EZB-Rat lässt Leitzinsen unverändert, US-Arbeitsmarktbericht im Fokus


07.02.14 14:58
Postbank Research

Bonn (www.anleihencheck.de) - Der EZB-Rat hat auf seiner gestrigen Sitzung die Leitzinsen unverändert gelassen, so die Analysten von Postbank Research.

Der Hauptrefinanzierungssatz bleibe damit bei 0,25%, der Einlagensatz bei 0,00%. Hinsichtlich des ökonomischen Ausblicks sehe sich die EZB in ihrer Einschätzung einer anhaltenden, wenn auch moderaten Erholung bestätigt. An ihrem Inflationsausblick habe die EZB dabei keine grundsätzliche Änderung vorgenommen. Sie erwarte weiterhin eine längere Periode niedriger Inflation, der aber ein gradueller Anstieg des Preisauftriebs in Richtung der Zielmarke der EZB folgen solle.

Andererseits bewerte sie den derzeitigen grundlegenden Preistrend jetzt als schwach, nachdem sie ihn im Januar noch als gedämpft bezeichnet habe. Vor diesem Hintergrund habe Draghi Bereitschaft signalisiert, weitere expansive geldpolitische Maßnahmen zu ergreifen, falls dies erforderlich werden sollte.

Dabei habe der EZB-Rat wohl bereits dezidiert besprochen, welche Faktoren zusätzliche Maßnahmen auslösen könnten. Zum einen könnte dies eine Verschlechterung der Lage an den Finanzmärkten sein, zum anderen eine Verschlechterung des Inflationsausblicks. Die EZB sei damit einer weiteren Zinssenkung oder auch der Ergreifung zusätzlicher unkonventioneller Maßnahmen ein Stück näher gekommen. Als implizite Festlegung würden die Analysten die Ausführungen Draghis aber nicht werten.

Ob die Währungshüter demnächst aktiv würden, dürfte sehr stark darauf ankommen, ob die Inflationsrate im Februar weiter sinke. Eine wichtige Rolle dürften aber auch die weiteren Entwicklungen in den Schwellenländern spielen. Mit einer zunehmenden Gefahr, dass sich die jüngsten Turbulenzen zu einer Krise ausweiten würden, die auch die EWU-Wirtschaft in Mitleidenschaft ziehen könnte, stiege auch die Wahrscheinlichkeit, dass die EZB weitere stimulierende Maßnahmen ergreife. Das Ergebnis der März-Sitzung des EZB-Rates sei damit nach Einschätzung der Analysten in ungewöhnlich hohem Maße von kurzfristigen Entwicklungen abhängig und somit weitgehend offen.

Heute stehe der US-Arbeitsmarktbericht im Fokus. Nach einem enttäuschenden Beschäftigungsaufbau im Dezember sollte der Januar wieder deutlich besser ausgefallen sein. Auf Basis des ADP-Berichts und der Beschäftigungskomponenten der ISM-Umfragen würden die Analysten außerhalb des Agrarsektors ein Stellenplus von 175 Tsd. gegenüber dem Vormonat erwarten. Die Arbeitslosenquote könnte noch einmal spürbar von 6,7% auf 6,5% zurückgegangen sein.

Einen erheblichen Unsicherheitsfaktor würden allerdings die Wetterkapriolen eines ungewöhnlich harten Winters in den USA darstellen. Nachdem diese im Dezember maßgeblich zu dem schwachen Stellenaufbau beigetragen hätten, wäre für Januar eigentlich eine Gegenreaktion angesagt, hätte es da nicht den massiven Kälteeinbruch im Nordosten gegeben, der die Beschäftigungsbilanz ebenfalls beeinträchtigt haben sollte. (07.02.2014/alc/a/a)





hier klicken zur Chartansicht

Aktuelle Kursinformationen mehr >
Kurs Vortag Veränderung Datum/Zeit
2,15 % 2,15 % -   % 0,00% 31.05./17:30
 
ISIN WKN Jahreshoch Jahrestief
XFARIV001614 2,65 % 2,15 %