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EZB-Sitzung: Mittelfristig weitere Schritte möglich


20.07.16 12:06
Allianz Global Investors

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Die Europäische Zentralbank (EZB) wird die Märkte davon überzeugen wollen, dass sie notfalls weiter effektiv agieren kann, so Franck Dixmier, Globaler Anleihenchef von Allianz Global Investors im Vorfeld der EZB-Sitzung am 21. Juli.

Die Experten würden auf einen bewegten Monat zurückblicken. Es gelte allerdings im Kopf zu behalten, dass bis zum Vollzug des EU-Austritts Großbritanniens noch einige Jahre ins Land gehen würden. Aus heutiger Sicht seien daher die makroökonomischen Auswirkungen dieser Entscheidung auf das Wachstum der Eurozone noch nicht absehbar. Zwar dürfte das mittelfristige Inflationsziel der EZB von 2 Prozent in diesem Umfeld schwieriger zu erreichen sein, allerdings erscheine es müßig, zum jetzigen Zeitpunkt darüber zu räsonieren.

Zudem habe man in den letzten Tagen wieder einen Rückgang der Volatilität, eine leichte Erholung am Aktienmarkt, einen Anstieg der langfristigen Anleiherenditen sowie wachsenden Risikoappetit der Anleger gesehen. Letztlich seien dies aus EZB-Sicht gute Nachrichten. Vor diesem Hintergrund würden die Märkte aktuell keine weiteren Maßnahmen der EZB erwarten.

Gleichwohl werde EZB-Präsident Mario Draghi die Märkte davon überzeugen wollen, dass die EZB noch über genügend Pfeile im Köcher verfüge, um notfalls erneut geldpolitisch handeln zu können. Auch wenn die Leitzinsen etwa in der Schweiz noch niedriger seien als in der Eurozone und die US-Notenbank weitaus mehr an quantitativen Lockerungsschritten unternommen habe, sehe sich die EZB wiederholt Fragen ausgesetzt, ob sie noch über weitere Munition verfüge.

Die Experten würden zwar kurzfristig keine erneuten Maßnahmen erwarten, könnten sich mittelfristig aber weitere Schritte vorstellen. Möglich sei etwa eine Ausweitung des Laufzeitenspektrums im Rahmen des Quantitative Easing (QE) Programms oder eine Änderung bei den internen Regeln im Zusammenhang mit der Implementierung des Anleihekaufprogramms.

Darüber hinaus dürfte Mario Draghi mit Fragen hinsichtlich der Stabilität des italienischen Bankensystems konfrontiert werden, wodurch die Funktionsfähigkeit des geldpolitischen Transmissionsmechanismus gefährdet werden könne. Vor der Veröffentlichung der Ergebnisse des Banken-Stresstest würden die Experten aber nicht mit detaillierten Aussagen des EZB-Präsidenten zu diesem Thema rechnen. (20.07.2016/alc/a/a)