EZB: Niedrige Inflationserwartung dürfte von besonderer Bedeutung sein


26.02.19 11:00
Deutsche Bank

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Politische Entscheidungsträger in den europäischen Zentralbanken und Regierungen diskutieren noch, ob die derzeitige Verlangsamung von Europas Konjunkturdynamik nur vorübergehend oder doch langfristig angelegt ist, so die Deutsche Bank AG in einer aktuellen Ausgabe "MÄRKTE am Morgen".

An den Märkten hingegen scheine die Lage klar: Hier deute alles auf eine anhaltende Konjunkturschwäche hin. Für die EZB von besonderer Bedeutung dürfte dabei die niedrige Inflationserwartung sein. Nicht nur liege diese auf Jahre lediglich bei 1,4 Prozent und damit weit entfernt von dem Zweiprozentziel der Zentralbank. An den Preisen für Derivate lasse sich außerdem erkennen, dass am Markt auch in fünf Jahren nicht mit einer höheren Inflation gerechnet werde. In Verbindung mit den momentan wieder vorsichtigeren Tönen der europäischen Währungshüter stelle sich damit die Frage, ob die EZB vor der nächsten Rezession überhaupt noch den Leitzins erhöhen könne. Basierend auf Terminkontrakten werde am Markt über die nächsten drei Jahre nicht einmal ein vollständiger Leitzinsschritt eingepreist. Trotz des Pausierens der FED würden die negativen Wachstumsaussichten auch auf dem Euro lasten. Diese Wachstumssorgen würden durch politische Risiken wie den Brexit und Italiens Haushaltsstreit mit der EU verstärkt und würden ihn seit Jahresbeginn schwach gegenüber dem Dollar halten. (26.02.2019/alc/a/a)