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EZB-Sitzung: Steigende Euro-Renditen - Bremse für Konjunktur und Inflation
07.03.25 11:00
Neuberger Berman
New York (www.anleihencheck.de) - Die EZB hat ihre Leitzinsen heute um 0,25 Prozentpunkte gesenkt - ein Schritt, den die Märkte bereits erwartet hatten, so Patrick Barbe, Head of European Investment Grade Fixed Income bei dem US-amerikanischen Vermögensverwalter Neuberger Berman.
Während der Pressekonferenz habe Christine Lagarde betont, dass der Rückgang am Anleihemarkt die Zinsabstände zwischen den Euro-Ländern nicht beeinflusst habe. Das dürfte die Stimmung an den Märkten kaum beeinflussen. Der jüngste Anstieg der Renditen von Euro-Anleihen werde die Wirtschaft und Inflation in diesem Jahr voraussichtlich stark belasten. Barbe rechne damit, dass das angekündigte Rüstungs- und Infrastrukturprogramm in Deutschland erst nach dem Sommer Wachstumsimpulse liefern würden. Ohne die noch unklaren Folgen des Handelskonflikts und angesichts der aktuellen Konjunkturschwäche in der Eurozone erwarte Barbe, dass die Inflation in diesem Jahr schneller zurückgehe.
Die Regierungen der Eurozone erwägen, ihre Militärausgaben auf 3 bis 3,5 Prozent des BIP anzuheben, was zusätzlichen staatlichen Ausgaben von 175 bis 250 Milliarden Euro entspreche. Die EU habe bereits angeboten, bestehende Darlehen von 150 Milliarden Euro zu verlängern, um einen Großteil dieser Kosten zu decken. Bislang fließe der größte Teil der Verteidigungsausgaben - mit Ausnahme Frankreichs - in US-Waffen. Es sei durchaus möglich, dass Europa in dem Bereich eigenständiger werde, aber die Verlagerung der Militärproduktion in die Eurozone werde Zeit brauchen.
Kurzfristig erwarte Barbe keine spürbaren Impulse für die Wirtschaft. Der geplante deutsche Infrastrukturfonds solle 50 Milliarden Euro pro Jahr umfassen, habe jedoch einen geringen wirtschaftlichen Multiplikator. Daher dürfte er das Wachstum erst ab 2026 beeinflussen. Gleichzeitig würden steigende Realrenditen die Bauwirtschaft und Unternehmensinvestitionen belasten. Die Unsicherheit über Zölle führe bereits dazu, dass viele Firmen ihre Investitionspläne verschieben würden. Barbe gehe davon aus, dass die EZB aufgrund ihrer datenabhängigen Strategie zurückhaltend bleibe, wenn es darum gehe, die Zinsen weiter zu senken. Angesichts attraktiver Renditen bevorzuge Barbe langfristige Laufzeiten und setze auf Anleihen aus der Euro-Peripherie - etwa spanische Staatsanleihen mit 30 Jahren Laufzeit, die derzeit 4,18 Prozent bieten würden.
Die EZB habe ihre Inflationsprognose für 2025 ohne Energie und Lebensmittel auf durchschnittlich 2,2 Prozent gesenkt - 0,1 Prozentpunkte weniger als noch im Dezember. Auch die Wachstumsprognose sei nach unten korrigiert worden: Statt 1,1 Prozent erwarte die EZB für dieses Jahr nun nur noch 0,9 Prozent. Während der Pressekonferenz habe Christine Lagarde die hohe Unsicherheit der wirtschaftlichen Entwicklung betont. (07.03.2025/alc/a/a)
Während der Pressekonferenz habe Christine Lagarde betont, dass der Rückgang am Anleihemarkt die Zinsabstände zwischen den Euro-Ländern nicht beeinflusst habe. Das dürfte die Stimmung an den Märkten kaum beeinflussen. Der jüngste Anstieg der Renditen von Euro-Anleihen werde die Wirtschaft und Inflation in diesem Jahr voraussichtlich stark belasten. Barbe rechne damit, dass das angekündigte Rüstungs- und Infrastrukturprogramm in Deutschland erst nach dem Sommer Wachstumsimpulse liefern würden. Ohne die noch unklaren Folgen des Handelskonflikts und angesichts der aktuellen Konjunkturschwäche in der Eurozone erwarte Barbe, dass die Inflation in diesem Jahr schneller zurückgehe.
Kurzfristig erwarte Barbe keine spürbaren Impulse für die Wirtschaft. Der geplante deutsche Infrastrukturfonds solle 50 Milliarden Euro pro Jahr umfassen, habe jedoch einen geringen wirtschaftlichen Multiplikator. Daher dürfte er das Wachstum erst ab 2026 beeinflussen. Gleichzeitig würden steigende Realrenditen die Bauwirtschaft und Unternehmensinvestitionen belasten. Die Unsicherheit über Zölle führe bereits dazu, dass viele Firmen ihre Investitionspläne verschieben würden. Barbe gehe davon aus, dass die EZB aufgrund ihrer datenabhängigen Strategie zurückhaltend bleibe, wenn es darum gehe, die Zinsen weiter zu senken. Angesichts attraktiver Renditen bevorzuge Barbe langfristige Laufzeiten und setze auf Anleihen aus der Euro-Peripherie - etwa spanische Staatsanleihen mit 30 Jahren Laufzeit, die derzeit 4,18 Prozent bieten würden.
Die EZB habe ihre Inflationsprognose für 2025 ohne Energie und Lebensmittel auf durchschnittlich 2,2 Prozent gesenkt - 0,1 Prozentpunkte weniger als noch im Dezember. Auch die Wachstumsprognose sei nach unten korrigiert worden: Statt 1,1 Prozent erwarte die EZB für dieses Jahr nun nur noch 0,9 Prozent. Während der Pressekonferenz habe Christine Lagarde die hohe Unsicherheit der wirtschaftlichen Entwicklung betont. (07.03.2025/alc/a/a)
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