EZB-Sitzung: Draghi wird sich treu bleiben


25.01.18 12:30
Baader Bank

Unterschleissheim (www.anleihencheck.de) - Es herrscht erhebliche Lawinengefahr im tiefverschneiten Schweizer Skiort Davos, so Klaus Stopp, Leiter der Skontroführung Renten bei der Baader Bank.

Rechtzeitig vor seinem Besuch des dortigen Weltwirtschaftsforums (WEF), wo die Freunde des freien Welthandels in der Mehrzahl seien, habe D.T., der Unberechenbare, vorgelegt. Der US-Präsident habe die Einführung weiterer Handelsschranken gegen die vermeintlichen Billigimporte aus dem Ausland angekündigt. Diesmal treffe es Waschmaschinen und Solarmodule, die mit Zöllen zwischen 20% und 50% belegt werden sollten, bevor sie in die USA eingeführt werden könnten. Mit diesen Einfuhrzöllen brüskiere der Protektionist aus Washington insbesondere China und Südkorea, die sich allerdings wehren und die Welthandelsorganisation (WTO) anrufen möchten.

Man könne davon ausgehen, dass damit noch nicht das Ende der protektionistischen Maßnahmen der US-Regierung erreicht sei. Demnächst dürfte Billigstahl aus China eine Reaktion Trumps hervorrufen, ebenso wie der mangelnde Marktzugang nach China sowie der Druck auf ausländische Unternehmen, bei einem Engagement im Reich der Mitte zwangsweise Technologie zu transferieren. Wobei auch die Europäer bei den beiden zuletzt genannten Punkten immer wieder mit den chinesischen Usancen gehadert hätten und somit Trump zustimmen dürften.

Dennoch, mit seinen jüngsten Ankündigungen heize Trump den Handelsstreit zwischen den Ländern erneut an. Seine zeitweilige Zurückhaltung dürfte nur dem Umstand geschuldet gewesen sein, dass die USA auf China und Südkorea als Partner in der Nordkorea-Krise angewiesen gewesen seien. Die Frage sei nun, ob und wie sich China revanchieren werde. Immerhin sei es just das Land, das die größten Währungsreserven in US-Dollar halte. Mit 3,14 Billionen US-Dollar per Ende Dezember habe das Polster aus dem Reich der Mitte seinen höchsten Stand seit September 2016 erreicht.

In Davos habe zunächst der indische Regierungschef Narendra Modi indirekt Kritik an Trumps Kurs der wirtschaftlichen Abschottung geübt. Als eigentlicher Gegenspieler habe sich aber einmal mehr Kanadas Premierminister Justin Trudeau entpuppt, der auf dem WEF den am Dienstag in Tokio erzielten Abschluss eines neuen Freihandelsabkommens für den Pazifikraum (CPTPP) gelobt habe. Das ursprünglich geplante Handelsabkommen TPP sollte rund um den Pazifik die größte Freihandelszone der Welt schaffen und eigentlich ein Gegengewicht zu China bilden. Doch Trump habe das Abkommen kurz nach seinem Amtsantritt im Januar 2017 aufgekündigt. Nun bilde sich stattdessen ein Bündnis ohne die USA, aber eben mit China. Des Weiteren seien unter anderem Neuseeland, Australien, Chile, Japan und Singapur mit an Bord.

Über sein Plädoyer für den freien Welthandel hinaus habe Trudeau in Davos eine "Wutrede" gehalten, wie das "Manager-Magazin" es genannt habe, indem er sich für eine gerechtere Welt stark gemacht und dabei insbesondere die Rechte von Frauen betont habe. So habe der kanadische Premier von Unternehmen gefordert, verstärkt Frauen einzustellen und zu fördern. Dies sei keine nette Geste, sondern es sei der richtige Weg für jedes einzelne Unternehmen und für wirtschaftliches Wachstum. Es gelte vor allem, die Lohnlücke zwischen Männern und Frauen zu schließen, habe Trudeau gesagt und damit einmal mehr einen Kontrapunkt zu dem Sexisten im Oval Office gebildet.

Man dürfe nun gespannt sein, ob Trump mit seiner Rede am Freitag eine Lawine lostrete, unter der wieder ein Stück des freien Welthandels begraben werde. Es herrsche ohnehin schon Lawinenwarnstufe 3 in Davos. Die Medienaufmerksamkeit werde groß sein, allerdings werde dann wohl die Hälfte der 3.000 Forumsgäste schon abgereist sein - darunter auch Bundeskanzlerin Angela Merkel, die bereits am Mittwoch wieder nach Berlin zurückgeflogen sei. Dadurch verpasse sie nicht nur eine mögliche Begegnung mit Trump, sondern auch den Austausch mit dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron. Aber dazu müsse Merkel ja nun wirklich nicht ins tiefverschneite Davos reisen.

Es wäre mehr als eine Überraschung, wenn sich der Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB), Mario Draghi, bei der heutigen Pressekonferenz zu einer Änderung der Forward Guidance hinreißen lassen würde. Obwohl nach der Veröffentlichung des Protokolls der Dezember-Sitzung der Eindruck entstünden konnte, dass eine Anpassung der Geldpolitik nicht mehr vehement ausgeschlossen werde, sei bei der heutigen Sitzung in Frankfurt nicht damit zu rechnen, dass Super Mario sich untreu werde. Das bedeute aber auch, dass eine zeitnahe Anpassung der Zinsen und des Ankaufvolumens nicht das Thema sein würden, obwohl in den vergangenen Wochen der Eindruck habe entstehen können, dass die Notenbanker von den Treibern zu den Getriebenen geworden seien.

Eine Anpassung der Kommunikation werde von den Marktteilnehmern frühestens im zweiten Quartal des Jahres erwartet. Somit sei noch genügend Zeit, die Entwicklung der Inflation, des Euro-Außenwerts und der Wirtschaft zu beobachten. In der Vergangenheit sei stets betont worden, die EZB werde solange Anleihen ankaufen, bis die Inflation eine überzeugende Wende hin zu 2 Prozent vollzogen habe. Ob dies aber ohne Änderung der selbst gesteckten Obergrenzen überhaupt möglich sein werde, dürfe bezweifelt werden. Ein Themenschwerpunkt dürfte heute allerdings auch die Stärke des Euro sein, der immer mehr zum Problem werde. Er bremse nämlich die Inflation wieder ein und wirke somit der Zinswende entgegen.

Die Nervosität an den Märkten sei allerdings zu spüren, denn die Ära der ultraniedrigen Zinsen sei vorbei. Und jetzt stelle sich nur noch die Frage, wie das Ende des langen Booms verlaufen werde. Vieles erinnere in diesem Zusammenhang an das Münchner Oktoberfest. Ab einer gewissen Uhrzeit würden keine Getränke mehr ausgegeben, die Gäste würden musikalisch zum Gehen aufgefordert und dann werde zu guter Letzt das Licht angeschaltet. Spätestens zu diesem Zeitpunkt erkenne der ein oder andere Wies'n-Besucher die Auswirkungen seines Treibens - es gebe ein böses Erwachen.

So ähnlich werde das auch sein, wenn die EZB den Banken das billige Geld entziehe. Hinweise auf den Tag "X" würden sich die Finanzmarktakteure heute von Mario Draghi erhoffen, und so würden sie seine Aussagen in den kommenden Tagen auf Herz und Nieren überprüfen.

Der schleppende Abbau von Problemkrediten, die als Folge der Finanzkrise entstanden seien, bleibe für Europas Banken eine Bedrohung. Der Anteil dieser Non-Performing Loans (NPL) an allen Darlehen sei in den Bilanzen der Geldhäuser im zweiten Quartal 2017 um einen Punkt auf 4,6% gefallen, habe die EU-Kommission mitgeteilt. Ungeachtet dieser positiven Entwicklung hätten sich die faulen Kredite in der gesamten EU auf 950 Mrd. Euro addiert. In den 19 Euro-Ländern hätten sie sich auf 5,4% des Kreditvolumens belaufen. Per Ende 2016 habe PwC's Strategy den Berg an ausfallgefährdeten Krediten mit einer Billion Euro angegeben.

Bemerkenswert sei die breite Spanne zwischen den Quoten an faulen Krediten der einzelnen Mitgliedsländer. So würden in den Bilanzen deutscher Banken noch 2,3% ausfallgefährdeter Darlehen stecken, nach 2,8% im Juni 2016. In Griechenland sei dagegen mit 46,9% fast jeder zweite Kredit ein wackeliger. Dies liege besonders an dem eher verhaltenen Wirtschaftswachstum in Griechenland. Absolut betrachtet seien es italienische Banken, die mit rund 350 Mrd. Euro die schwerste Last an NPLs mit sich herumschleppen würden. Dies entspreche einer Quote von 12,2%, was gegenüber 2015 (18%) einen Fortschritt darstelle.

Unterm Strich würden Europas Banken zwar Fortschritte beim Abbau problembehafteter Kredite machen. Es lauere aber immer noch ein hoher Wertberichtigungsbedarf in den Bilanzen. Es bleibe zu hoffen, dass der Fortschrittsbericht der EU-Kommission, in dem sie die Entwicklung der Wackelkredite dargelegt habe, politischen Rückenwind für weitere Strukturreformen in der EU auslösen werde. Sollten diese zum Abbau weiterer NPLs führen, dürfte auch die deutsche Seite nichts dagegen haben. Vor einem Ausbau der Bankenunion, der mit einer gemeinsamen Einlagensicherung einhergehen sollte, sei allerdings an dieser Stelle nochmals gewarnt.

Das Personalkarussell der europäischen Institutionen beginne sich zu drehen. Mit der Suche eines neuen Vizepräsidenten der EZB beginne die weitgehende Neubesetzung wichtiger Posten. Da sei zunächst der EZB-Vize, Vitor Constancio aus Portugal, für den nach acht Jahren Amtszeit ein Nachfolger gesucht werde. Als Favorit gehe der bisherige spanische Wirtschafts- und Finanzminister Luis de Guindos ins Rennen. Damit wäre Spanien nach sechs Jahren Abstinenz wieder im EZB-Direktorium vertreten. Da man de Guindos große Verdienste um die wirtschaftliche Erholung in Spanien zuschreibe, dürften mit dieser Wahl alle gut leben können.

Wenn aber der Vize ein "Südländer" wäre, müsste nach der europäischen Arithmetik der nächste Chef der EZB ein "Nordlicht" sein. Und da mache immer wieder Jens Weidmann von sich reden. Sicher, der Bundesbankpräsident sei zu klug, um offiziell mit den Hufen zu scharren. Aber inhaltlich habe er sich immer wieder als Kritiker der expansiven Geldpolitik von EZB-Chef Mario Draghi, den es im Oktober 2019 zu beerben gelte, in Position gebracht. Jedoch habe er damit bei manchen EU-Partnern auch für Verdruss gesorgt. Insbesondere Italien und Frankreich scheinen hier Vorbehalte zu haben, so die Analysten der Baader Bank. Daher könnte es sein, dass man den Deutschen zwar den Chefposten bei der EZB zugestehe, aber just Weidmann an dieser Stelle nicht sehen wolle. So würden auch Klaus Regling, Chef des Stabilitätsmechanismus ESM, und der Wirtschaftsweise Volker Wieland als mögliche Kandidaten gelten. Auch Frankreichs Zentralbankchef Francois Villeroy, der fließend deutsch spreche, würden Chancen eingeräumt.

Vor dem Hintergrund dieser Überlegungen werde es eines sorgsamen Ausbalancierens bedürfen, wie weitere wichtige EU-Posten, die demnächst frei würden, besetzt würden. So ende Ende 2018 die fünfjährige Amtszeit von Danièle Nouy, der Chefin der Bankenaufsicht in der EZB, und im nächsten Jahr würden dann gleich drei weitere Ämter im sechsköpfigen EZB-Direktorium frei. Neben Draghi würden auch der belgische EZB-Chefvolkswirt Peter Praet und der französische "Außenminister" der EZB, Benoît Cœuré, ihre Posten räumen.

Die Anleihekäufe der EZB würden aus der Balance geraten. Immer häufiger würden Schuldentitel aus Österreich, Belgien, Frankreich und Italien bevorzugt, sodass die EZB ihre selbst gesetzten Maßstäbe verletze. Ursprünglich sollten die Länder bei den Ankäufen ja entsprechend ihrer Größe berücksichtigt werden, um einen Umverteilungseffekt innerhalb der Eurozone zu verhindern.

Aber nach einer Studie des ZEW-Instituts würden sich die Gewichte immer mehr verschieben. Als Ursache für das Ungleichgewicht nenne der Autor der Untersuchung, dass einige Staaten zu wenig Anleihen begeben und andere lediglich Staatstitel geringerer Bonität anbieten würden. Im Ergebnis würden immer mehr Anleihekäufe auf Staaten mit hohen Schuldenständen entfallen. Der Vergleich der Käufe von 2015, dem ersten Jahr des Ankaufprogramms für Wertpapiere im öffentlichen Sektor (Public Sector Purchasing Programme, PSPP), mit dem Ankaufvolumen im Jahr 2017 belege diesen Trend.

Nach Berechnungen des ZEW habe der Anteil von Staatsanleihen aus Spanien, Frankreich, Italien, Belgien und Österreich an den Käufen des Jahres 2015 noch bei 59,0% gelegen, der jedoch 2017 um gut 4 Prozentpunkte auf 63,3% angestiegen sei. Immer stärker würden demnach die Anleihekäufe anteilig vom EZB-Kapitalschlüssel abweichen, welcher der EZB als Steuerungsgröße des Programms diene. Für die im vergangenen Jahr getätigten Käufe lägen die Anteile von Italien, Frankreich, Belgien und Österreich inzwischen um etwa 10% über dem Niveau, das der Anwendung des EZB-Kapitalschlüssels entsprechen würde. Eine Analyse des ZEW im Oktober 2017 habe bereits gezeigt, dass die südeuropäischen Länder wie Spanien und Italien von den Wertpapierkäufen der EZB am stärksten profitieren würden.

Entsprechend folgere das ZEW: Mit jedem Monat neuer Käufe verschärfe sich die jetzt bereits sichtbare Übergewichtung der Schulden-Staaten. Damit würden die Zweifel an der Vereinbarkeit des Programms mit dem Verbot der monetären Staatsfinanzierung laut Vertrag über die Arbeitsweise der Europäischen Union wachsen. Insbesondere in Bezug auf Italien könne dies schon bald zum Problem werden, wenn nämlich nach den Wahlen am 4. März des Jahres europafeindliche Parteien die Regierung stellen und aus dem Verbund, der ihre Anleihen angekauft habe, ausscheren möchten.

Inzwischen sei im US-Haushaltsstreit zwar die vierte kurzfristige Übergangsfinanzierung seit Oktober 2017 beschlossen und immerhin dadurch sind bis zum 8. Februar des Jahres die Haushaltsmittel für die Bundesbehörden gesichert worden. Aber in den kommenden Wochen müsse dennoch eine vernünftige, langfristige Lösung gefunden werden. Dies werde sicherlich nicht einfach sein, und im schlimmsten Fall in einer fünften Übergangslösung enden.

Doch auch in solchen Zeiten - und sogar bei einem Regierungsstillstand - werde die Verschuldung der USA weiter anwachsen. Somit sollten alle Formen der Übergangsmaßnahmen spätestens Ende Februar ausgereizt sein. Daher bedürfe es dringend einer Anhebung der gesetzlich geregelten - aber seit Oktober 2017 gerissenen - Schuldenobergrenze. Denn nur dadurch könne die fiskalpolitische Sicherheit wiederhergestellt werden, welche für eine "vernünftige" Regierungsarbeit unabdinglich sei.

Die ansonsten in diesem Zusammenhang notwendige langsame Beendigung des Schuldendienstes könne schlussendlich sogar in die Zahlungsunfähigkeit der USA münden. Darauf hätten in den vergangenen Monaten immer wieder die US-Ratingagenturen hingewiesen und deshalb mit einem Downgrade gedroht. Noch scheine man aber davon Abstand zu nehmen und sich nicht der Meinung der chinesischen Ratingagentur anzuschließen, welche die US-Bonität in der vergangenen Woche abgewertet habe. Jedoch vermöge niemand zu sagen, wann dieser Zustand enden werde. Vielleicht sei es an der Zeit, die Verschuldung in einer anderen Art zu begrenzen. So wäre z.B. eine Koppelung an das Bruttoinlandsprodukt (BIP) vorstellbar. Der positive Nebeneffekt von einer Neuregelung wäre nicht zuletzt, dass die nervigen, gegenseitigen Vorwürfe seitens der Republikaner und der Demokraten uns erspart blieben und das "Schattenboxen" ein Ende hätte, so die Analysten der Baader Bank.

Der doppelte Griff in die "Emissionskiste" verdeutliche die Denkweise mancher CFOs, die sich noch günstige Kreditspreads sichern möchten. Jedoch habe sich der Versorger Gas Natural mit der Begebung einer 850 Mio. Euro schweren Anleihe (ISIN XS1755428502 / WKN A19U5P) mit einer Laufzeit bis zum 29.01.2028 über seine Tochter Gas Natural Fenosa Finance begnügt. Die Gläubiger würden für ihr Investment jährlich Zinsen in Höhe von 1,5% erhalten. Ausgegeben worden sei die Anleihe zu 98,937%, was einem Emissionsspread von +67 Bps über Mid Swap gleichgekommen sei. Neben einer Make Whole Option sei das Wertpapier ab dem 29.10.2027 jederzeit bis zur Endfälligkeit zu 100% kündbar. Neben Gas Natural Fenosa Finance hätten sich in dieser Berichtswoche auch die Unternehmen Selecta Group und Crown Euro Holdings an den Kapitalmarkt gewagt. Bei allen Bonds sei die insbesondere für institutionelle Investoren interessante Mindeststückelung von 100.000 Euro festgeschrieben worden.

Selecta Group habe dabei zwei Bonds über insgesamt 1,09 Mrd. Euro aufgelegt. Die erste Tranche (ISIN XS1756359045 / WKN A19VGT), ein 6-jähriger Floater, sei am 01.02.2024 fällig und der Zinssatz richte sich nach dem vierteljährlichen Euribor plus 5,375 PP. Der Emissionspreis der 325 Mio. Euro schweren Anleihe habe bei pari gelegen. Ein zweiter 765 Mio. Euro schwerer 6-jähriger Fix-Bond (ISIN XS1756356371 / WKN A19VGG) mit Fälligkeit am 01.02.2024 zahle dem Anleger Zinsen in Höhe von 5,875% jährlich. Die Auszahlung des Kupons erfolge jeweils im April und Oktober eines jeden Jahres. Der Reoffer habe bei 100% gelegen (+581 Bps über der vergleichbaren Bundesanleihe). Beide Anleihen seien mit einer Make Whole Option sowie weiteren optionalen Kündigungsterminen ausgestattet.

Ebenfalls einen Doppelpack mit insgesamt 835 Mio. Euro habe Crown Euro Holdings emittiert. Mit Fälligkeiten am 01.02.2023 und 01.02.2026 habe sich das Unternehmen mit Sitz in Frankreich erfolgreich am Kapitalmarkt refinanziert. Dabei sei der 5-jährige Bond (ISIN XS1758716085 / WKN A19VCM) mit einem Zins von jährlich 2,25% ausgestattet, was bei einem Spread von +234 Bps über Bund einen Emissionspreis von pari ergeben habe. Die Auszahlung des Kupons erfolge jeweils im Februar und August. Die erste Tranche sei 335 Mio. Euro schwer. Das zweite Papier (ISIN XS1758723883 / WKN A19VCK) mit einem Emissionsvolumen von 500 Mio. Euro zahle den Investoren jährlich Zinsen in Höhe von 2,875%, welche ebenfalls im Februar und August auf das Konto der Anleger fließen würden. Emittiert worden sei ebenfalls zu 100%, was einem Spread von +257 Bps über der vergleichbaren Bundesanleihe entsprochen habe. Neben einer Make Whole Option sei der 5-jährige Bond drei Monate vor Endfälligkeit und die 8-jährige Anleihe ab dem 01.08.2025 jederzeit zu 100% kündbar.

Die heutige EZB-Sitzung gelte als ausgemachte "Nullnummer" und trotzdem sei die Gefahr einer heftigen Reaktion auf eventuell unbedachte Äußerungen vorhanden. Es könne aber durchaus auch zu einer bewussten Beeinflussung der Märkte kommen. Denn bereits in der Vergangenheit habe man verbal auf Pressekonferenzen ganz beiläufig einen "Testballon" steigen lassen, um die Marktreaktion im Vorfeld von anstehenden Zinsentscheidungen besser einschätzen zu können. Dies könne auch für heute nicht ausgeschlossen werden. Unter anderem seien auch schon aus diesem Grund Großteile der Positionen abgesichert worden und würden es auch bleiben.

Zurückblickend auf die bisherige Handelswoche lasse sich konstatieren, dass die Ursachen für das aktuelle Geschehen an den Rentenmärkten größtenteils in den USA zu suchen seien. So seien der festere Euro, die "America first" Politik unter D.T., dem Unberechenbaren, aber auch die Geldpolitik unter dem neuen FED-Präsidenten marktbeherrschende Themen. Doch auch der US-Bondmarkt strahlt auf unseren Kapitalmarkt aus, so die Analysten der Baader Bank. Denn in Anbetracht der Tatsache, dass die Rendite der 10-jährigen amerikanischen Staatsanleihen mit 2,659% ein neues Dreijahreshoch markierte, konnte sich auch das Rentenbarometer hierzulande diesem Trend nicht vollständig entziehen, so die Analysten der Baader Bank. Nach einer kurzzeitigen Gegenbewegung sei der Euro-Bund-Future wieder in den Abwärtskanal abgerutscht und schicke sich zum wiederholten Male an, die "Downside" zu testen.

Aus charttechnischer Sicht stelle zwar die psychologische Marke von 160% eine Unterstützung dar, allerdings sei ein Abgleiten bis in den Bereich von 159,80% noch kein Beinbruch. Momentan rentiere die neue 10-jährige Benchmarkanleihe bei ca. 0,58% und bei einem Renditeanstieg auf 0,75% würde das einem Kursverfall beim Euro-Bund-Future auf ca. 158,50% entsprechen. Dieses Szenario sei nicht auszuschließen, obwohl das Sorgenbarometer der Eurozone heute im Vorfeld der EZB-Sitzung bei ca. 160,65% handle. Sollte jedoch die Upside getestet werden, so wäre dies eine gute Gelegenheit, um sich vor weiteren Zinsanpassungen zu schützen.

Ungeachtet der Schuldenobergrenze hätten die USA auch in dieser Handelswoche nominal 129 Mrd. USD als T-Bills mit den üblichen Laufzeiten und T-Notes im Volumen von 103 Mrd. USD mit Laufzeiten von zwei, fünf und sieben Jahren refinanziert - also "Business as usual".

Der europäische Primärmarkt für Staatsanleihen sei hingegen geprägt gewesen von der Begebung einer neuen 10-jährigen spanischen Staatsanleihe. Infolge der Anhebung der Bonität Spaniens durch die Ratingagentur Fitch auf "A-" mit Ausblick "stabil" seien für die geplanten 10 Mrd. Euro insgesamt ca. 45 Mrd. Euro an Zeichnungsgeboten abgegeben worden. Die Zuteilung sei bei einer Rendite von ca. 1,45% erfolgt (+46 Bps über Mid Swap).

Ebenfalls am Dienstag habe die Finanzagentur der Bundesrepublik Deutschland das Emissionsvolumen der aktuellen Bundesschatzanweisungen (ISIN DE0001104701 / WKN 110470) um 5 Mrd. Euro auf nunmehr 13 Mrd. Euro erhöht. Trotz der technischen Unterzeichnung seien bei einer Durchschnittsrendite von minus (-) 0,61% etwas über 4 Mrd. Euro zugeteilt worden. Die restlichen 967,5 Mio. Euro seien zur Marktpflege umgebucht worden. Darüber hinaus werde am Freitag zum Wochenschluss noch Italien mit diversen Aufstockungen am Kapitalmarkt aktiv werden.

Die internationalen Aktienmärkte würden von einem Rekord zum nächsten jagen und sowohl in Europa als auch in Übersee bisher noch nicht dagewesene Höchstkurse erklimmen. Am Devisenmarkt könne das Währungspaar EUR/USD mit diesem Tempo nicht ganz mithalten. Allerdings präsentiere sich die europäische Gemeinschaftswährung weiterhin sehr stark. Bereits am vergangenen Mittwoch habe der Euro ein neues Dreijahreshoch bei 1,2323 USD markieren worden. Dieses habe er zu Wochenmitte nochmals verbessern können und sei heute im frühen Handel bis auf 1,2459 USD und damit auf den höchsten Stand seit Dezember 2014 gestiegen.

Bezeichnend sei derzeit die Schwäche der amerikanischen Währung im Allgemeinen. Dies zeige sich auch am so genannten Bloomberg Dollar Spot Index, der den Greenback gegenüber den zehn wichtigsten Währungen abbilde. Dieser notiere aktuell so niedrig wie zuletzt im Januar 2015. Mit der EZB-Sitzung sowie dem Weltwirtschaftsforum in Davos biete diese Woche noch einiges an Potenzial für kursbewegende Nachrichten. Im Vorfeld der ersten Sitzung der EZB im neuen Jahr handle die Einheitswährung heute Morgen bei ca. 1,2420 USD.

Aber auch die Türkische Lira (TRY) habe sich in den vergangenen Handelstagen wieder sehr volatil gezeigt. So sei der Euro im Vergleich zur Lira zu Wochenbeginn bis auf 4,7237 TRY gestiegen und habe damit nur marginal das bisherige Allzeithoch vom 24. November 2017 bei 4,7249 TRY verfehlt. Im weiteren Handelsverlauf habe sich die Währung der Türkei wieder etwas stabilisieren können und der Euro notiere zur Stunde bei 4,6530 TRY.

In dieser Berichtswoche hätten sich Privatanleger hauptsächlich in Währungsanleihen lautend auf US-Dollar, Türkische Lira, Südafrikanische Rand sowie Mexikanische Peso und Russische Rubel engagiert.

Disclaimer:

Die Baader Bank AG ist eine der führenden Investmentbanken für die DACH-Region (Deutschland, Österreich, Schweiz) und Marktführer im Handel von Finanzinstrumenten.

Als Market Maker ist die Bank für die börsliche und außerbörsliche Preisfindung von über 800.000 Finanzinstrumenten verantwortlich.

Im Investment Banking entwickelt sie Finanzierungslösungen für Unternehmen und bietet institutionellen Anlegern umfassende Dienstleistungen beim Vertrieb und dem Handel von Aktien, Anleihen und Derivaten. (25.01.2018/alc/a/a)





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