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EZB-Entscheidung zu QE im Fokus der Marktteilnehmer


20.01.15 16:18
Allianz Global Investors

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Franck Dixmier, CIO Fixed Income Europe bei Allianz Global Investors, äußert sich über die Markterwartung im Vorfeld der EZB-Entscheidung am 22. Januar, so die Analysten von Allianz Global Investors.

Die Erwartungen an das Quantitative Easing (QE) Programm, zu dem die EZB am Donnerstag Details bekannt geben wolle, seien hoch, und Mario Draghi täte gut daran, einen mutigen und gleichzeitig einfachen Angriffsplan zu entwickeln, um eine ausgedehnte Phase der Deflation abzuwehren und den wirtschaftlichen Ausblick für die Eurozone zu verbessern.

Während die EZB ihr letztes großes Geschütz der Geldpolitik in Stellung bringe, würden die Marktteilnehmer ein QE-Programm mit einem Volumen von mindestens 500 Milliarden Euro erwarten und sich bei einem geringeren Volumen des Anleihen-Ankaufprogramms enttäuscht zeigen. Staatsanleihen würden sicherlich Bestandteil des Programms sein, wohingegen die Einbeziehung von Unternehmensanleihen im Investment Grade Bereich für eine positive Überraschung sorgen könnte, da der Markt dieses Szenario derzeit nicht eingepreist habe.

Es sei entscheidend, dass der Plan einfach, skalier- und änderbar sei, schließlich gebe es bislang noch keinen empirischen Beleg dafür, dass Quantitative Easing tatsächlich zu höherer Inflation führe. Das bedeute, dass die EZB - falls die Inflationserwartungen weiter sinken würden - Anpassungen an ihrem QE-Programm vornehmen müsste, um dessen Glaubwürdigkeit zu erhalten und die die gewünschte Wirkung zu erreichen.

Es wäre nach Meinung der Analysten ein großer Fehler, wenn die EZB zu viele Bedingungen und Vorbehalte an das Programm knüpfe, um die QE-Kritiker zu besänftigen. Das würde die Umsetzung schwieriger machen und Anlegern den Blick auf die Auswirkungen und Konsequenzen erschweren. Es sei viel über die Rolle der nationalen Zentralbanken in dem Programm geredet worden, ob und unter welchen Umständen sie Assets kaufen sollten.

Die Analysten würden diese Art der Risikostreuung für einen nicht wünschenswerten Kompromiss halten, da er das Ansehen der EZB als starke und zentrale geldpolitische Autorität der Eurozone, die sie sein solle, unterminiere und vielmehr auf eine Föderation nationaler Kreditgeber hindeuten würde. Das würde Zweifel über Gräben innerhalb der EZB zu einer Zeit nähren, in der zuversichtliche und einmütige Führung am notwendigsten sei. (20.01.2015/alc/a/a)