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EZB: Anhebung des Einlagezinssatzes frühestens im Dezember 2020?


08.02.19 10:15
Deutsche Bank

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - In ihrem gestern veröffentlichten Bericht verringerte die EU-Kommission ihre Wachstumsprognose für die Eurozone im Jahr 2019 um 0,6 Prozentpunkte auf 1,3 Prozent, so die Deutsche Bank AG in einer aktuellen Ausgabe "MÄRKTE am Morgen".

Zum einen seien externe Faktoren wie ein Rückgang des Exportwachstums aufgrund der nachlassenden globalen Wirtschaftsdynamik für die Anpassung verantwortlich gewesen. Zum anderen würden auch Schwächen in der deutschen und italienischen Konjunktur eine Belastung darstellen. Hier seien die Anpassungen der Wachstumsprognosen mit -0,6 und -1,0 Prozentpunkten entsprechend stark ausgefallen.

Die Deutsche Bank sieht die Entwicklung ähnlich und reduziert ihre Prognose für die wirtschaftliche Entwicklung der Eurozone im Jahr 2019 um 0,3 Prozentpunkte auf 0,9 Prozent. Die durch den Haushaltsstreit mit der EU hervorgerufenen strafferen Finanzmarktkonditionen für Italien und die stärker als erwartet ausfallenden Auswirkungen des Zulassungsverfahrens WLTP auf die Autoindustrie in Deutschland seien jedoch länderspezifische Probleme. Außerdem sollten ihre langfristigen Effekte auf die Konjunktur begrenzt bleiben. Solange internationale Risiken wie der Handelsstreit oder die Wachstumsschwäche in China nicht eskalieren würden, könnte die Eurozone das Wachstumstief wieder hinter sich lassen. Dennoch dürfte der Inflationsdruck aufgrund der schwächeren wirtschaftlichen Entwicklung begrenzt bleiben. Das sollte die EZB, entgegen der bisherigen Erwartung der Deutschen Bank, frühestens im Dezember 2020 zu einer Anhebung des Einlagezinssatzes veranlassen. (08.02.2019/alc/a/a)