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EZB-Ratssitzung: Alle Augen auf Prognosen gerichtet


19.01.24 12:55
abrdn

London (www.anleihencheck.de) - Es ist ein immerwährendes Paradoxon der Geldpolitik: Je mehr eine Zinsänderung erwartet wird, desto weniger notwendig scheint sie zu werden, so Felix Feather, Economist bei abrdn.

Die Marktpreise würden implizieren, dass die Anleger die langjährige Erwartung eines bedeutenden Zinssenkungszyklus in diesem Jahr übernommen hätten, wodurch die finanziellen Rahmenbedingungen gelockert würden. Diese Lockerung erhöhe das Risiko eines Wiederanstiegs der Inflation, und das unmittelbar nach einer Phase bemerkenswerter Fortschritte in der Inflationsbekämpfung durch die EZB. Und angesichts des Konflikts im Nahen Osten, der die Lieferketten unterbreche, wachse bei den politischen Entscheidungsträgern die Sorge, dass der stark disinflationäre Warenkreislauf an der Schwelle zu einer Wende stehen könnte.

Da erwartet werde, dass die EZB dieses Mal an ihrem Kurs festhalte, würden alle Augen auf ihre Prognosen gerichtet sein.

Die Experten würden davon ausgehen, dass diese - wenn auch unverbindlich - der Erwartung des Marktes Rechnung tragen würden, dass der nächste Schritt bei den Leitzinsen nach unten gehen werde. Man sollte aber nicht erwarten, dass die EZB die Markterwartungen in vollem Umfang unterstütze: Die EZB werde mit ziemlicher Sicherheit andeuten, dass sie die Markterwartungen von mindestens fünf Zinssenkungen in diesem Jahr für überzogen halte. (19.01.2024/alc/a/a)