Erweiterte Funktionen
EZB-Ausblick spricht für längere Phase konstanter Leitzinsen
19.12.25 09:15
Nord LB
Hannover (www.anleihencheck.de) - Die EZB hat auf ihrer letzten Sitzung im Jahr 2025 wie erwartet beschlossen, ihre Leitzinsen unverändert zu belassen, so die Analysten der Nord LB.
Zum vierten Mal in Folge bleibe der Einlagesatz somit unverändert bei 2,00%. Im EZB-Rat habe sich bereits im Vorfeld eine breite Mehrheit für die heutige Entscheidung angedeutet. Entsprechend hätten sowohl Märkte als auch Analysten einhellig ein Festhalten am aktuellen Leitzinsniveau erwartet.
Die neuen Projektionen zur Konjunkturentwicklung spiegelten die zuletzt überraschend hohe Resilienz der Wirtschaft im Euroraum wider. So werde für den Prognosezeitraum mit Wachstumsraten von jährlich 1,4% gerechnet, mit Ausnahme des Jahres 2026 (1,2%). Auch durch einige zuletzt etwas schwächer ausgefallene Stimmungsindikatoren habe sich für die EZB kein neuer Handlungsbedarf ergeben. Zugleich bleibe mit der Zollpolitik, der Geopolitik sowie der neuen Fiskalpolitik – insbesondere in Deutschland – die Unsicherheit über den weiteren Konjunkturverlauf hoch.
Mit Spannung seien die aktualisierten Projektionen zur Inflationsentwicklung erwartet worden, zumal erstmals auch eine Veröffentlichung einer Schätzung für das Jahr 2028 angestanden habe. Die Prognosen seien nur leicht angepasst worden. Es bleibe bei der Erwartung einer leicht rückläufigen Inflationsrate auf kurze Sicht. Im November habe die Inflationsrate bei 2,1% Y/Y gelegen, über die kommenden Monate seien auch aufgrund günstiger Basiseffekte tatsächlich etwas niedrigere Jahresraten wahrscheinlich. Die Preisdynamik bei Dienstleistungen werde zwar auch von der EZB etwas hartnäckiger gesehen als bisher, gleichwohl deute der Trend hier weiterhin abwärts.
Die Prognose eines leichten und temporären Unterschreitens der 2%-Marke in den Jahren 2026 und 2027 sei unkritisch und stehe nicht im Widerspruch zur EZB-Strategie. Denn die Projektionen sähen weiterhin auf mittlere Sicht eine Stabilisierung der Inflationsrate im Bereich des EZB-Zielwerts von 2,0% vor. Im Jahresmittel werde dies nun jedoch erst im Jahr 2028 erreicht.
Die EZB handle im weiterhin von großer Unsicherheit geprägten Umfeld richtig und fahre bis auf Weiteres geradeaus, lege sich aber nicht unnötig auf einen Kurs fest. Die Argumente für Zinserhöhungen und Zinssenkungen hielten sich die Waage. Die Währungshüter dürften daher nun längere Zeit die Leitzinsen unverändert lassen. Marktspekulationen auf eine bereits im zweiten Halbjahr 2026 anstehende Zinserhöhung hielten wir für übertrieben und für eine Überinterpretation der Äußerungen von Isabel Schnabel. Ein Umsteuern der Zinspolitik bereits im Laufe des Jahres 2026 dürfte im Rat nicht mehrheitsfähig sein – zumal 2026 neue politische Unwägbarkeiten (US-Midterms, deutsche Landtagswahlen, Vorwahlkampf Frankreich) lauerten.
Die EZB habe wie erwartet im Dezember ihre Leitzinsen unverändert gelassen. Der Einlagesatz verharre demnach bei 2,00%. Zugleich seien keine Hinweise auf absehbar anstehende Zinsanpassungen gegeben worden – weder nach unten noch nach oben. Ein Festhalten am aktuellen Leitzinsniveau werde von den zuletzt veröffentlichten Wirtschaftsdaten ebenso unterstützt wie von den aktualisierten Projektionen der EZB. Der Resilienz der Euroland-Konjunktur werde darin Rechnung getragen, zugleich werde weiterhin mit einer längeren Phase mit Inflationsraten unter der Marke von 2% gerechnet. Das auch im Jahr 2026 von großer Unsicherheit geprägte Makroumfeld spreche für eine längere Phase konstanter Leitzinsen im Euroraum. Zwar sprächen einige gute Gründe dafür, dass der nächste Zinsschritt eher eine Zinserhöhung als eine Zinssenkung sein werde. Allerdings sei dies erst auf mittlere Sicht zu erwarten und keine realistische Perspektive für 2026. Daher sollten die zwischenzeitlich aufgekommenen Marktspekulationen auf bereits im nächsten Jahr anstehende Zinserhöhungen wieder sukzessive ausgepreist werden. (Ausgabe vom 18.12.2025) (19.12.2025/alc/a/a)
Zum vierten Mal in Folge bleibe der Einlagesatz somit unverändert bei 2,00%. Im EZB-Rat habe sich bereits im Vorfeld eine breite Mehrheit für die heutige Entscheidung angedeutet. Entsprechend hätten sowohl Märkte als auch Analysten einhellig ein Festhalten am aktuellen Leitzinsniveau erwartet.
Die neuen Projektionen zur Konjunkturentwicklung spiegelten die zuletzt überraschend hohe Resilienz der Wirtschaft im Euroraum wider. So werde für den Prognosezeitraum mit Wachstumsraten von jährlich 1,4% gerechnet, mit Ausnahme des Jahres 2026 (1,2%). Auch durch einige zuletzt etwas schwächer ausgefallene Stimmungsindikatoren habe sich für die EZB kein neuer Handlungsbedarf ergeben. Zugleich bleibe mit der Zollpolitik, der Geopolitik sowie der neuen Fiskalpolitik – insbesondere in Deutschland – die Unsicherheit über den weiteren Konjunkturverlauf hoch.
Die Prognose eines leichten und temporären Unterschreitens der 2%-Marke in den Jahren 2026 und 2027 sei unkritisch und stehe nicht im Widerspruch zur EZB-Strategie. Denn die Projektionen sähen weiterhin auf mittlere Sicht eine Stabilisierung der Inflationsrate im Bereich des EZB-Zielwerts von 2,0% vor. Im Jahresmittel werde dies nun jedoch erst im Jahr 2028 erreicht.
Die EZB handle im weiterhin von großer Unsicherheit geprägten Umfeld richtig und fahre bis auf Weiteres geradeaus, lege sich aber nicht unnötig auf einen Kurs fest. Die Argumente für Zinserhöhungen und Zinssenkungen hielten sich die Waage. Die Währungshüter dürften daher nun längere Zeit die Leitzinsen unverändert lassen. Marktspekulationen auf eine bereits im zweiten Halbjahr 2026 anstehende Zinserhöhung hielten wir für übertrieben und für eine Überinterpretation der Äußerungen von Isabel Schnabel. Ein Umsteuern der Zinspolitik bereits im Laufe des Jahres 2026 dürfte im Rat nicht mehrheitsfähig sein – zumal 2026 neue politische Unwägbarkeiten (US-Midterms, deutsche Landtagswahlen, Vorwahlkampf Frankreich) lauerten.
Die EZB habe wie erwartet im Dezember ihre Leitzinsen unverändert gelassen. Der Einlagesatz verharre demnach bei 2,00%. Zugleich seien keine Hinweise auf absehbar anstehende Zinsanpassungen gegeben worden – weder nach unten noch nach oben. Ein Festhalten am aktuellen Leitzinsniveau werde von den zuletzt veröffentlichten Wirtschaftsdaten ebenso unterstützt wie von den aktualisierten Projektionen der EZB. Der Resilienz der Euroland-Konjunktur werde darin Rechnung getragen, zugleich werde weiterhin mit einer längeren Phase mit Inflationsraten unter der Marke von 2% gerechnet. Das auch im Jahr 2026 von großer Unsicherheit geprägte Makroumfeld spreche für eine längere Phase konstanter Leitzinsen im Euroraum. Zwar sprächen einige gute Gründe dafür, dass der nächste Zinsschritt eher eine Zinserhöhung als eine Zinssenkung sein werde. Allerdings sei dies erst auf mittlere Sicht zu erwarten und keine realistische Perspektive für 2026. Daher sollten die zwischenzeitlich aufgekommenen Marktspekulationen auf bereits im nächsten Jahr anstehende Zinserhöhungen wieder sukzessive ausgepreist werden. (Ausgabe vom 18.12.2025) (19.12.2025/alc/a/a)
Aktuelle Kursinformationen mehr >
| Kurs | Vortag | Veränderung | Datum/Zeit | |
| 2,15 % | 2,15 % | - % | 0,00% | 31.05./17:30 |
| ISIN | WKN | Jahreshoch | Jahrestief | |
| XFARIV001614 | 2,65 % | 2,15 % | ||


