EZB-Leitzinssenkung wirkt an den Märkten nach


18.11.13 15:56
Nord LB

Hannover (www.anleihencheck.de) - Noch immer wirkt die überraschende Leitzinssenkung der EZB an den Märkten nach, so die Analysten der Nord LB.

Zwischenzeitlich hätten gleich mehrere Notenbanker die Entscheidung vom Monatsanfang verteidigt. Kritische Stimmen seien unter anderem aus Deutschland gekommen, wo - nicht zuletzt aufgrund der konjunkturellen Verfassung - ein höheres Zinsniveau angebracht wäre.

Bundesbankpräsident Weidmann verteidige nun die Zinssenkung und habe darauf verwiesen, dass die EZB für die Geldpolitik des gesamten Euroraumes verantwortlich sei. Insofern könne es vorkommen, dass in einzelnen Regionen das Zinsniveau zu hoch oder zu niedrig sei. Seine Kollegen im EZB-Rat würden sogar noch ein Stück weiter gehen.

So habe EZB-Chefvolkswirt Peter Praet betont, dass die Notenbank bei Bedarf weitere Schritte ergreifen könne. Dabei habe er sich explizit auf negative (Einlage-)zinsen oder aber Wertpapierankäufe bezogen. Auch Direktoriumsmitglied Jörg Asmussen gehe davon aus, dass die Zinsen noch weiter sinken könnten, sofern die Inflationsentwicklung dies erforderlich mache.

Die Inflationsentwicklung sei zuletzt in Deutschland und der Eurozone rückläufig gewesen, woraufhin sich die EZB genötigt gesehen habe, die Leitzinsen abzusenken. Asmussen habe sich auch zum gegenwärtigen Stand der Koalitionsverhandlungen in Deutschland geäußert und den mahnenden Zeigefinger gehoben. Eine große Koalition müsse sich durch "große Reformen" und nicht durch "große Ausgaben" auszeichnen.

Auch der österreichische Vertreter im EZB-Rat, Ewald Nowotny, habe zuletzt die "Forward Guidance" der Notenbank bekräftigt. Die Zinsen würden seiner Ansicht nach im Euro-Währungsraum noch "für ziemlich lange Zeit" niedrig bleiben. Ein geldpolitischer Schwenk der EZB sei damit wohl bis weit in das Jahr 2015 hinein vom Tisch.

Weniger Einstimmigkeit scheine hingegen bei der Frage nach der Ausgestaltung der Transparenz vorzuherrschen. Während Jörg Asmussen nicht zuletzt nach der Kritik infolge der jüngsten Zinssenkung die Veröffentlichung der Sitzungsprotokolle inklusive dem konkreten individuellen Abstimmungsverhalten der Ratsmitglieder gefordert habe, sehe Nowotny die Offenlegung der Abstimmung "sehr skeptisch." (18.11.2013/alc/a/a)





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