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EZB: Der Markt rechnet mit einem Zinsschritt erst im Oktober 2020
09.01.19 09:59
Deutsche Bank
Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Das war deutlich. Statt des erhofften Anstiegs fiel die deutsche Industrieproduktion in November zum dritten Mal in Folge gegenüber dem Vormonat ab, so die Deutsche Bank AG in einer aktuellen Ausgabe "MÄRKTE am Morgen".
Nach dem Minus von 1,9% im Vergleich zum Oktober liege die Industrieproduktion nun 4,7% unter dem Vorjahresniveau. Und weil sich zum Wochenstart die Auftragseingänge der Industrie ebenfalls negativ entwickelt hätten, scheine ein baldiger Rebound unwahrscheinlich, auch wenn sich die Stimmung zumindest in der Automobilbranche im Dezember wieder verbessert habe. Sorgen würden auch die globalen Einkaufsmanagerindices für Dezember bereiten. In weltweit 17 von 30 Ländern sei die Einschätzung bei den neuen Exportaufträgen unter die Expansionsmarke von 50 gefallen.
Das sei ein wichtiger Frühindikator für das Wachstum in der Eurozone, wo Unternehmen sehr stark auf Nachfrage aus dem außereuropäischen Ausland angewiesen seien. Da passe es ins Bild, dass die Deutsche Bank für das chinesische BIP 2019 nur noch mit einem Wachstum von 6,1% (abgesenkt von 6,3%) rechne. Neben der Schwäche im Verarbeitenden Gewerbe bereite die Abkühlung beim Immobilienzyklus, die wiederum auf der Konsumentenstimmung laste, Sorgen. Ein niedrigeres Wachstum in China wirke sich natürlich auch auf das BIP-Wachstum in der Eurozone aus. Hier erwarte die Deutsche Bank nun ein Plus von 1,2% für 2019 (abgesenkt von 1,4%).
Die EZB gehe allerdings noch immer von einem Plus beim EWU-BIP von 1,7% für 2019 aus. Die schwächere Konjunkturdynamik mache eine Einlagezinserhöhung in diesem Jahr weniger wahrscheinlich. Die Deutsche Bank gehe davon aus, dass eine Anhebung des Einlagezinssatzes erst im März 2020 erfolgen dürfte. Auf Basis von Terminkontrakten rechne der Markt sogar erst im Oktober 2020 mit einem Zinsschritt der EZB.
In den USA würden die Terminkontrakte momentan auf keine Anhebung der Leitzinsen in diesem Jahr hindeuten. Aber auch hier dürfte der Markt momentan zu konservativ sein. Zwar würden die Schwäche am Aktienmarkt und die starke Ausweitung der Risikoaufschläge bei Unternehmensanleihen erfahrungsgemäß mit einer zeitlichen Verzögerung auf der Konjunktur lasten. Die Deutsche Bank gehe daher auch nur noch von einem BIP-Plus von 2,5% in diesem Jahr in den USA aus (abgesenkt von 2,7%) und erwarte keine Anhebung des Leitzinses im März mehr. Im weiteren Jahresverlauf dürfte sich die Konjunktur aber wieder stabilisieren, sodass noch immer mit zwei Anhebungen durch die FED im Juni und Dezember zu rechnen sei. In Summe werde der Wechselkurs von Euro und USD daher weiterhin stabil bei 1,15 gesehen, wenngleich unter höheren Schwankungen als im Vorjahr. (09.01.2019/alc/a/a)
Nach dem Minus von 1,9% im Vergleich zum Oktober liege die Industrieproduktion nun 4,7% unter dem Vorjahresniveau. Und weil sich zum Wochenstart die Auftragseingänge der Industrie ebenfalls negativ entwickelt hätten, scheine ein baldiger Rebound unwahrscheinlich, auch wenn sich die Stimmung zumindest in der Automobilbranche im Dezember wieder verbessert habe. Sorgen würden auch die globalen Einkaufsmanagerindices für Dezember bereiten. In weltweit 17 von 30 Ländern sei die Einschätzung bei den neuen Exportaufträgen unter die Expansionsmarke von 50 gefallen.
Die EZB gehe allerdings noch immer von einem Plus beim EWU-BIP von 1,7% für 2019 aus. Die schwächere Konjunkturdynamik mache eine Einlagezinserhöhung in diesem Jahr weniger wahrscheinlich. Die Deutsche Bank gehe davon aus, dass eine Anhebung des Einlagezinssatzes erst im März 2020 erfolgen dürfte. Auf Basis von Terminkontrakten rechne der Markt sogar erst im Oktober 2020 mit einem Zinsschritt der EZB.
In den USA würden die Terminkontrakte momentan auf keine Anhebung der Leitzinsen in diesem Jahr hindeuten. Aber auch hier dürfte der Markt momentan zu konservativ sein. Zwar würden die Schwäche am Aktienmarkt und die starke Ausweitung der Risikoaufschläge bei Unternehmensanleihen erfahrungsgemäß mit einer zeitlichen Verzögerung auf der Konjunktur lasten. Die Deutsche Bank gehe daher auch nur noch von einem BIP-Plus von 2,5% in diesem Jahr in den USA aus (abgesenkt von 2,7%) und erwarte keine Anhebung des Leitzinses im März mehr. Im weiteren Jahresverlauf dürfte sich die Konjunktur aber wieder stabilisieren, sodass noch immer mit zwei Anhebungen durch die FED im Juni und Dezember zu rechnen sei. In Summe werde der Wechselkurs von Euro und USD daher weiterhin stabil bei 1,15 gesehen, wenngleich unter höheren Schwankungen als im Vorjahr. (09.01.2019/alc/a/a)


