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EZB-Sitzung: Unterschreitungsrisiko wächst, Deutschland enttäuscht
28.10.25 11:17
Vanguard
London (www.anleihencheck.de) - Die Europäische Zentralbank dürfte am Donnerstag ihren Leitzins bei 2,0 Prozent belassen, so die Experten von Vanguard.
So hätten nicht nur die Konjunkturdaten der vergangenen sechs Wochen im Großen und Ganzen den Erwartungen entsprochen, auch der Euro habe sich stabil gezeigt. Die meisten Mitglieder des EZB-Rats hätten bekräftigt, dass die politische Lage ein positives Bild zeige und dass die Gefahren für die Inflationsprognosen "zweiseitig" seien.
Die Hochfrequenzindikatoren für die Wirtschaftstätigkeit und die Inflation hätten sich seit der EZB-Sitzung im September weitgehend so entwickelt, wie erwartet, auch wenn es eine leichte Enttäuschung bei den Daten aus Deutschland gegeben habe. Insbesondere der starke Rückgang der Produktion im Verarbeitenden Gewerbe im August habe überrascht. Die EZB-Mitarbeiter würden für das dritte Quartal ein Wachstum von null Prozent für den Euroraum erwarten. Die Messlatte für wachstumsbedingte Lockerungen bei der Geldpolitik dürfte daher hoch liegen.
Energiepreise könnten Inflationsprognose drücken
Ein Faktor, der insbesondere die Inflationsprognose der EZB beeinflussen könnte, seien die weiter gefallenen Energiepreise. Während der Euro relativ stabil gehandelt worden sei, seien die Brent-Rohölpreise um drei Prozent gesunken, die TTF-Erdgaspreise hätten sogar um sieben Prozent nachgegeben. Wenn diese Entwicklung anhalte, werde dies dazu führen, dass der Verbraucherpreisindex Mitte 2026 um weitere 0,2 bis 0,3 Prozentpunkte sinke. Die EZB prognostiziere für 2026 einen durchschnittlichen VPI von nur 1,7 Prozent. Das Risiko einer erheblichen Unterschreitung der Inflationsrate wachse.
EZB-Präsidentin Christine Lagarde habe sich weiterhin wenig besorgt gezeigt über das Risiko einer Unterschreitung der Inflationsrate. Angesichts der aktuellen Entwicklung der Energiepreise haben wir Verständnis für die jüngsten Äußerungen von Gediminas Šimkus, so die Experten von Vanguard. Der litauische EZB-Entscheidungsträger fordere eine Senkung des Risikomanagements. Auch sein französischer Amtskollege François Villeroy de Galhau gehe eher von einer Senkung als von einer Anhebung aus. Aber wenn die Inflation weiter sinke, werde es wohl einen Katalysator geben müssen. Lagarde habe schließlich öffentlich erklärt, dass die EZB ihren geldpolitischen Kurs nicht als Reaktion auf geringfügige Abweichungen der Inflation von den Zielvorgaben abhängig machen werde.
Verschiebung der ETS2-Einführung könnte Inflationsprognose weiter senken
Der EUR 5y5y Inflation Forward Swap bewege sich derzeit zwischen 2,0 und 2,1 Prozent, sei aber in den letzten drei bis vier Monaten nach unten gedriftet. Eine Inflation, die in der ersten Jahreshälfte 2026 unter dem Ziel liege, könnte hier weiteren Abwärtsdruck ausüben - insbesondere aufgrund niedrigerer Energiepreise. Wenn die Inflation mittelfristig bei 1,8 Prozent oder weniger liegt, dann würden wir das als Grund für eine vorsorgliche Senkung sehen, so die Experten von Vanguard. Spekulationen gebe es zudem rund um das neue EU-Emissionshandelssystem (ETS2). So könnte die für Anfang 2027 geplante Einführung verschoben werden. Die EZB könnte dadurch wiederum gezwungen werden, ihre Prognose für die Gesamtinflation 2027 ebenfalls nach unten zu korrigieren.
Die EZB habe bereits eine leichte Unterschreitung des Zwei-Prozent-Ziels vorgesehen. Daher könnte eine Senkung des Risikomanagements sinnvoll sein. In ihrer Basisprognose würden die Experten von Vanguard davon ausgehen, dass die EZB ihre Geldpolitik für den Rest der Jahre 2025 und 2026 beibehalte. Die Risiken würden jedoch zu einer weiteren Lockerung tendieren. (28.10.2025/alc/a/a)
So hätten nicht nur die Konjunkturdaten der vergangenen sechs Wochen im Großen und Ganzen den Erwartungen entsprochen, auch der Euro habe sich stabil gezeigt. Die meisten Mitglieder des EZB-Rats hätten bekräftigt, dass die politische Lage ein positives Bild zeige und dass die Gefahren für die Inflationsprognosen "zweiseitig" seien.
Die Hochfrequenzindikatoren für die Wirtschaftstätigkeit und die Inflation hätten sich seit der EZB-Sitzung im September weitgehend so entwickelt, wie erwartet, auch wenn es eine leichte Enttäuschung bei den Daten aus Deutschland gegeben habe. Insbesondere der starke Rückgang der Produktion im Verarbeitenden Gewerbe im August habe überrascht. Die EZB-Mitarbeiter würden für das dritte Quartal ein Wachstum von null Prozent für den Euroraum erwarten. Die Messlatte für wachstumsbedingte Lockerungen bei der Geldpolitik dürfte daher hoch liegen.
Energiepreise könnten Inflationsprognose drücken
EZB-Präsidentin Christine Lagarde habe sich weiterhin wenig besorgt gezeigt über das Risiko einer Unterschreitung der Inflationsrate. Angesichts der aktuellen Entwicklung der Energiepreise haben wir Verständnis für die jüngsten Äußerungen von Gediminas Šimkus, so die Experten von Vanguard. Der litauische EZB-Entscheidungsträger fordere eine Senkung des Risikomanagements. Auch sein französischer Amtskollege François Villeroy de Galhau gehe eher von einer Senkung als von einer Anhebung aus. Aber wenn die Inflation weiter sinke, werde es wohl einen Katalysator geben müssen. Lagarde habe schließlich öffentlich erklärt, dass die EZB ihren geldpolitischen Kurs nicht als Reaktion auf geringfügige Abweichungen der Inflation von den Zielvorgaben abhängig machen werde.
Verschiebung der ETS2-Einführung könnte Inflationsprognose weiter senken
Der EUR 5y5y Inflation Forward Swap bewege sich derzeit zwischen 2,0 und 2,1 Prozent, sei aber in den letzten drei bis vier Monaten nach unten gedriftet. Eine Inflation, die in der ersten Jahreshälfte 2026 unter dem Ziel liege, könnte hier weiteren Abwärtsdruck ausüben - insbesondere aufgrund niedrigerer Energiepreise. Wenn die Inflation mittelfristig bei 1,8 Prozent oder weniger liegt, dann würden wir das als Grund für eine vorsorgliche Senkung sehen, so die Experten von Vanguard. Spekulationen gebe es zudem rund um das neue EU-Emissionshandelssystem (ETS2). So könnte die für Anfang 2027 geplante Einführung verschoben werden. Die EZB könnte dadurch wiederum gezwungen werden, ihre Prognose für die Gesamtinflation 2027 ebenfalls nach unten zu korrigieren.
Die EZB habe bereits eine leichte Unterschreitung des Zwei-Prozent-Ziels vorgesehen. Daher könnte eine Senkung des Risikomanagements sinnvoll sein. In ihrer Basisprognose würden die Experten von Vanguard davon ausgehen, dass die EZB ihre Geldpolitik für den Rest der Jahre 2025 und 2026 beibehalte. Die Risiken würden jedoch zu einer weiteren Lockerung tendieren. (28.10.2025/alc/a/a)


