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EWU-Rentenmarkt: EZB könnte für Bewegung sorgen


07.09.16 10:30
Merck Finck & Co.

München (www.anleihencheck.de) - Nach einem unerwartet ruhigen Sommer müssen sich die Finanzmärkte auf ein Ende der Gemütlichkeit einstellen, so die Experten von Merck Finck & Co.

Allein auf Notenbankseite stünden im September einige richtungsweisende Termine bevor. Den Auftakt würden am 8. September die EZB, von der Aussagen zur Fortsetzung ihres Anleihekaufprogramms erwartet würden, sowie die Bank of Japan machen. Besondere Aufmerksamkeit richte sich auf die FED-Sitzung am 21. September, bei der es zur ersten US-Leitzinserhöhung in diesem Jahr kommen könnte. "Nach der Ruhe erwarten wir zwar keinen Sturm, aber zumindest eine Herbst-Brise ist wahrscheinlich", prognostiziere Robert Greil, Chefstratege von Merck Finck Privatbankiers im "Marktkompass September 2016". Sollten die Notenbanken behutsamer als vom Markt erhofft agieren, drohe an den Börsen Ungemach. In diesem Umfeld rate die Münchner Privatbank weiterhin zur Vorsicht.

Die konjunkturelle Entwicklung sei sowohl in den USA wie in Euroland weiterhin positiv. Hier sei die Wirtschaft im zweiten Quartal im Vorjahresvergleich mit 1,6 Prozent stärker gewachsen als erwartet. Deutschland zeige sich mit einem Plus von 1,8 Prozent dabei als wichtigster Treiber. Das im August gesunkene ifo-Geschäftsklima verleihe jedoch der Sorge um noch bevorstehende Brexit-Folgen Ausdruck. Die meisten Schwellenländer würden auf Kurs bleiben - allen voran Indien.

An den Aktienmärkten habe bei jahreszeitlich typischen, niedrigen Handelsvolumina zuletzt meist gute Stimmung geherrscht. Dennoch seien die Kurse insgesamt nur wenig vorangekommen. Vor dem Hintergrund niedriger Erwartungen sei die Quartalssaison gut gelaufen: Beiderseits des Atlantiks hätten die Gewinne je Aktie im zweiten Quartal klar die Prognosen übertroffen, seien jedoch in Europa 15 Prozent und in den USA knapp unter ihrem Vorjahresniveau geblieben. Für beide Regionen bleibe Merck Finck bei Aktien leicht untergewichtet. Zwar würden sie durch solide Makrodaten gestützt, kurzfristig könnte ihnen aber Unheil drohen durch eine mögliche US-Leitzinserhöhung und eine zurückhaltendere Geldpolitik seitens der EZB und der Bank of Japan.

Nach einem auch an den Rentenmärkten in Euroland ruhigen August könnte am ehesten die EZB-Sitzung am 8. September für Bewegung sorgen: Während eine weitere Zinssenkung unwahrscheinlich sei, liege der Fokus auf der wahrscheinlichen Verlängerung und Anpassung des Anleihekaufprogramms. Mehr Bewegung gebe es in den USA, wo nach Spekulationen über eine Leitzinserhöhung die Anleiherenditen etwas angezogen hätten. Inflationsgeschützte US-Staatsanleihen habe Merck Finck weiter auf der Empfehlungsliste.

Nach Gold habe die Bank diversifizierte Rohstoffe in die Anlagestrategie aufgenommen. "Diese Assetklasse ist trotz Erholung im historischen Vergleich immer noch günstig. Mit ihr diversifizieren wir unsere Anlagestrategie weiter", so Greil. Auf der Währungsseite zeige sich der US-Dollar nach zwischenzeitlicher Schwäche zum Euro wieder stärker. Die Bank sehe ihn unverändert in der Spanne zwischen 1,00 Euro und 1,15 Euro. (07.09.2016/alc/a/a)