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EZB-Entscheidung: Konjunkturell herrscht in Europa tiefster Winter
26.07.19 07:45
State Street
Boston (www.anleihencheck.de) - Weitere geldpolitische Lockerungen sind in Sicht, aber die Herausforderung besteht darin, dass in der Eurozone aus konjunktureller Sicht bereits tiefster Winter herrscht, so Michael Metcalfe, globaler Leiter der Macro Strategy von State Street Global Markets.
Die Vorankündigung der EZB ("Forward Guidance"), dass sie die Wirtschaft noch in diesem Jahr unterstützen werde, sei eine willkommene Nachricht, die jedoch von den Finanzmärkten bereits weitgehend vorweggenommen worden sei. Da auch andere Zentralbanken Maßnahmen ergreifen würden, werde es für die EZB eine Herausforderung sein, die Geldpolitik im relativen Vergleich zu lockern und hierdurch den Euro zu verbilligen.
Dies sei nur Teil einer umfassenderen Frage, wie die EZB Befürchtungen zerstreuen könne, dass sie nur wenige Mittel zur Verfügung habe, um die Geldpolitik über September hinaus zu lockern. Dabei könne eine Kopie der Vorgehensweise der Bank von Japan, nämlich der Erwerb von anderen Vermögenswerten wie Aktienindices, nicht ausgeschlossen werden.
Die Entwicklung der Industriedaten ist in ganz Europa nach wie vor enttäuschend und der zusammengesetzte Einkaufsmanagerindex (PMI) schwächt sich weiter ab, so Antoine Lesné, EMEA-Leiter der ETF-Strategie & Research von SPDR ETFs. Dies hätte die perfekte Entschuldigung für die EZB sein können, um nach ihren Worten Taten folgen zu lassen. Das sei nur eine Frage der Zeit. Jetzt sei die FED wieder am Zug. Das könnte der EZB helfen, das Ausmaß der bevorstehenden Zinssenkung abzuschätzen und ihre geldpolitischen Lockerungsabsichten verbal weiter auszubreiten.
Auch wenn die EZB gestern nicht gehandelt habe, werde eine Leitzinssenkung kommen, und dies sollte auf Euro lautende Anleihen im aktuellen Umfeld insgesamt stützen. Die Herausforderung für Investoren bestehe nun darin, noch Schuldtitel mitpositiven laufende Renditen im Markt zu finden. Diese Tatsache spreche auch - dem Beispiel der Bank of Japan folgend - für eine Erweiterung des EZB-Arsenals von Instrumenten auf Aktienkäufe. Wäre dies ein positiver Katalysator für die Aktienmärkte der Eurozone? Das lasse sich heute noch nicht sagen, aber man sollte es im Hinterkopf behalten. (26.07.2019/alc/a/a)
Die Vorankündigung der EZB ("Forward Guidance"), dass sie die Wirtschaft noch in diesem Jahr unterstützen werde, sei eine willkommene Nachricht, die jedoch von den Finanzmärkten bereits weitgehend vorweggenommen worden sei. Da auch andere Zentralbanken Maßnahmen ergreifen würden, werde es für die EZB eine Herausforderung sein, die Geldpolitik im relativen Vergleich zu lockern und hierdurch den Euro zu verbilligen.
Die Entwicklung der Industriedaten ist in ganz Europa nach wie vor enttäuschend und der zusammengesetzte Einkaufsmanagerindex (PMI) schwächt sich weiter ab, so Antoine Lesné, EMEA-Leiter der ETF-Strategie & Research von SPDR ETFs. Dies hätte die perfekte Entschuldigung für die EZB sein können, um nach ihren Worten Taten folgen zu lassen. Das sei nur eine Frage der Zeit. Jetzt sei die FED wieder am Zug. Das könnte der EZB helfen, das Ausmaß der bevorstehenden Zinssenkung abzuschätzen und ihre geldpolitischen Lockerungsabsichten verbal weiter auszubreiten.
Auch wenn die EZB gestern nicht gehandelt habe, werde eine Leitzinssenkung kommen, und dies sollte auf Euro lautende Anleihen im aktuellen Umfeld insgesamt stützen. Die Herausforderung für Investoren bestehe nun darin, noch Schuldtitel mitpositiven laufende Renditen im Markt zu finden. Diese Tatsache spreche auch - dem Beispiel der Bank of Japan folgend - für eine Erweiterung des EZB-Arsenals von Instrumenten auf Aktienkäufe. Wäre dies ein positiver Katalysator für die Aktienmärkte der Eurozone? Das lasse sich heute noch nicht sagen, aber man sollte es im Hinterkopf behalten. (26.07.2019/alc/a/a)


