EZB-Sitzung: Inflationsziel soll bis Sommer erreicht werden


31.01.25 11:45
Neuberger Berman

New York (www.anleihencheck.de) - Die Entscheidung der EZB, ihre Leitzinsen gestern um 25 Basispunkte zu senken, lässt die Geldpolitik auf einem restriktiven Niveau und das trotz der Erklärung, dass der Zustand der Wirtschaft weiterhin schwach ist, so die Experten von Neuberger Berman.

Das bedeute, dass sie aufgrund politischer Unsicherheiten wie etwa möglicher US-Zölle weiterhin vorsichtig in Bezug auf die Inflation sei und über die Rede von Frau Lagarde hinaus sicherstellen wolle, dass die Inflationsrate bis zum Sommer tatsächlich ihr Ziel von 2 Prozent erreiche. Frau Lagarde habe in ihrer Erklärung und während der Fragerunde mehr Informationen als üblich gegeben: Sie habe bestätigt, dass sich das Lohnwachstum wie erwartet abschwäche, und erklärt, dass es verfrüht sei, eine Diskussion darüber zu führen, wo man aufhören müsse. Dies bedeute, dass die EZB eine Art "Forward Guidance" beibehalte.

Die EZB habe erklärt, dass es verfrüht sei, über ein Ende der Zinssenkungen zu diskutieren, was bedeute, dass man in den kommenden Monaten mit weiteren Zinssenkungen rechnen könne. Die Experten von Neuberger Berman würden glauben, dass die EZB ihre Entscheidung weniger von Wirtschaftsdaten abhängig mache und ihr neutrales Zinsniveau früher erreichen möchte. Dies sei "akkommodierender" als erwartet.

Die Experten von Neuberger Berman würden davon ausgehen, dass die EZB aufgrund des Ausverkaufs an den ausländischen Anleihemärkten über steigende Anleiherenditen besorgt sei. Dies dürfte trotz der Unsicherheiten im Zusammenhang mit der Präsidentschaft Trumps zu einem Aufwärtstrend am europäischen Anleihemarkt führen. Das Risiko negativer Auswirkungen der globalen Anleihemärkte betreffe hauptsächlich langfristige Anleihen.

Die Experten von Neuberger Berman würden daher eine Übergewichtung bei kurzen und mittelfristigen Laufzeiten bevorzugen. Die Fortführung der Zinssenkungspolitik der EZB mache es für sie attraktiver, durch Investitionen in Süd- und Osteuropa höhere Renditen anzustreben. (31.01.2025/alc/a/a)