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EZB: Quantitative Lockerung ist erster Schritt zur Beseitigung politischer Anreize
13.12.18 16:00
State Street
Boston (www.anleihencheck.de) - Nach der heutigen Sitzung des Geldpolitischen Ausschusses (Monetary Policy Committee (MPC)) der Europäischen Zentralbank (EZB), nehmen Michael Metcalfe, Global Head Makrostrategie bei State Street Global Markets, sowie Antoine Lesné, Leiter Strategie und Marktforschung EMEA für SPDR ETFs, hierzu Stellung.
"Es ist schon eine Ironie, dass die quantitative Lockerung (Quantitative Easing - QE) in diesem Monat endet, obwohl der Druck auf die europäischen Regierungen, die Haushaltsdefizite zu vergrößern, zunimmt", habe Metcalfe gesagt. "Dies ist jedoch kein Zufall, sondern der erste Schritt der EZB auf einem langen und sanften Weg zur Beseitigung politischer Anreize.
Während die europäischen Arbeitsmärkte sich verfestigt haben und es erste Anzeichen für erneute Lohnsteigerungen gibt, bleibt das Wachstum, wie es sich aus den Prognosen der EZB selbst ergibt, eher zurückhaltend. Das bedeutet, dass die geldpolitische Straffung gletscherhaft verlaufen wird und der Druck der Finanzpolitik im nächsten Jahr noch zunimmt. Dies wiederum führt dazu, dass sich der Markt weiterhin auf die Einzelheiten der Wiederanlagepolitik der EZB konzentrieren wird, da die offizielle Unterstützung für den Markt für Staatsanleihen in Zukunft gering bleiben wird."
"Wie erwartet hat sich das Ende der Netto-Ankäufe bestätigt, was ein erster Schritt zu einer schrittweisen Normalisierung der Geldpolitik ist. Während die jüngsten Wirtschaftszahlen wie der Industrial Production Index nicht so alarmierend waren wie frühere Wirtschaftsdaten, ist in der Eurozone aber ein Nachlassen der wirtschaftlichen Dynamik zu verzeichnen, was vergangene Woche von Präsident Draghi bestätigt wurde", habe Lesné gesagt. "Vor diesem Hintergrund wird sich die Normalisierung der Zinssätze langsam und allmählich und abhängig von der Wachstumsbeschleunigung vollziehen.
Der Marktfokus hat sich nunmehr auf die Wiederanlagepolitik der EZB und mögliche andere Anpassungsmaßnahmen verlagert, für den Fall, dass es notwendig sein sollte, die Wirtschafts- und Inflationsziele zu unterstützen. In Anbetracht der aktuellen Renditen von Kernanleihen wird es im neuen Jahr nur wenig Unterstützung auf einem so niedrigen Niveau geben, so dass wir kürzere Laufzeiten bevorzugen, um einen Teil der Zinssensitivität in den Portfolios auszugleichen." (13.12.2018/alc/a/a)
"Es ist schon eine Ironie, dass die quantitative Lockerung (Quantitative Easing - QE) in diesem Monat endet, obwohl der Druck auf die europäischen Regierungen, die Haushaltsdefizite zu vergrößern, zunimmt", habe Metcalfe gesagt. "Dies ist jedoch kein Zufall, sondern der erste Schritt der EZB auf einem langen und sanften Weg zur Beseitigung politischer Anreize.
"Wie erwartet hat sich das Ende der Netto-Ankäufe bestätigt, was ein erster Schritt zu einer schrittweisen Normalisierung der Geldpolitik ist. Während die jüngsten Wirtschaftszahlen wie der Industrial Production Index nicht so alarmierend waren wie frühere Wirtschaftsdaten, ist in der Eurozone aber ein Nachlassen der wirtschaftlichen Dynamik zu verzeichnen, was vergangene Woche von Präsident Draghi bestätigt wurde", habe Lesné gesagt. "Vor diesem Hintergrund wird sich die Normalisierung der Zinssätze langsam und allmählich und abhängig von der Wachstumsbeschleunigung vollziehen.
Der Marktfokus hat sich nunmehr auf die Wiederanlagepolitik der EZB und mögliche andere Anpassungsmaßnahmen verlagert, für den Fall, dass es notwendig sein sollte, die Wirtschafts- und Inflationsziele zu unterstützen. In Anbetracht der aktuellen Renditen von Kernanleihen wird es im neuen Jahr nur wenig Unterstützung auf einem so niedrigen Niveau geben, so dass wir kürzere Laufzeiten bevorzugen, um einen Teil der Zinssensitivität in den Portfolios auszugleichen." (13.12.2018/alc/a/a)


