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EZB-Sitzung: Wachstumsprognosen gesenkt?
13.09.18 11:15
Deutsche Bank
Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Euro-Händler verlebten gestern zunächst einen vergleichsweisen ruhigen Handelstag, so die Deutsche Bank AG in einer aktuellen Ausgabe "MÄRKTE am Morgen".
Möglicherweise, weil heute die EZB-Sitzung anstehe. Und fast habe es so ausgesehen, als ob es dieses Mal im Vorfeld, entgegen aller Gewohnheit, keine Kommentierung aus sogenannten bestunterrichteten Quellen gegeben hätte. Aber eben nur fast. Dieses Mal sollte es nicht darum gehen, wann genau im Sommer des kommenden Jahres die EZB ihre erste Leitzinserhöhung vornehmen würde. Vielmehr sei die Rede von den Wachstumsprognosen gewesen, die laut Bloomberg aufgrund schwächerer globaler Nachfrage, aber auch wegen wachsender Abwärtsrisiken leicht abgesenkt würden. Zur Erinnerung: Im Juni sei die EZB noch von einem Wachstum für die Eurozone von 2,1 Prozent für das laufende Jahr, 1,9 Prozent für 2019 und einem Plus von 1,7 Prozent für 2020 ausgegangen. Unterdessen solle die Inflationsvorhersage für die vorgenannten drei Jahre unverändert bei jeweils +1,7 Prozent bleiben.
Und so würden Kommentatoren bereits spekulieren, dass es - wenn es überhaupt eine Überraschung geben sollte - diese dem Euro jedenfalls nicht helfen werde. Allerdings bleibe fraglich, ob der Euro tatsächlich wie bei den vorangegangenen fünf EZB-Sitzungen in diesem Jahr auch heute mit einem deutlichen Abschlag im Anschluss an die Pressekonferenz reagieren werde. Zumal dem Überraschungsmoment mit den vorweggenommenen Prognosekorrekturen der Wind aus den Segeln genommen worden sein dürfte. Zu den leicht verschlechterten Wachstumsaussichten passe übrigens auch der gestern publizierte Wert für die Industrieproduktion in der Eurozone, die im Juli gegenüber dem Vormonat mit -0,8 Prozent stärker als erwartet gefallen und zudem auch noch für Juni nach unten revidiert worden sei.
Die größere Überraschung sei indes aus den USA gekommen. Dort sei nämlich der Produzentenpreisindex in der Kernrate für August im Gegensatz zum prognostizierten Anstieg von 0,2 Prozent gegenüber dem Vormonat um 0,1 Prozent gefallen. Auf das Jahr gesehen bedeute dies nur noch einen Anstieg des Index von 2,3 im Vergleich zu den ursprünglich erwarteten 2,7 Prozent. Immerhin habe der Dollar zum Handelsschluss etwas nachgegeben, da Bewegung in die NAFTA-Handelsgespräche gekommen zu sein schien. Zumindest habe der mexikanische Wirtschaftsminister Ildefonso Guajardo den Eindruck vermittelt, dass sich ein Abschluss zwischen den USA, Mexiko und Kanada möglicherweise in greifbarer Nähe befinde.
Auch würden die USA Medienberichten zufolge unter Leitung von Finanzminister Steven Mnuchin wieder Handelsgespräche mit China aufnehmen wollen. Und weil deswegen etwaige neue Strafzölle möglicherweise zunächst aufgeschoben werden könnten, habe sich der Euro zum Handelsschluss freundlich gezeigt und sich in Richtung Obergrenze seiner Konsolidierung zwischen 1,1465 und 1,1660/65 bewegt, nach deren Überschreiten die Chance bestehe, dass er seinen vormaligen kurzfristigen Aufwärtstrend wieder aufnehmen würde. (13.09.2018/alc/a/a)
Möglicherweise, weil heute die EZB-Sitzung anstehe. Und fast habe es so ausgesehen, als ob es dieses Mal im Vorfeld, entgegen aller Gewohnheit, keine Kommentierung aus sogenannten bestunterrichteten Quellen gegeben hätte. Aber eben nur fast. Dieses Mal sollte es nicht darum gehen, wann genau im Sommer des kommenden Jahres die EZB ihre erste Leitzinserhöhung vornehmen würde. Vielmehr sei die Rede von den Wachstumsprognosen gewesen, die laut Bloomberg aufgrund schwächerer globaler Nachfrage, aber auch wegen wachsender Abwärtsrisiken leicht abgesenkt würden. Zur Erinnerung: Im Juni sei die EZB noch von einem Wachstum für die Eurozone von 2,1 Prozent für das laufende Jahr, 1,9 Prozent für 2019 und einem Plus von 1,7 Prozent für 2020 ausgegangen. Unterdessen solle die Inflationsvorhersage für die vorgenannten drei Jahre unverändert bei jeweils +1,7 Prozent bleiben.
Die größere Überraschung sei indes aus den USA gekommen. Dort sei nämlich der Produzentenpreisindex in der Kernrate für August im Gegensatz zum prognostizierten Anstieg von 0,2 Prozent gegenüber dem Vormonat um 0,1 Prozent gefallen. Auf das Jahr gesehen bedeute dies nur noch einen Anstieg des Index von 2,3 im Vergleich zu den ursprünglich erwarteten 2,7 Prozent. Immerhin habe der Dollar zum Handelsschluss etwas nachgegeben, da Bewegung in die NAFTA-Handelsgespräche gekommen zu sein schien. Zumindest habe der mexikanische Wirtschaftsminister Ildefonso Guajardo den Eindruck vermittelt, dass sich ein Abschluss zwischen den USA, Mexiko und Kanada möglicherweise in greifbarer Nähe befinde.
Auch würden die USA Medienberichten zufolge unter Leitung von Finanzminister Steven Mnuchin wieder Handelsgespräche mit China aufnehmen wollen. Und weil deswegen etwaige neue Strafzölle möglicherweise zunächst aufgeschoben werden könnten, habe sich der Euro zum Handelsschluss freundlich gezeigt und sich in Richtung Obergrenze seiner Konsolidierung zwischen 1,1465 und 1,1660/65 bewegt, nach deren Überschreiten die Chance bestehe, dass er seinen vormaligen kurzfristigen Aufwärtstrend wieder aufnehmen würde. (13.09.2018/alc/a/a)


