EZB-Konferenz: Risiken einer hohen Inflation nehmen zu


03.02.22 15:30
XTB

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Die EZB-Pressekonferenz mit Christine Lagarde ist im Gange, so die Experten von XTB.

Bislang hätten wir nichts erfahren, was die derzeitige Richtung der Geldpolitik in der Eurozone verändern könnte. Die wichtigsten Punkte:

- Der Wirtschaft gehe es gut, aber das Wachstum sei gedämpft
- Die Inflation steige länger und bleibe entgegen früheren Erwartungen hoch
- Mehrere Quellen der Kerninflation würden zum Wachstum beitragen
- Hohe Inflation schaffe Unsicherheit auf den Märkten
- Inflation im Januar bei 5,1% im Jahresvergleich und werde in nächster Zeit hoch bleiben
- Bedrohung durch geringere Ausgaben der Haushalte
- Probleme auf der Angebotsseite würden vorübergehen, aber die Wirtschaft weiterhin beeinträchtigen

Zu Beginn der Konferenz si es zu einer deutlichen Aufwertung des EUR gekommen, obwohl es insgesamt schwierig sei, von einem Signal zu sprechen. Die EZB fühle sich mit der Inflation nicht wohl, aber gleichzeitig halte die Notenbank an ihren früheren Aussagen über das Vorübergehen der Preisdynamik auf längere Sicht fest.

Q&A:

- Inflation bereite den meisten Mitgliedern Sorgen
- Diskussion über die Inflation, aber keine aktuellen Prognosen
- Die EZB wolle mit ihren Entscheidungen nicht vorpreschen, sondern eine Grundlage für mögliche Schritte haben
- EZB werde sich auf Daten verlassen, Bedarf an Analyse der mittelfristigen Inflation (Frage nach Erhöhungen)
- EZB werde Prognosen berücksichtigen, werde diskutieren (ausweichende Antwort auf die Frage, ob die EZB Zinserhöhungen in Betracht ziehe)
- Es gebe Bedenken, dass die EZB handeln sollte
- Im März und Juli werde die Notenbank prüfen, ob die Inflations- und Arbeitsmarktziele erreicht worden seien
- Die EZB habe viele Optionen in Bezug auf ihre Instrumente, um sicherzustellen, dass die Inflation mittelfristig 2% erreiche

Insgesamt könnten die Experten von XTB einige hawkische Versuche von Lagarde erkennen, aber sie seien sehr vage. Nichtsdestotrotz interpretiere der Markt diese Worte als hawkish und EUR/USD pendele um die 1,1350-Marke.

Lagarde habe eingeräumt, dass sich die Situation geändert habe und sie ihre Aussage, dass Zinserhöhungen unwahrscheinlich seien, zum jetzigen Zeitpunkt nicht bestätigen könne. Lagarde brauche neue Daten und Prognosen, um sie zu bestätigen oder zu dementieren. (03.02.2022/alc/a/a)