EZB-Rat: Leitzinsen bleiben auf absehbare Zeit auf aktuellem Niveau


25.07.17 11:15
Nord LB

Hannover (www.anleihencheck.de) - Auf ihrer Sitzung in der vergangenen Woche hat die Europäische Zentralbank einmal mehr keine Entscheidung dahingehend getroffen, wann sie tatsächlich auf den Pfad in Richtung einer geldpolitischen Normalisierung einschwenken wird, so die Analysten der Nord LB.

Die Anmerkungen Mario Draghis würden von den Märkten dabei aber weiterhin so interpretiert, dass auf den Sitzungen im September oder spätestens im Oktober konkrete Maßnahmen beschlossen und verkündet werden sollten. Vor der Sommerpause habe sich die EZB vorsichtshalber jedenfalls nicht auf einen Tapering-Termin festlegen wollen, und so werde der Startzeitpunkt des langsamen, kontrollierten Ausstiegs aus dem Ankaufprogramm mit einer Drosselung der Wertpapierankäufe nun frühestens zum September-Meeting verkündet werden; zu Gast beim jährlichen Zentralbanker-Treffen in Jackson Hole in den USA könnte Draghi im August die Markteilnehmer aber weitergehend vorbereiten.

Der EZB-Rat habe verlautbart, dass er davon ausginge, dass die Leitzinsen auf absehbare Zeit auf ihrem aktuellen Niveau bleiben würden. Betont worden sei dabei andererseits erneut, dass man weiterhin bereit sei, das Aktiva-Ankaufprogramm hinsichtlich Umfang und/oder Dauer auszuweiten, sofern sich der Konjunkturausblick eintrüben sollte. Sechs Wochen zuvor sei im Zusammenhang mit der Aussage, dass die Risiken für die Wachstumsaussichten nun weitgehend ausgewogen seien, der Hinweis auf weitere Zinssenkungen in der Orientierung über die zukünftige Ausrichtung der Geldpolitik fallengelassen worden.

Die Rendite der 10J-Bundesanleihen habe sich im Laufe der vergangenen Woche nach dem Hoch am 13.07. kontinuierlich weiter verringert und sei zum Wochenbeginn wieder unter die 0,50%-Marke gerutscht, nachdem sie die Vorwoche noch bei 0,506% beendet habe. Im Rahmen des Ankaufprogramms für Unternehmensanleihen CSPP hätten die Ankäufe der nationalen Notenbanken die Einhundert-Milliarden-Euro-Marke bei einem nun durchschnittlichen wöchentlichen Ankaufvolumen von EUR 1,75 Mrd. überschritten. Mit dem Erwerb von zusätzlichen EUR 1,4 Mrd. in der Vorwoche, seien nunmehr insgesamt 997 Bonds von 218 Unternehmen erworben worden. Innerhalb des Programms für Papiere des öffentlichen Sektors PSPP habe die Zentralbank in der letzten Woche EUR 13,8 Mrd. erworben. Für das CSPP würden die Analysten davon ausgehen, dass bis Ende des Jahres rund EUR 140 Mrd. eingesammelt würden. (Ausgabe vom 24.07.2017) (25.07.2017/alc/a/a)




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