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EZB: Aktuelles Umfeld wird von Angebotsschocks bestimmt
28.08.23 16:00
T. Rowe Price
Baltimore (www.anleihencheck.de) - Präsidentin Lagarde hielt auf der Konferenz in Jackson Hole eine nachdenkliche Rede über die Entwicklung der Rahmenbedingungen für Zentralbanken, so Tomasz Wieladek, Europäischer Volkswirt bei T. Rowe Price.
Sie habe mehrere wichtige Punkte herausgestellt: 1. Während die Zentralbanken in der Vergangenheit hauptsächlich auf Nachfrageschocks reagierten, wurde und werde das aktuelle Umfeld wahrscheinlich von Angebotsschocks bestimmt, so Tomasz Wieladek von T. Rowe Price; 2. Die Zentralbanken dürften sich nicht zu sehr von Schätzungen auf der Grundlage älterer Daten abhängig machen, aber auch nicht zu sehr auf die aktuellen Daten reagieren; 3. Die Zentralbanken müssten die Inflationserwartungen auf einem stabilen Niveau halten und ihre Politik ausreichend restriktiv gestalten.
Schließlich habe sie erneut auf die drei Kriterien hingewiesen, nach denen die EZB ihre geldpolitischen Entscheidungen treffen werde: Diese seien: 1. die Inflationsaussichten, 2. die Dynamik der zugrunde liegenden Inflation, 3. die Wirksamkeit der geldpolitischen Instrumente in der Realwirtschaft.
Von diesen drei Kriterien würden die Konjunkturindices zeigen, dass 3. bereits erfüllt sei. Diese Woche würden wir mehr Informationen über 2. erhalten. 1. sei die von EZB-Mitarbeitern erstellte Prognose. In der Juni-Prognose hätten die Mitarbeiter der EZB betont, dass die schlechten Produktivitätsaussichten zusammen mit dem starken Lohnwachstum hohe Lohnstückkosten implizieren würden, und die EZB-Mitarbeiter hätten die Inflationsprognose mittelfristig auf über 2% korrigiert. Bislang sprächen die Daten zur Produktivität und zu den Löhnen ebenfalls für eine höhere mittelfristige Inflationsprognose von über 2%, wenn man davon ausgehe, dass sich die EZB-Mitarbeiter auf die gleichen Faktoren stützen würden wie im Juni, als sie die Prognose auf über 2% angehoben hätten. Das bedeute, dass von diesen drei Kriterien Kriterium 2 der entscheidende Faktor für den September sein werde.
Tomasz Wieladek von T. Rowe Price sei der Meinung, dass eine Wachstumsrate der Dienstleistungsinflation von mehr als 0,4% gegenüber dem Vormonat (4,8% auf Jahresbasis) die EZB dazu veranlassen könnte, die Zinsen im September erneut anzuheben. Diese Entscheidung werde zweifellos sehr ausgewogen sein, aber die Betonung dieser drei Kriterien durch Präsidentin Lagarde lasse vermuten, dass die Inflationsdaten der laufenden Woche der entscheidende Faktor für eine EZB-Erhöhung im September sein würden. (Ausgabe vom 26.08.2023) (28.08.2023/alc/a/a)
Sie habe mehrere wichtige Punkte herausgestellt: 1. Während die Zentralbanken in der Vergangenheit hauptsächlich auf Nachfrageschocks reagierten, wurde und werde das aktuelle Umfeld wahrscheinlich von Angebotsschocks bestimmt, so Tomasz Wieladek von T. Rowe Price; 2. Die Zentralbanken dürften sich nicht zu sehr von Schätzungen auf der Grundlage älterer Daten abhängig machen, aber auch nicht zu sehr auf die aktuellen Daten reagieren; 3. Die Zentralbanken müssten die Inflationserwartungen auf einem stabilen Niveau halten und ihre Politik ausreichend restriktiv gestalten.
Von diesen drei Kriterien würden die Konjunkturindices zeigen, dass 3. bereits erfüllt sei. Diese Woche würden wir mehr Informationen über 2. erhalten. 1. sei die von EZB-Mitarbeitern erstellte Prognose. In der Juni-Prognose hätten die Mitarbeiter der EZB betont, dass die schlechten Produktivitätsaussichten zusammen mit dem starken Lohnwachstum hohe Lohnstückkosten implizieren würden, und die EZB-Mitarbeiter hätten die Inflationsprognose mittelfristig auf über 2% korrigiert. Bislang sprächen die Daten zur Produktivität und zu den Löhnen ebenfalls für eine höhere mittelfristige Inflationsprognose von über 2%, wenn man davon ausgehe, dass sich die EZB-Mitarbeiter auf die gleichen Faktoren stützen würden wie im Juni, als sie die Prognose auf über 2% angehoben hätten. Das bedeute, dass von diesen drei Kriterien Kriterium 2 der entscheidende Faktor für den September sein werde.
Tomasz Wieladek von T. Rowe Price sei der Meinung, dass eine Wachstumsrate der Dienstleistungsinflation von mehr als 0,4% gegenüber dem Vormonat (4,8% auf Jahresbasis) die EZB dazu veranlassen könnte, die Zinsen im September erneut anzuheben. Diese Entscheidung werde zweifellos sehr ausgewogen sein, aber die Betonung dieser drei Kriterien durch Präsidentin Lagarde lasse vermuten, dass die Inflationsdaten der laufenden Woche der entscheidende Faktor für eine EZB-Erhöhung im September sein würden. (Ausgabe vom 26.08.2023) (28.08.2023/alc/a/a)


