermutlich wird das FOMC am 15. März die FED Funds Target Rate um 25 Bp auf 1,00% anheben, so die Analysten der Nord LB. (06.03.2017/alc/a/a)