EZB: Entkoppelung des QE-Programms von der Inflation


24.11.17 09:00
HSBC Trinkaus & Burkhardt

Düsseldorf (www.anleihencheck.de) - Das Protokoll der letzten EZB-Sitzung unterstreicht, dass die Entscheidung für eine Verlängerung des QE-Programms von einer breiten Mehrheit der Stimmberechtigten getragen wurde, so die Analysten von HSBC Trinkaus & Burkhardt.

Insbesondere habe bei der Halbierung der Käufe auf monatlich 30 Mrd. EUR ab Januar 2018 ein breiter Konsens bestanden. Dass es bezüglich der Festlegung des Kaufhorizonts auf neun Monate größere Diskussionen gegeben habe, dürfte an den Kapitalmärkten niemanden überrascht haben, da sich einige EZB-Mitglieder bereits im Anschluss kritisch darüber geäußert hätten, dass die EZB durch diese Entscheidung zu sehr in ihrer Flexibilität eingeschränkt würde. Darüber hinaus scheine es auf der Sitzung Überlegungen gegeben zu haben, die Beendigung des QE-Programms nicht sklavisch an die Inflationsprognosen zu binden. Dadurch würde die Tür geöffnet, das QE-Programm auch zu beenden, ohne das Inflationsmandat bereits erfüllt zu haben.

Wirkliche Neuigkeiten habe das Sitzungsprotokoll nicht enthalten, sodass Markreaktionen ausgeblieben seien. Im Fokus an den Kapitalmärkten dürfte in den kommenden Monaten die Frage stehen, ob die EZB das Kaufprogramm über den September 2018 hinaus verlängere. (24.11.2017/alc/a/a)