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EZB: Beschleunigte Reduktion der Ankäufe - Option auf Zinserhöhung
11.03.22 12:53
Hamburg Commercial Bank
Hamburg (www.anleihencheck.de) - Die EZB hat beschlossen, die geplante Reduzierung des Programms zum Ankauf von Vermögenswerten (APP) zu beschleunigen - mit der Option, dieses Programm im dritten Quartal zu beenden, so die Analysten der Hamburg Commercial Bank.
Das würde es der EZB ermöglichen, den Leitzins anschließend zu erhöhen, da dafür stets das Ende der Anleiheankäufe als Voraussetzung genannt worden sei. Christine Lagarde habe jedoch betont, dass dies nicht als Signal missverstanden werden sollte, dass die Zinssätze in diesem Jahr auf jeden Fall angehoben würden. Vielmehr werde die EZB inmitten der gestiegenen Unsicherheit datenabhängig handeln. Lagarde: "Wir wollen so viel Optionalität wie möglich."
Die EZB habe die Wachstumsprognosen nach unten und die Inflationsprognosen nach oben angepasst. Für 2022 werde eine durchschnittliche Inflationsrate von 5,1% erwartet (bisher: 3,2%). Darüber hinaus habe die EZB ein "ungünstiges" und ein "sehr ungünstiges" Szenario veröffentlicht, das jeweils eine noch höhere Inflation und ein noch niedrigeres Wachstum vorhersehe, aber keine Rezession.
Das APP, das bisher monatliche Nettoankäufe in Höhe von 40 Mrd. Euro während des gesamten zweiten Quartals vorgesehen habe, werde sich nun auf 40 Mrd. Euro im April, 30 Mrd. Euro im Mai und 20 Mrd. Euro im Juni belaufen. Das Programm werde höchstwahrscheinlich im Laufe des dritten Quartals beendet.
Leitzinsen/Forward Guidance: Eine Anhebung der Leitzinsen werde "einige Zeit nach" dem Ende der APP-Nettoankäufe erfolgen. Lagarde habe betont, dass die Formulierung "einige Zeit danach" gewählt worden sei, um flexibel zu sein und datenabhängig statt zeitabhängig zu handeln.
PEPP: Nach dem Ende der Nettoankäufe im laufenden Monat werde die Reinvestition bis mindestens Ende 2024 erfolgen. Dies sei nicht neu, aber von Lagarde noch einmal betont worden, wobei sie auf die Flexibilität hingewiesen habe, da die Reinvestitionskäufe zeitlich, juristisch und sektoral flexibel gehandhabt werden könnten.
Die Entscheidungen und die Kommunikation seien nachvollziehbar. Angesichts der hohen Unsicherheit, gepaart mit einem höheren Inflationsrisiko, habe die EZB die Voraussetzungen für eine frühzeitige Zinserhöhung geschaffen, indem sie die Anleihekäufe schneller reduziert habe, ohne sich zu einer Straffung der Geldpolitik zu verpflichten, da auch die Rezessionsrisiken gestiegen seien. (11.03.2022/alc/a/a)
Das würde es der EZB ermöglichen, den Leitzins anschließend zu erhöhen, da dafür stets das Ende der Anleiheankäufe als Voraussetzung genannt worden sei. Christine Lagarde habe jedoch betont, dass dies nicht als Signal missverstanden werden sollte, dass die Zinssätze in diesem Jahr auf jeden Fall angehoben würden. Vielmehr werde die EZB inmitten der gestiegenen Unsicherheit datenabhängig handeln. Lagarde: "Wir wollen so viel Optionalität wie möglich."
Die EZB habe die Wachstumsprognosen nach unten und die Inflationsprognosen nach oben angepasst. Für 2022 werde eine durchschnittliche Inflationsrate von 5,1% erwartet (bisher: 3,2%). Darüber hinaus habe die EZB ein "ungünstiges" und ein "sehr ungünstiges" Szenario veröffentlicht, das jeweils eine noch höhere Inflation und ein noch niedrigeres Wachstum vorhersehe, aber keine Rezession.
Leitzinsen/Forward Guidance: Eine Anhebung der Leitzinsen werde "einige Zeit nach" dem Ende der APP-Nettoankäufe erfolgen. Lagarde habe betont, dass die Formulierung "einige Zeit danach" gewählt worden sei, um flexibel zu sein und datenabhängig statt zeitabhängig zu handeln.
PEPP: Nach dem Ende der Nettoankäufe im laufenden Monat werde die Reinvestition bis mindestens Ende 2024 erfolgen. Dies sei nicht neu, aber von Lagarde noch einmal betont worden, wobei sie auf die Flexibilität hingewiesen habe, da die Reinvestitionskäufe zeitlich, juristisch und sektoral flexibel gehandhabt werden könnten.
Die Entscheidungen und die Kommunikation seien nachvollziehbar. Angesichts der hohen Unsicherheit, gepaart mit einem höheren Inflationsrisiko, habe die EZB die Voraussetzungen für eine frühzeitige Zinserhöhung geschaffen, indem sie die Anleihekäufe schneller reduziert habe, ohne sich zu einer Straffung der Geldpolitik zu verpflichten, da auch die Rezessionsrisiken gestiegen seien. (11.03.2022/alc/a/a)


