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EWU: Positiver Rückprall der Inflationsrate im April
31.05.17 09:30
Postbank Research
Bonn (www.anleihencheck.de) - Das deutsche BIP ist im 1. Quartal in preis-, saison- und kalenderbereinigter Rechnung um 0,6% gegenüber der Vorperiode gewachsen, so die Analysten von Postbank Research.
Der Zuwachs habe auf einer breiten Basis gestanden. Der private Verbrauch sei um 0,3% gesteigert worden, die staatlichen Konsumausgaben um 0,4%. Besonders kräftige Impulse seien von den Bruttoanlageinvestitionen gekommen. In Ausrüstungen seien 1,2% mehr investiert worden als im Vorquartal, in Bauten sogar 2,3%. Bei den Exporten habe sich eine Ausweitung um 1,3% ergeben, während die Importe nur um 0,4% zugelegt hätten. Der Außenhandel habe damit einen positiven Wachstumsbeitrag in Höhe von 0,4 Prozentpunkten geleistet.
Ein noch stärkeres BIP-Wachstum hätten die deutlich rückläufigen Lagerinvestitionen verhindert, die die Zuwachsrate um 0,4 Prozentpunkte gedrückt hätten. Mit diesem rundum gelungenen Jahresauftakt habe sich die deutsche Wirtschaft auch an die Spitze der größten Industrieländer gesetzt. Im Euroraum insgesamt (+0,5%) sei allerdings auch ein beachtliches Wachstum zu verzeichnen gewesen, was schon für sich genommen den Wachstumsausblick für das Gesamtjahr 2017 verbessere.
Für das 2. Quartal zeichne sich keine wesentliche Abschwächung des Aufschwungs ab, weder in Deutschland noch im Euroraum. Die Ergebnisse der aktuellsten Unternehmensbefragungen würden sogar auf eine weitere konjunkturelle Beschleunigung hindeuten. So sei der Einkaufsmanagerindex für das Verarbeitende Gewerbe des Euroraums im Mai von 56,7 auf 57,0 Punkte gestiegen. Im Gegenzug habe der EWU-Serviceindex zwar um 0,2 auf 56,2 Zähler nachgegeben. Beide Indices lägen im bisherigen Verlauf des 2. Quartals aber spürbar über ihren in der Vorperiode verzeichneten Durchschnittsständen. Den Vogel habe aber der ifo-Geschäftsklimaindex abgeschossen. Dieser sei im Mai von 113,0 auf 114,6 Punkte gesprungen und habe damit ein neues Allzeithoch markiert, was insbesondere auf ein historisches Hoch bei der Beurteilung der Geschäftslage zurückzuführen gewesen sei.
Auch wenn man dieser regelrecht euphorischen Unternehmensstimmung nicht so ganz über den Weg traue, weil man immer noch einige politische und ökonomische Risiken sehe (v.a. Brexit-Verhandlungen, US-Wirtschaftspolitik), so sende das hohe Stimmungsniveau doch die klare Botschaft aus, dass sich der Aufschwung fortsetze. Die Analysten von Postbank Research gehen daher jetzt für Deutschland und den Euroraum von BIP-Zuwächsen von jeweils 0,5% im 2. Quartal aus. Für den weiteren Jahresverlauf 2017 und auch für 2018 würden sie mit Quartalsraten in der Größenordnung von 0,3% bis 0,4% rechnen. Infolge des starken Jahresauftakts sowie des verbesserten Wachstumsausblicks für das laufende Quartal heben die Analysten von Postbank Research ihre EWU-BIP-Prognose für 2017 deutlich von 1,5% auf 1,8% an, während sie die für 2018 bei 1,6% belassen. Ihre 2017er BIP-Prognose für Deutschland würden die Analysten dagegen nur leicht von 1,4% auf 1,5% erhöhen, die für 2018 von 1,5% auf 1,6%. Der im Vergleich zur EWU schwächere Wachstumsausblick möge dabei überraschen, sei aber einem ungewöhnlich starken negativen Kalendereffekt in diesem Jahr geschuldet. Ohne diesen Effekt ergäbe sich 2017 auch für Deutschland eine Wachstumsprognose von 1,8%.
Die EWU-Inflationsrate sei im April von 1,5% auf 1,9% gestiegen. Die Kerninflationsrate habe einen Sprung von 0,7% auf 1,2% gemacht. Ursächlich hierfür sei vor allem die Lage des Osterfestes gewesen, mit dem immer temporäre Teuerungsschübe verbunden seien. Durch den späten Termin in diesem Jahr sei die tatsächliche Preisdynamik im April überzeichnet worden, so wie sie durch die März-Daten unterzeichnet worden sei.
Die Wahrheit liege wohl in der Mitte. Auch wenn die Kerninflation aktuell etwas überhöht ausgewiesen wird, gehen die Analysten von Postbank Research dennoch davon aus, dass sie im Zuge des wirtschaftlichen Aufschwungs mittelfristig spürbar nach oben tendieren wird. Bis Ende dieses Jahres dürfte sie auf 1,3% steigen. 2018 sollte sie bei durchschnittlich 1,5% liegen. Da zugleich von den Energiepreisen leicht preistreibende Effekte ausgehen sollten, würden die Analysten an ihren EWU-Inflationsprognosen von 1,7% für 2017 und 1,8% für 2018 festhalten. (Zinsen und Währungen Juni 2017) (31.05.2017/alc/a/a)
Der Zuwachs habe auf einer breiten Basis gestanden. Der private Verbrauch sei um 0,3% gesteigert worden, die staatlichen Konsumausgaben um 0,4%. Besonders kräftige Impulse seien von den Bruttoanlageinvestitionen gekommen. In Ausrüstungen seien 1,2% mehr investiert worden als im Vorquartal, in Bauten sogar 2,3%. Bei den Exporten habe sich eine Ausweitung um 1,3% ergeben, während die Importe nur um 0,4% zugelegt hätten. Der Außenhandel habe damit einen positiven Wachstumsbeitrag in Höhe von 0,4 Prozentpunkten geleistet.
Ein noch stärkeres BIP-Wachstum hätten die deutlich rückläufigen Lagerinvestitionen verhindert, die die Zuwachsrate um 0,4 Prozentpunkte gedrückt hätten. Mit diesem rundum gelungenen Jahresauftakt habe sich die deutsche Wirtschaft auch an die Spitze der größten Industrieländer gesetzt. Im Euroraum insgesamt (+0,5%) sei allerdings auch ein beachtliches Wachstum zu verzeichnen gewesen, was schon für sich genommen den Wachstumsausblick für das Gesamtjahr 2017 verbessere.
Auch wenn man dieser regelrecht euphorischen Unternehmensstimmung nicht so ganz über den Weg traue, weil man immer noch einige politische und ökonomische Risiken sehe (v.a. Brexit-Verhandlungen, US-Wirtschaftspolitik), so sende das hohe Stimmungsniveau doch die klare Botschaft aus, dass sich der Aufschwung fortsetze. Die Analysten von Postbank Research gehen daher jetzt für Deutschland und den Euroraum von BIP-Zuwächsen von jeweils 0,5% im 2. Quartal aus. Für den weiteren Jahresverlauf 2017 und auch für 2018 würden sie mit Quartalsraten in der Größenordnung von 0,3% bis 0,4% rechnen. Infolge des starken Jahresauftakts sowie des verbesserten Wachstumsausblicks für das laufende Quartal heben die Analysten von Postbank Research ihre EWU-BIP-Prognose für 2017 deutlich von 1,5% auf 1,8% an, während sie die für 2018 bei 1,6% belassen. Ihre 2017er BIP-Prognose für Deutschland würden die Analysten dagegen nur leicht von 1,4% auf 1,5% erhöhen, die für 2018 von 1,5% auf 1,6%. Der im Vergleich zur EWU schwächere Wachstumsausblick möge dabei überraschen, sei aber einem ungewöhnlich starken negativen Kalendereffekt in diesem Jahr geschuldet. Ohne diesen Effekt ergäbe sich 2017 auch für Deutschland eine Wachstumsprognose von 1,8%.
Die EWU-Inflationsrate sei im April von 1,5% auf 1,9% gestiegen. Die Kerninflationsrate habe einen Sprung von 0,7% auf 1,2% gemacht. Ursächlich hierfür sei vor allem die Lage des Osterfestes gewesen, mit dem immer temporäre Teuerungsschübe verbunden seien. Durch den späten Termin in diesem Jahr sei die tatsächliche Preisdynamik im April überzeichnet worden, so wie sie durch die März-Daten unterzeichnet worden sei.
Die Wahrheit liege wohl in der Mitte. Auch wenn die Kerninflation aktuell etwas überhöht ausgewiesen wird, gehen die Analysten von Postbank Research dennoch davon aus, dass sie im Zuge des wirtschaftlichen Aufschwungs mittelfristig spürbar nach oben tendieren wird. Bis Ende dieses Jahres dürfte sie auf 1,3% steigen. 2018 sollte sie bei durchschnittlich 1,5% liegen. Da zugleich von den Energiepreisen leicht preistreibende Effekte ausgehen sollten, würden die Analysten an ihren EWU-Inflationsprognosen von 1,7% für 2017 und 1,8% für 2018 festhalten. (Zinsen und Währungen Juni 2017) (31.05.2017/alc/a/a)
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