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EZB: Gelegenheit zur Normalisierung der Politik könnte bald vorbei sein
24.01.19 15:30
State Street
Boston (www.anleihencheck.de) - Theoretisch sollte in diesem Jahr die beginnende Normalisierung der EZB-Politik eingeläutet werden, so Michael Metcalfe, Leiter Global Macro Strategy bei State Street Global Markets.
Das könne sich immer noch bestätigen, wobei die kurzfristigen Abwärtsrisiken jedoch zunehmen würden. Nach dem Online-Inflationsanzeiger PriceStats werde sich die Schlagzeilen-Inflation in der Eurozone im ersten Quartal stark abschwächen. Als Reaktion könne es erforderlich sein, dass die EZB zunächst die Befürchtungen vor einer starken Schrumpfung ihrer Bilanz in den nächsten zwei Jahren ausräumen müsse, indem sie eine weitere gezielte längerfristige Refinanzierung (Targeted Longer-Term Refinancing Operation, TLTRO) anbiete. Wieder einmal habe der europäische Marktpessimismus durch ein Akronym und eine großzügige Liquiditätsversorgung des Bankensystems gerettet werden können.
"Da sowohl die Wachstums- als auch die Inflationsdaten nachlassen, haben die Äußerungen der EZB wenig dazu beigetragen, den Markt zu beruhigen, dass das Fenster für Zinserhöhungen nicht an ihm vorbeigegangen ist", so Sophia Ferguson, Senior Portfolio Manager bei State Street Global Advisors. Während die Abwärtsrisiken in den letzten Monaten anscheinend zugenommen hätten, dürfte sich das verlangsamte Wachstum im Euroraum eher in Richtung Trend abschwächen, als Rezessionsniveau zu erreichen. Obwohl die Normalisierung der Politik im Gange sei, scheine ein Zinserhöhungszyklus, der zu einer wesentlichen Veränderung der politische Grundhaltung führen würde, unter den gegebenen wirtschaftlichen Bedingungen unerreichbar zu sein.
"Während der mittelfristige Ausblick auf leicht über Potenzial noch als gültig bezeichnet werden kann, waren es die kurzfristigen Abwärtsrisiken, von Brexit bis Volatität der Finanzmärkte, die Gegenstand der Diskussion waren", so Antoine Lesné, Leiter Strategie und Marktforschung EMEA bei SPDR ETFs. Im Moment scheine es die EZB mit einer Kursänderung nicht eilig zu haben, aber die Gelegenheit zur Normalisierung der Politik könnte bald vorbei sein. Der EZB stünden außerdem noch weitere Instrumente zur Verfügung, um zu einer höheren Kerninflation zurückzukehren, die momentan bei etwa 0,9 bis ein Prozent verharre. Die Experten würden davon ausgehen, dass sich der Euro noch etwas weiter abschwächen werde und die Kernrenditen für Staatsanleihen nahe am unteren Bereich der jüngsten Vergangenheit bleiben würden, bevor sich an anderen globalen Fronten positivere Nachrichten abzeichnen würden. (24.01.2019/alc/a/a)
Das könne sich immer noch bestätigen, wobei die kurzfristigen Abwärtsrisiken jedoch zunehmen würden. Nach dem Online-Inflationsanzeiger PriceStats werde sich die Schlagzeilen-Inflation in der Eurozone im ersten Quartal stark abschwächen. Als Reaktion könne es erforderlich sein, dass die EZB zunächst die Befürchtungen vor einer starken Schrumpfung ihrer Bilanz in den nächsten zwei Jahren ausräumen müsse, indem sie eine weitere gezielte längerfristige Refinanzierung (Targeted Longer-Term Refinancing Operation, TLTRO) anbiete. Wieder einmal habe der europäische Marktpessimismus durch ein Akronym und eine großzügige Liquiditätsversorgung des Bankensystems gerettet werden können.
"Da sowohl die Wachstums- als auch die Inflationsdaten nachlassen, haben die Äußerungen der EZB wenig dazu beigetragen, den Markt zu beruhigen, dass das Fenster für Zinserhöhungen nicht an ihm vorbeigegangen ist", so Sophia Ferguson, Senior Portfolio Manager bei State Street Global Advisors. Während die Abwärtsrisiken in den letzten Monaten anscheinend zugenommen hätten, dürfte sich das verlangsamte Wachstum im Euroraum eher in Richtung Trend abschwächen, als Rezessionsniveau zu erreichen. Obwohl die Normalisierung der Politik im Gange sei, scheine ein Zinserhöhungszyklus, der zu einer wesentlichen Veränderung der politische Grundhaltung führen würde, unter den gegebenen wirtschaftlichen Bedingungen unerreichbar zu sein.
"Während der mittelfristige Ausblick auf leicht über Potenzial noch als gültig bezeichnet werden kann, waren es die kurzfristigen Abwärtsrisiken, von Brexit bis Volatität der Finanzmärkte, die Gegenstand der Diskussion waren", so Antoine Lesné, Leiter Strategie und Marktforschung EMEA bei SPDR ETFs. Im Moment scheine es die EZB mit einer Kursänderung nicht eilig zu haben, aber die Gelegenheit zur Normalisierung der Politik könnte bald vorbei sein. Der EZB stünden außerdem noch weitere Instrumente zur Verfügung, um zu einer höheren Kerninflation zurückzukehren, die momentan bei etwa 0,9 bis ein Prozent verharre. Die Experten würden davon ausgehen, dass sich der Euro noch etwas weiter abschwächen werde und die Kernrenditen für Staatsanleihen nahe am unteren Bereich der jüngsten Vergangenheit bleiben würden, bevor sich an anderen globalen Fronten positivere Nachrichten abzeichnen würden. (24.01.2019/alc/a/a)


