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EZB-Protokoll erlaubt Einblick in Diskussionen, FED-Leitzinsanhebung zur Jahresmitte möglich
03.03.15 15:42
Postbank Research
Bonn (www.anleihencheck.de) - Seit der letzten Ausgabe von "Zinsen und Währungen" gab es keine geldpolitische EZB-Ratssitzung, so die Analysten von Postbank Research.
Allerdings habe die EZB zwischenzeitlich das Protokoll zur Januar-Sitzung veröffentlicht. Dies sei Teil einiger Neuerungen, die im vergangenen Jahr beschlossen worden seien.
Angesichts der Tatsache, dass es nach einer geldpolitischen Sitzung der EZB bereits ein Statement mit anschließender Frage-Antwort-Runde gebe, dürfte sich der zusätzliche Informationsgehalt des Protokolls als eher gering erweisen. Zumal es keine Informationen über das Abstimmungsverhalten der einzelnen Ratsmitglieder enthalte - anders als etwa in den USA. Immerhin sollten die Protokolle im Zeitablauf einen besseren Einblick in die Entwicklung der Debatten und die Argumente innerhalb des Gremiums liefern.
Aus dem Protokoll der Januar-Sitzung gehe hervor, dass das Direktorium die Risiken eines zu späten Handelns - also die Ausweitung der Anleiheankäufe - höher gewichte als die Risiken eines sofortigen Handelns. Es habe Überlegungen gegeben, die Staatsanleihekäufe auf bestimmte Ratings (besser als AA) zu begrenzen. Dies sei jedoch als weniger effektiv erachtet worden als der Ankauf sämtlicher Investment-Grade-Anleihen.
Darüber hinaus habe das Direktorium zunächst vorgeschlagen, pro Monat 50 Mrd. Euro an Anleihen zu erwerben und die Ankäufe bis mindestens Ende 2016 durchzuführen. Dies sei in der Diskussion dann jedoch auf 60 Mrd. Euro bis mindestens September 2016 geändert worden. In den Diskussionen habe es eine breite Zustimmung für eine sofortige Ausweitung der Ankäufe gegeben, wenngleich einige Mitglieder aufgrund einer etwas anderen Einschätzung der wirtschaftlichen Lage für ein Abwarten plädiert hätten.
Einen Vorschlag oder eine Diskussion über Änderungen an den Leitzinsen habe es auf der Januar-Sitzung überhaupt nicht gegeben. Die Analysten würden unverändert damit rechnen, dass die EZB auf Jahressicht keine Änderungen am Leitzinsniveau vornehmen werde und sich zunächst auf Anleihekäufe konzentriere.
Auch in den USA habe es im Februar keine geldpolitische Sitzung gegeben, dafür jedoch die halbjährliche Anhörung der FED-Präsidentin vor dem Bankenausschuss des US-Senats. Laut Yellen bedeute die Formulierung "geduldig" im Zusammenhang mit Leitzinserhöhungen, dass ein derartiger Schritt auf einer der darauffolgenden Sitzungen unwahrscheinlich sei.
Zuvor würde das FOMC vielmehr die Forward Guidance ändern, d.h. zumindest das Wort "geduldig" streichen. Aber dieser Schritt dürfte dann keineswegs so interpretiert werden, dass damit notwendigerweise eine Zinsanhebung auf einer der kommenden Sitzungen verbunden wäre.
Übertragen auf die aktuelle Situation bedeute dies, dass eine Zinserhöhung auf den Sitzungen im März und im April weitgehend auszuschließen sei. Sollte das FOMC in seinem Statement zu den Beschlüssen im März das Wort "geduldig" streichen, wäre dann ein erster Zinsschritt im Juni möglich. Die Analysten würden den US-Leitzins auf Jahressicht bei 1,0% erwarten. (Ausgabe März 2015) (03.03.2015/alc/a/a)
Allerdings habe die EZB zwischenzeitlich das Protokoll zur Januar-Sitzung veröffentlicht. Dies sei Teil einiger Neuerungen, die im vergangenen Jahr beschlossen worden seien.
Angesichts der Tatsache, dass es nach einer geldpolitischen Sitzung der EZB bereits ein Statement mit anschließender Frage-Antwort-Runde gebe, dürfte sich der zusätzliche Informationsgehalt des Protokolls als eher gering erweisen. Zumal es keine Informationen über das Abstimmungsverhalten der einzelnen Ratsmitglieder enthalte - anders als etwa in den USA. Immerhin sollten die Protokolle im Zeitablauf einen besseren Einblick in die Entwicklung der Debatten und die Argumente innerhalb des Gremiums liefern.
Aus dem Protokoll der Januar-Sitzung gehe hervor, dass das Direktorium die Risiken eines zu späten Handelns - also die Ausweitung der Anleiheankäufe - höher gewichte als die Risiken eines sofortigen Handelns. Es habe Überlegungen gegeben, die Staatsanleihekäufe auf bestimmte Ratings (besser als AA) zu begrenzen. Dies sei jedoch als weniger effektiv erachtet worden als der Ankauf sämtlicher Investment-Grade-Anleihen.
Einen Vorschlag oder eine Diskussion über Änderungen an den Leitzinsen habe es auf der Januar-Sitzung überhaupt nicht gegeben. Die Analysten würden unverändert damit rechnen, dass die EZB auf Jahressicht keine Änderungen am Leitzinsniveau vornehmen werde und sich zunächst auf Anleihekäufe konzentriere.
Auch in den USA habe es im Februar keine geldpolitische Sitzung gegeben, dafür jedoch die halbjährliche Anhörung der FED-Präsidentin vor dem Bankenausschuss des US-Senats. Laut Yellen bedeute die Formulierung "geduldig" im Zusammenhang mit Leitzinserhöhungen, dass ein derartiger Schritt auf einer der darauffolgenden Sitzungen unwahrscheinlich sei.
Zuvor würde das FOMC vielmehr die Forward Guidance ändern, d.h. zumindest das Wort "geduldig" streichen. Aber dieser Schritt dürfte dann keineswegs so interpretiert werden, dass damit notwendigerweise eine Zinsanhebung auf einer der kommenden Sitzungen verbunden wäre.
Übertragen auf die aktuelle Situation bedeute dies, dass eine Zinserhöhung auf den Sitzungen im März und im April weitgehend auszuschließen sei. Sollte das FOMC in seinem Statement zu den Beschlüssen im März das Wort "geduldig" streichen, wäre dann ein erster Zinsschritt im Juni möglich. Die Analysten würden den US-Leitzins auf Jahressicht bei 1,0% erwarten. (Ausgabe März 2015) (03.03.2015/alc/a/a)
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